Legitime und illegitime Grenzen
Warum? Aus libertärer Sicht sollte man Reisende nicht aufhalten, egal
in
welcher Richtung. Nur aus Sicht der Organisierten Gewalt (Staat), der
das
'Recht' setzt, ist unbewilligte Ein- oder Ausreise ein Verbrechen, also
je
nach Gusto der Staatsgewalt. Aus libertärer Sicht ist sowohl ein
Ausreise-
wie ein Einreiseverbot das tatsächliche Verbrechen, und zwar kein
geringes.
Es ist aus meiner Sicht nicht egal, in welche Richtung die Reise geht. Ich
kann Dich z.B. aus meiner Sicht durchaus legitimerweise davon abhalten mein
Haus zu betreten, aber nicht es wieder zu verlassen.
In der libertären Utopie gibt es ja nur Privateigentum (geht ja auch mit
Millionen Eigentümern, siehe eine AG).
Ja, Staatsgrenzen sind nach meinem libertären Verständnis etwas, was es gar nicht geben darf, etwas kriminelles, per organisierter Gewalt erzwungenes, willkürliches (Kürwille).
Es gibt nach meinem Verständnis keine legitimen Staatsgrenzen, weil bereits der Staat nichts Legitimes ist.
Wie ist das denn in Deiner Vorstellung? Darf Deine Kommune niemanden
abweisen?
Eine Gemeinschaft ist das moralische Gegenstück zur Gesellschaft. Wesenwille statt Kürwille (Willkür). Gemeinschaftsgrenzen sind vom moralischen und natürlichen Standpunkt aus legitim; Staatsgrenzen sind nur vom machtpolitischen, widernatürlichen und amoralischen Standpunkt aus legitim:
Für Oppenheimer ist der Staat „seiner Entstehung nach ganz und seinem Wesen nach auf seinen ersten Daseinsstufen fast ganz eine gesellschaftliche Einrichtung, die von einer siegreichen Menschengruppe einer besiegten Menschengruppe aufgezwungen wurde mit dem einzigen Zwecke, die Herrschaft der ersten über die letzte zu regeln und gegen innere Aufstände und äußere Angriffe zu sichern. Und die Herrschaft hatte keinerlei andere Endabsicht als die ökonomische Ausbeutung der Besiegten durch die Sieger.“
https://de.wikipedia.org/wiki/Legitimit%C3%A4t#Theorien_zur_Legitimit.C3.A4t_von_Staat_...
Und seither herrscht dieses illegitime Prinzip.
In der Frage sind - wenn meine Facebook-Timeline ein Indikator ist - die
Libertären übrigens heillos zerstritten, also "open borders" vs. "closed
borders". Letztere argumentieren aber eher so, dass man nicht gleichzeitig
einen Sozialstaat haben kann, der nunmal auch von Leute finanziert wird,
die das nicht wollen, UND offene Grenzen, deren Übertritt ja
Leistungsansprüche nach sich zieht. Ich weiss nicht, wie ich mich da
positionieren soll.
Grundsätzlich kann man als Libertärer vom Staat und von Politikern eigentlich gar nichts fordern, ausser, dass er sich einfach überall vom Acker macht, also weder Grenzen zieht noch Sozialtransfers erzwingt.
Grüsse, Zara