Warum nicht wieder ein zyklischer wirtschaftlicher Neuanfang?

Amos, Donnerstag, 18.02.2016, 10:58 (vor 3645 Tagen) @ Phoenix54898 Views

Hi Phoenix5,

mir ist nicht ganz klar, warum einige zur Auffassung kommen, "Dieses mal ist alles anders"?
Solange es Aufzeichnungen gibt, kam es bisher nach jeder Bereinigung / Revolution immer zu einem zyklischen wirtschaftlichen Neuanfang.

Laut Prof. Achleitner, kann Wirtschaften auch ohne Vorfinanzierung immer wieder von vorne beginnen, solange ein Lebensumfeld, also ein Umfeld in dem Leben möglich ist, vorhanden ist.

Soweit ich den User Silke verstanden habe, glaubt er, das sei nicht möglich, man brauche in jedem Fall immer eine Vorfinanzierung.

Keynes stellte fest, dass die Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals immer mehr schrumpft, je mehr Kapital in einer Wirtschaft investiert ist. Da im Kapitalismus zwangsläufig durch den Zinseszins-Effekt eine Anhäufung von Kapital stattfindet, muss also, wenn die Wirtschaft nicht im Gleichschritt wächst, die Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals immer wieder an die Grenze des Zinsfußes stoßen. Somit kommt es immer wieder zu Krisen, so lange der Zinsfuß größer Null ist. Diese Krisen werden zudem immer, größer, da es durch die Ausweitung der Kapitalmenge immer schwerer wird, die Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals hoch genug zu halten.

Wenn also kein gesellschaftliches Interesse vorhanden ist, Möglichkeiten zur Senkung des Zinsfuß zu suchen, bleibt damit nur die Alternative zwischen unbedingtem Wirtschaftswachstum, welches in erster Linie die Kapitaleinkommen steigert und damit die künftigen Krisen verstärkt, oder eine massive Scheinkapitalvernichtung und ein zyklischer wirtschaftlicher Neuanfang.

Die Zitate von John M. Keynes stammen aus "Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zinses und des Geldes"

Viele Grüße
amos


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