Anmerkungen
Hallo Silke,
nicht am Gehabe verzweifeln, sondern genau da weiter stechen, ins Soll rücken, fordern. Die Person gegenüber interessiert in diesem Forum nicht. Schreibe deine Beiträge so, dass sie für die die Diskussion mitverfolgenden Leser wirken. Ich weiß schon jetzt, wie ich die Diskussion lenken würde, wenn jemand anbeißt. Ich würde ihn an die Seite ziehen, dann zustechen.
Ein Geldschein/-Stück ist nicht Geld sondern ist eine Bezifferung
und Beurkundung von einer Summe Geld, einem Schuldverhältnis.
Natürlich ist der Geldschein selbst nicht das Geld. Genausowenig wie eine Münze selbst das Geld ist. Münze und Schein sind Träger der Eigenschaft "Geld". (Siehe EWF zum Geldcharakter). Denn auf ihnen wird eine Teilsumme der Gesamtgeldsumme (Passivum ZB) beziffert, beurkundet. Eine Eurobanknote ist eine Urkunde.
Geld ist keine Menge, sondern eine Summe. Man muss sich, um das System zu erkennen, davon lösen, dass Geld einen einseitigen Bestand hat.
Ein Geldschein/-Stück ist genau so ein Zahlungsmittel wie ein Esel ein
Tier ist.
Exakt, der Esel ist nicht Steuerzahlungsmittel, hat diese Funktion als Abgabeeinheit nicht. Sehr wohl aber der Geldschein (bzw. heute Überweisung), durch den Geldeinheiten beziffert bzw. beurkundet werden. Geld, das auf Schuldverhältnissen und den dadurch begründeten Schuldtiteln basiert, kann ohne Beurkundung keine Funktion entfalten.
Gleich der erste Satz auf Wikipedia spannt den Bogen zu dieser tiefgründigen und eifrig verfluchten Erkenntnis. Die Eurobanknote ist aufgrund der Schuldbasiertheit des Geldes nicht das Geld. Anders würde es sich verhalten, wenn der Staat von heute auf morgen Geldeinheiten erzwingt, die auf Sachen und nicht auf geldpolitischen Operationen (Hinterlegung von Schuldtiteln) basieren. Sie würden keiner zusätzlichen Beurkundung der ZB bedürfen.
"Wenn Dottore das Geld als ein Schuldentilgungsmittel erklärt, erklärt
er eben diese Funktion des Geldes, nicht aber das Wesen des Geldes
(die Eigenschaft). Der Begriff "Schuldentilgungsmittel" ist einzig und
allein aus funktionaler Sicht zu verstehen, d.h. dadurch, dass man
Geld als ein "Mittel zum Zweck" erklärt, es der Erreichung eines Zieles
dienen soll.
Wenn Dottore jedoch immer wieder von Geld = Kredit (Schuldverhältnis)
schreibt, dann erklärt er das Wesen des Geldes, die "Systemeigenschaft
Geld" (=Schuldverhältnis). Damit ist das Wesen des Geldes erklärt und
nicht nur dessen Funktion (Mittel zum Zweck). Geld (das Schuldverhältnis)
ist eine Systemeigenschaft, die ohne das System (Herrschaft, Gewalten,
Vollstreckung) nicht definierbar ist."
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=335226
Hätte ich nicht besser schreiben können.
Nächste Definition von dir:
Wenn jemand - A - einem anderen - B - z. B. 100 Euro schuldet, dann
besteht die Schuld, die Verpflichtung darin, dass der A dem B 100 Euro
zahlen muss.
Zusammenfassung: "Besteht eine Schuld muss sie bezahlt werden."
Das ist doch keine Definition.
Natürlich nicht.
@Ashitaka:
"Geld ist eine durch Zentralmacht geschaffene Eigenschaft eines
produzierten Trägers oder Schuldtitels.""Geld ist Macht und diese Macht wird in Einheiten ausgedrückt, die in
Relation zur Besicherung der Macht / des Geldes stehen.""Geld ist eine durch Zentralmacht erzwungene Eigenschaft eines kuranten
Trägers.""Geld ist keine Forderung. Geld ist eine Eigenschaft des hinterlegten
Schuldtitels, entsteht heute nur dadurch, dass eine notenbankfähige
Sicherheit (Schuldtitel) bei der Zentralbank im Rahmen geldpolitischer
Operationen hinterlegt wird (also an die ZB mit fest vereinbarten
Rückkauftermin veräußert wird) und der Guthabende im Rahmen der
Geschäftsbesorgung durch das Kreditinstitut eine Auszahlung der Geldsumme
(Bargeld = Bezifferte beurkundung auf Banknoten/Münzen) oder die
Transferierung auf ein bankexternes Konto verlangt (damit ebenfalls den
Bedarf an ZBG auslöst).""Die Note ist heute nur eine Beurkundung darüber, dass ein Träger des
Geldes (heute Schuldtitel) existiert und dieser auch bei der ZB im Rahmen
geldpolitischer Verfahren hinterlegt wurde. In Nichtschuldgeldsystemen ist
der Träger des Geldes zugleich die Beurkundung (geschlagene Metallmünze
mit Bezifferung der Geldeinheiten).
