Weil Du es offenbar nicht böse meinst....
Die 0,1 Prozent sind mit dem jetzigen System (das ich beschrieb) gut
bedient. Von der Richtung her spielt ihnen die libertäre Lehre in der
Reinform (nix Ron Paul, wie beschrieben), also im Sinne von Bürgerrechte
abbauen, Wasser, Infrastruktur, Bildung verkaufen etc. aber in die Hände.
Ok, also dann hast Du Ron Paul offenbar doch nicht so ganz verstanden, weil er z.B. das US-Bildungsministerium abschaffen will.
Aber nochmal: wenn denen die "libertäre Lehre in der Reinform" in die Hände spielen würde, wäre es sinnvoll gewesen Ron Paul zu unterstützen, weil kein anderer Kandidat auch nur annähernd in diese Richtung geht.
Besagte 0,1-Prozent stellen sich nicht hin und sagen, die seien
"Anarchokapitalisten". Das sind vielmehr NWOler.
Was das bedeutet schimmert manchmal durch.
Ja was denn nun??? Bitte glaube mir einfach (oder lies selber nach), dass das ein Widerspruch ist. Du kannst nicht "die libertäre Lehre in der Reinform" herbeisehnen und gleichzeitig auf einen korporatistischen Weltstaat hinarbeiten.
Du hast gewisse Feindbilder ("NWO", "Konzerne" etc) und wirfst deswegen alles in einen Topf.
Ich sitze da und lese Deine Ergüsse, die mir dann deswegen als schwadronieren erscheinen, weil es völlig an der Sache vorbeigeht.
Du bist aber so überzeugt, dass Du weisst wovon Du redest, dass Du irgendwie garnicht wahrnimmst, was ich Dir sagen will. Dann verliere ich die Geduld, was mir dann hinterher Leid tut, weil Du ja an sich ein sympathischer Mensch zu sein scheinst und es ja offenbar nicht böse meinst, sondern (meine Vermutung), vielleicht von jugendlicher Hybris beseelt bist.
David Rockefeller:
"Manche glauben gar, wir seien Teil einer geheimen Kabale, die entgegen
den besten Interessen der USA arbeitet, charakterisieren mich und meine
Familie als “Internationalisten†und Verschwörer, die gemeinsam mit
anderen weltweit eine integriertere globale politische und wirtschaftliche
Struktur schaffen - eine Welt, wenn Sie so wollen. Wenn das die Anklage
ist, dann bin ich schuldig, und ich bin stolz darauf." (Autobiographie,
"Memoiren", 2006)
Ja, kenne ich, das Zitat ist tatsächlich authentisch. Das hat mit Libertarismus aber nicht das geringste zu tun und wird von Libertären kritisiert.
Lies Dir doch mal diesen Essay von Murray Rothbard durch. Er ist sozusagen der Säulenheilige des Libertarismus:
Wall Street, Banks, and American Foreign Policy
https://www.lewrockwell.com/1970/01/murray-n-rothbard/wall-street-wars/
Libertäre sagen kurz gesagt, dass "Konzerne" und "Staat" unter einer Decke stecken und Konzerne nur dann gefährlich werden können, wenn sie die staatliche Macht kaufen können, was sie ja ständig tun. Deswegen wollen sie dem Staat die Macht nehmen, die Konzerne kaufen könnten, während Du offenbar eher der Meinung bist, dass einfach nur "die richtigen" Politiker gewählt werden müssten. Tja, "Vote harder".
Man kann ja Libertarismus blödsinnig finden (wie die meisten hier im Forum meines Wissens), aber Du unterstellst seinen Vertretern Dinge, für die sie garnicht stehen, wie zB eben jene NWO. Nur darum geht es mir.
Klar sollte aber sein, dass das NWO-Machtvehikel eine Verschmelzung von
einem zu schaffenden Weltstaat und der Konzernwirtschaft ist. Das heißt
Nationalstaat abbauen, die bestehenden Machtstrukturen (wie anhand der
US-Oligarchie beschrieben) festigen und ausbauen.
Ja, hat aber "leider" nix mit Libertarismus zu tun. Das ist - zum x-ten Mal - das, was Libertäre als Korporatismus oder Crony Capitalism angreifen.
Edit: zum Thema "Nationalstaat": ein (minarchistischer) Libertärer verteidigt den Nationalstaat eigentlich nur, weil er das kleinere Übel gegenüber einen Supra-Nationalstaat darstellt.
Nur so lässt sich Geopolitik verstehen, auch in Hinblick auf das
westliche Machtimperium und die BRICS-Staaten. Ein Stück weit reichen da
Begriffe wie "Anarchokapitalist" nicht mehr aus. Du musst Dich vielmehr
fragen: Was fördert den Einfluss dieser oder jener Interessengruppe.
Ich behaupte ja nicht mal, dass sich da alle in "der Elite" einig sind.
Höchstens in der Marschrichtung. Und dazu war eben das Macroanalystenvid
gut.
Ja, wie gesagt, "blablabla"..."Ich muss mich vielmehr fragen...". Aha. Soso. Warum denn, wenn es völlig am Thema vorbeigeht?
Jetzt weichst Du das ganze nur noch weiter auf. Jetzt reicht also auch der Begriff "Anarchokapitalist" nicht mehr aus. Soso. Fakt bleibt, dass Libertarismus - ob Du ihn nun gut oder schlecht findest - diesen Interessengruppen überhaupt nicht in die Karte spielt und sie ihn auch nicht unterstützen.
Der einzige mir bekannte selbsterklärte libertäre "Elitist" (weil z.B. Bilderberger) ist Peter Thiel, wobei ich dessen libertäre Positionen nicht kenne. Vielleicht ist der so "libertär" wie Alan Greenspan oder so demokratisch wie die DDR. Leider gibt es auch viele Schönwetter-Liberale, z.B. in der Finanzindustrie. Die reden gerne von Markt, wenn`s gut läuft und lassen sich dann vom Staat retten, wenn`s schiefläuft. Diese Figuren bringen dann auch Begriffe wie "Kapitalismus" in Mißkredit und sind für Libertäre rote Tücher, während Du sie zu Glaubensbrüdern erklärst.
Du kannst auch nicht einfach behaupten, dass sie es vielleicht heimlich undercover betreiben, nur weil dir dieser Macroanalyst den Floh ins Ohr gesetzt hat, dass die Elite Libertarismus anstrebt. Du kannst es von mir aus vermuten, aber es gibt nunmal keinerlei Indizien dafür. Und nein, Du hast keine geliefert, siehe oben.
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“We are on strike against the dogma that the pursuit of one’s happiness is evil. We are on strike against the doctrine that life is guilt." John Galt
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