Ich bezweifle die Bereitschaft, dir in die tiefen Tiefen des Kaninchenbau's zu folgen

Silke, Samstag, 20.02.2016, 12:54 (vor 3643 Tagen) @ Ashitaka4440 Views

Lieber Ashitaka,

es ist kein Phänomen des "nicht verstehen könnens" sondern des "nicht verstehen dürfens", sonst würde man gedanklich schnell an unseren Ursprüngen landen und feststellen...
...it is still the same.

"Zirkulär?! Nein, dass die Gewaltstrukturen, aus denen sich die Abgabensysteme entwickelten aus mittels Tribut besicherten Übegriffen auf Nachbarstädte entstanden, ist doch kein Zirkelschluss. Dottore hat im alten Forum detailiert erklärt, wie sich Gemeinschaften unter Machteinfluss formten, um sich gegen Naturgewalten zu schützen. Wichtig ist dabei, dass es nur unter Machtstrukturen möglich war, sprich unter Akzeptanz von Herrschaftsstrukturen. Wie hätte man sonst die Stadtmauern Jerichos hochziehen sollen?! Wozu die Überwachungsanlagen?! Dottore brachte immer wieder die Großbauten der damaligen Zeit ins Spiel. Ob nun Bewässerungssysteme, Tempelanlagen oder die Einfriedungen der Städte. Man darf nicht vergessen, dass die Machtausübung zur Abwendung des Unheils Akzeptanz fand. Und Machtausübung (Ordnung, Schaffung von Strukturen) bedarf immer der Vorfinanzierung (Zeit).
Wo kamen die Bauten dann her? Wie errichtete man "über Jahrhunderte" hunderte Kilometer lange Bewässerungsanlagen und Mauern in Mespopotamien, wenn man den Leistenden nichts versprach?! Alles umsonst?! Du musst beachten, es gab keine Versorgungssysteme. Die Menschen konnten nicht einmal ihren eigenen Subsistenzbedarf sichern. Die niedlichen Oikos waren keine glücklichen Quellen der Gesellschaften, sondern knallhart strukturierte Tempelstädte, die ums Überleben kämpften. Und so schon viele kleinere Ansiedlungen vor ihnen, knallharten Heirachien der Umverteilung ausgesetzt. Die Menschen wurden zur Zwangsarbeit verdonnert. Wer verdonnerte sie?! Soldaten aus einem Stargate?! Nein, Zwingherren, die Gewalten zwecks Machtausübung vorfinanzieren konnten. Diese Machtausübung zielte auf den Ordnungswillen ab, auf die Kontrolle und nicht auf die maximale Gewaltanwendung.
Das Problem, es gab vor Machtergreifung der Zwingherren keine Produktionsüberschüsse. Schau dir an, was mit den Regionen zwischen den Jahrzehnten kriegerischer Übergriffe geschah; sie waren nicht überlebensfähig, weder in kleinsten Ansiedlungen, noch in den zerstörten Städten. Der nächste Herrscher versprach Besserung (zahlreiche Tontafeln von ruhmhaften Truppenentsendungen existent).

Es geht hier ... um die nackte Tatsache, dass ein Versprechen nicht satt
macht.

Richtig, deshalb musste es ja auch besichert werden (Abgabenerhebung und Umverteilung an die Untertanen). Die Überschussproduktion, sie wurde erzwungen (siehe auch spätere Manufakturen und Kontrollmechanismen, überregionale Abgabeverwaltung durch Palast- und Tempelstrukturen).

Die Urschuld der Verwaltung kann nicht "vorfinanziert" werden. Die
Verwaltung braucht jetzt was zum Beissen.

Sie bekamen Tribut und Abgaben. Noch heute bezahlen wir so unsere Beamten und Soldaten.

Und das kann sie nicht
herbeibeamen, sondern muss vom Bauern als Überschussproduktion erzeugt
werden. Und zwar bis spätestens gestern. Damit es heute gegessen werden
kann. Das nenne ich Überschussproduktion und nicht "Vorfinanzierung".

Die Anfänge waren Übergriffe, gewaltsame Expansionen kleinerer Gefolgschaften. Das Herr unterwarf Regionen und forderte von ihnen (raubte es). Im selben Atemzug bauten die Zwingherren ihr Abgabensystem aus (Anbau, Strukturen, Abgabeverwaltung). Es starben immer wieder Massen während der Umbrüche, das ist alles (zumindest in Mesop.) auf Tontafeln gesichert. Und die Zwingherren rühmten sich mit der Eroberung, versprachen zugleich die Abwendung weiteren Unheils (Schaffung von Infrastrukturen wie dem zumeist im Vodergrund stehenden Bewässerungssystem).

Aber wie gesagt, ohne klare Vorstellung vom Ausgangspunkt und
chronologischer Ablauf hat eine Diskussion dazu wenig Zweck.

Alles schon thematisiert im alten Forum, wir müssen nicht alles neu ausspucken und Nachmittage damit verbringen, es noch mal in Worte zu fassen.
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=298550

Sicher?

Liebe Grüße
Silke

PS. So einfach wäre eine kompetente Korrektur gewesen:

Wo ist der Fehler habe ich mehrfach gefragt?
Möglichst in einem Satz oder Absatz.


Das 10 Mark Goldstück ist eine Urkunde, aber kein Schuldschein. Es
beurkundet keine Verpflichtung. Es beurkundet Geld, dadurch, dass es einen
Teil der Geldsumme beziffert, dadurch, dass diese Beurkundung nur durch die
Zentralbank erfolgt.


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