Das meinte ich oben.
Denn kein Arzt käme auf die Idee mit dem Kollegen darüber zu
streiten, was z. B. ein Ohr ist und welches Organ die Atmung besorgt
und
welches für die Verdauung zuständig ist.
Ich würde ja mit dir auch nicht streiten, was z.B. eine Rundfunkanstalt,
eine Müllverbrennungsanlage oder ein Produktionsbetrieb ist.
Da sind sich alle Ökonomen einig.
Der Streit entsteht immer beim "wie" und beim "warum".
Sehr aufmerksam. Die Diskussion wird immer dann trivial, wenn das "wie" und "warum" in den Hintergrund rückt, wenn man sich "nur" auf Funktionsanalysen des Geldes "beschränkt". Die Leser merken das. Und aus diesem Grunde sollte man immer wieder zustechen, sich vom Gehabe des Gegenübers nicht beeindrucken lassen. Das ist alles heiße Luft, längst bekanntes "funktionieren".
Da die Bezahlung eine Funktion des Geldes ist, was ist dann ursächlich für dieses die Funktion anbietende Geld?
Ich lese viel und aufmerksam - aber eben scheinbar andere Quellen als du.
"Der Schuldschein ist eine die Verpflichtung des Schuldners bestätigende
(feststellende) oder begründende (konstitutive) Urkunde."
"Er ist eine Urkunde, die das Bestehen einer Verpflichtung beweisen
soll."
Wiki
Schuldschein = Verpflichtung bestätigende Urkunde
10 Mark-Goldstück = Verpflichtung bestätigende Urkunde
ergo:
10 Mark-Goldstück = SchuldscheinWo ist der Fehler habe ich mehrfach gefragt?
Möglichst in einem Satz oder Absatz.
Das 10 Mark Goldstück ist eine Urkunde, aber kein Schuldschein. Es beurkundet keine Verpflichtung. Es beurkundet Geld, dadurch, dass es einen Teil der Geldsumme beziffert, dadurch, dass diese Beurkundung nur durch Zentralbank erfolgt.
@Ashitaka bring eine Definition nach der anderen, die ich für sehr
nachvollziehbar halte:Geld ist ein zeitlich befristetes Schuldverhältnis (Kredit, Anleihe
etc,), dessen Gültigkeit (geldpolitische Operation) die Zentralbank kraft
Autorisierung beurkundet und diese Notationen anschließend z.B. in Form
von Banknoten oder Münzen aushändigt. Bei der Zentralbank muss dazu
der Schuldtitel (nicht jeder x-beliebige, sondern nur notenbankfähige
Sicherheiten) hinterlegt werden.
Geld ist immer ein beurkundetes Schuldverhältnis (Kredit), dessen
Entstehung und Erlöschen einen fest vereinbarten Termin haben. Es muss
immer zweiseitig und als befristet gedacht werden. Anders, d.h. ohne
Termin, wären die Schulden und damit zugleich jegliche Werthaltigkeiten
des Geldes nicht denkbar. Geld kann von keiner Zentralbank system-erhaltend
verteilt werden. Auch wenn es technisch möglich ist, ist es nicht mit dem
System (Werthaltigkeiten nur durch anhaltende Kreditierungen haltbar)
vereinbar.
Geld ist dabei nur eine beurkundete Teilsumme der Schuldverhältnisse
(Kredite), eine Teilsumme, die durch ihre staatliche Vollstreckungsgewalt
und parteiliche Besicherung / Haftungszusicherung jeder anzunehmen bereit
ist. Egal wie nun im Einzelfall beurkundet bzw. beziffert.
Geldsummen und darin gemessene Werte sind Ausdrücke von
Schuldverhältnissen, Paritäten.
Geld ist dieser Anspruch erst, sobald er allgemein akzeptiert wird oder
akzeptiert werden muss.
ergänzend:
Geld wäre ein Zahlungsanspruch erst, wenn er von jedermann akzeptiert
würde - als Forderung zu seinen Gunsten.
DottoreGeld ist kein Ding, keine Funktion, sondern eine Eigenschaft. Also
sollten wir auch so drüber denken.
Was ist, wenn der Staat kein gesetzliches Steuerzahlungsmittel
definiert?
Gibt es dann kein Geld?
Dann gibt es kein Geld. Geldeinheiten basieren immer auf Zwängen einer Zentralinstanz.
Dann kann er seine Gewalt niemals besichern, sich nicht mehr finanzieren.
Genauer: Dann kann er seine nie aufhörende Vorfinanzierung niemals besichern, sich nicht mehr finanzieren.
Dann gibt es kein Geld, dann ist Schluss mit dem Staat. Der Staat kann nur
durch eine für gültig erklärte, später fällige Abgabe (Steuer)
existieren, seine geschuldete (vorfinanzierte) Gewalt besichern, seine
Macht behalten.
Exakt.
Grüße dich herzlich,
Ashitaka
--
Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.