Viele Fehler

pigbonds, Mittwoch, 17.02.2016, 11:40 (vor 3645 Tagen) @ Michael Krause5888 Views
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 17.02.2016, 11:58

Ich dachte mir, für die fortgeschrittenen Debitisten stelle ich das hier
mal rein:

Ja, ein Paradebeispiel dafür, dass sich Österreicher und Marxisten vor allem
in ihren Rezepten, nicht aber im Theorieverständnis unterscheiden.


1. Fehler:

Unter dem Regime des Goldstandards stammt Kredit von echten Ersparnissen.

Im Goldstandard gibt es anfangs überhaupt keine Ersparnisse, nämlich deshalb, weil
das Gold nie verschwindet. Erst durch Kreditgeschäfte entstehen im Verlauf der Zeit die
Ersparnisse.
Nicht der Kredit stammt aus Ersparnissen, sondern Ersparnisse entstehen erst mit der
Kreditvergabe, die dann direkt auf Gold oder indirekt auf Gold lautendes Geld lautet.
Diese Ersparnisse sind aber gerade dadurch als "unechte" (in Deinem Sinn) Ersparnisse zu erkennen,
als dass diese Ersparnisse sich viel höher auftürmen können, als es überhaupt
Gold gibt.


2. Fehler:

Diese sind in der Regel nur limitiert vorhanden, so dass die Zinssätze
normalerweise irgendwo in der Bandbreite zwischen 3% bis 6% liegen.

Eine "Regel" bezüglich der Limitierung von auf Gold lautendem Kredit gibt
es dann, wenn eine solche Regel festgelegt wird.
Diese Regeln sorgen dann für den Zins.

3. Fehler:

Realer Kredit kommt von Geld, das gespart wird … der

Ersparnisse auf Geld/Gold lautend entstehen, wenn Kredit geschaffen wird und
bestehen solange, bis der Kredit getilgt wird.


4. Fehler:

Verbraucherwirtschaft entzogen wird, so dass es für Notfälle und
Investitionen verwendet werden kann.

Ersparnisse verschwinden auch nicht beim Kauf von Konsumgütern/Leistungen, sie verschieben
sich bloss vom Käufer zum Verkäufer.
Investitionen hingegen schaffen neue Ersparnisse, wenn sie mittels Kredit finanziert
werden.
Die Ersparnisse sind jederzeit und mehrfach zum Kauf von Konsumgütern/Leistungen verwendbar,
verschwinden aber mit der Tilgung des Kredits.


5. Fehler:

Wenn der Kredit dann zurückgezahlt wird – in der Regel aus erhöhter
Leistung –

Kredite werden nicht mittels "Leistung" zurückgezahlt sondern mit aus dem
Kredit entstandenen Ersparnissen, die dann zum Zeitpunkt der Rückzahlung
entsprechend verschwinden.
Wenn ein Kreditnehmer seinen Kredit zurückzahlen muss und ihm die Ersparnisse
dazu fehlen, dann muss er über den Markt Leistung gegen Ersparnisse erbringen, ansonsten
wird in sein Vermögen eingegriffen.


6. Fehler:

ist die Welt dann tatsächlich reicher geworden.

Die Welt wird dann ärmer - Ersparnisse verschwinden.


7. Fehler:

Aber
versuchen Sie, die Wirtschaft mit Scheinkrediten zu überlisten – Geld,
das nie verdient wurde und auch nie gespart – dann handeln sie sich nur

Auf Geld lautende Ersparnisse entstehen im Kredit, neuer Kredit erschafft neue
Ersparnisse.


1. richtiger Punkt:

Jörg Guido Hülsmann vom Mises Institute bringt es auf den Punkt:

„In keiner Periode der menschlichen Geschichte ist Papiergeld spontan
auf dem freien Markt entstanden.

Geld entsteht wirklich nicht "auf freien Märkten" sondern im organisierten Kollektiv, das
sich z.B. dafür entscheiden kann, dem Gold einen fixen An- und Verkaufspreis zu
garantieren - mit freiem Markt haben garantierte Preise allerdings nichts zu tun.


8. Fehler:

In allen bekannten historischen Fällen,
ist Papiergeld entstanden durch staatlich geförderten Vertragsbruch und
andere Verletzungen von Eigentumsrechten.“

Geld entstand nicht durch Vertragsbruch sondern durch Schaffung von Gesetzen. Wer
sich als Bürger im Vertragsverhältnis mit dem Staat wähnt, der überschätzt in
gravierender Art und Weise seine Rechte - Verträge lassen sich einseitig und individuell
auflösen, Gesetze hingegen gelten für den Bürger unbedingt.


2. richtiger Punkt:

Geben Sie mehr Geld aus, gibt es der Wirtschaft immer einen temporären
Schub.

Eine mit Kredit finanzierte Investition schafft temporär, nämlich bis zur Fälligkeit des
Kredits, Ersparnisse, die dann bis zu jener Fälligkeit für den mehrfachen Kauf von Gütern/Leistung
zur Verfügung stehen. Dies kann die Wirtschaft beleben.


3. richtiger Punkt:

Die Leute denken, sie seien reicher. Sie geben mehr aus; sie wollen
mehr und mehr. Aber was passiert dann?

Sie denken sie seien reicher und sie sind auch reicher. Es gibt temporär, bis zum
Fälligkeitstermin des Kredits, mehr Ersparnisse.


4. richtiger Punkt:

Ludwig von Mises, der bekannte Ökonom der Österreichischen Schule kennt
die Antwort:

„Der Boom kann nicht unbegrenzt fortgesetzt werden.

Der Boom ist eine Häufung entstehender Kreditgeschäfte, kommt es zur Häufung von
Rückzahlungen, dann ist der Boom zu Ende und es findet eine Konsolidierung statt.
Da über eine Investition individuell auf Grund der Marktchancen entschieden wird,
und die Marktteilnehmer nicht wissen, wer gleichzeitig ebenfalls im selben Bereich
investiert, unterschätzt so möglicherweise die zukünftige Wettbewerbssituation und
kann später weder errechnete Volumen noch Margen realisieren.
Wettbewerber scheiden dann, aufgrund ihrer Unfähigkeit die Finanzierungskosten zu
decken, aus.


9. Fehler:

Es gibt zwei
Alternativen.

Entweder fahren die Banken weiterhin mit der Ausweitung der Kreditvergabe
ohne Einschränkung fort,

Die Banken können nicht ohne Einschränkung Kredite vergeben. Ihr eigenes
Eigenkapital beschränkt sie.


10. Fehler:

welche zu ständig steigenden Preiserhöhungen
und einer ständig wachsenden Orgie der Spekulation führt – die, wie in
allen anderen Fällen der unbegrenzten Inflation in einem
„Crack-up-Boom“ und in einem Zusammenbruch des Geld- und Kreditsystems
endet.

Zusätzlich Kreditvergabe heizt den Wettbewerb zwischen den Kreditnehmern untereinander
an und führt somit nicht zu Inflation sondern zu sinkenden Preisen der von den untereinander
im Wettbewerb stehenden Kreditnehmer angebotenen Güter/Leitungen.


11. Fehler:

Oder die Banken stoppen, bevor dieser Punkt erreicht ist, freiwillig
jegliche weitere Kreditexpansion und lösen damit die Krise aus.

Banken, die freiwillig auf die Vergabe von Krediten verzichten, gibt es nicht,
entweder besteht eine unfreiwillige mangelnde Solvenz seitens der Bank oder eine unfreiwillig
mangelnde Solvenz seitens des Kreditsuchenden.


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