Na gut, wie soll es denn dann gehen?
Lieber Beo2,
wenn es sowohl in D als auch in FR ganz falsch war?
Ich verweise aktuell auf Frankreich, wo trotz Arbeitszeitverkürzung die
Arbeitslosigkeit nur gestiegen ist
Wir haben es hier mit multikausalen Phänomenen zu tun, die einer
sorgfältigen Analyse bedürfen. Hier sind verschiedene Ursachen mit
gegenläufigen Effekten wirksam. Wenn die Arbeitslosigkeit in FR gestiegen
ist, wird es gewiss Ursachen haben, die nicht in der Arbeitszeitverkürzung
lagen.
Und, es kann viel besser und konsequenter gemacht werden, als es die
Franzosen machen oder gemacht haben.
Gut, kannst du mir mal sagen, wie?
In welchen Branchen, welche Verkürzung, wie den Lohn anpassen?
Mich interessieren folgende Berufsbilder mal besonders:
Krankenschwestern,
Pflegekräfte,
Ärzte,
Piloten,
Handwerker,
Lokführer,
Lehrer,
Polizisten,
Software-Entwickler,
Ingenieure,
Verkäufer Einzelhandel+Großhandel
Je konkreter du wirst, wie es gehen soll, desto besser kann ich dich verstehen.
Denn wie du es drehst und wendest. Nach jeder Form von
Arbeitszeitverkürzung fehlt Geld, was in der Folge die Nachfrage weiter
senkt und damit die Arbeitslosigkeit weiter steigert. Es ist Rechnen, nicht
einmal Mathematik, einfaches Rechnen.Das ist Unsinn. In jeder VoWi kann soviel Geld erzeugt und bereitgestellt
werden, wie benötigt .. ganz egal, wie die Arbeitszeit geregelt ist.
An Fiat Money kann es prinzipiell nicht mangeln; und auch nicht an
Kreditsicherheiten, wenn es nur sichere Arbeitsplätze und Einkommen gibt,
die als Kreditbesicherung dienen können (bei Unternehmen bzw.
Konsumenten).
Ja, wenn die potentiellen Schuldner sich auch wirklich verschulden. Dazu müssen sie sicher sein, künftig tilgen zu können. Und die Unsicherheit von (weiteren) zukünftigen Arbeitszeitverkürzungen (vielleicht dann einmal ohne Lohnausgleich) sind da definitiv ein bremsender Faktor.
Seit Ende der 70er fand in DE gar keine statt .. es sei denn eine
starke Deregulierung ("Flexibilisierung" genannt) und Ausweitung.
Da liegst du nicht richtig. Die Metallindustrie hat nach den Streiks
1984 die Arbeitszeit auf 37,5 Stunden reduziert und es gab durchaus weitere
Arbeitszeitverkürzungen.
Nur selbst in den wirtschaftlich stärksten Bereichen, der Industrie hat
es kaum Effekte außer Arbeitsverdichtung gegeben.
Ja, aber wie es in den wirtschaftlich schwachen zu verkraften sein soll, wenn die Kosten mal um 20 Prozent steigen, die Umsätze aber gleich bleiben, wirst du mir sicher erklären.
Es reicht nicht, wenn es nur in EINer Branche Arbeitszeitverkürzung gibt
.. und anderswo eine Verlängerung. Das ist einfache Mathematik. Gerade
auch der Arbeitsverdichtung muss Rechnung getragen werden, denn sie führt
ja zum Anstieg der Arbeitsproduktivität.
Und dass es kaum Effekte hatte, ist einfach eine unbewiesene Behauptung.
Wie gesagt, wir haben es hier mit multikausalen Vorgängen, mit teilweise
gegenläufigen Effekten, zu tun. Eine ganze Reihe an Maßnahmen sind hier
Not'wendig.
Heute ist die durchschnittliche Arbeitszeit länger als damals, und
für die Unternehmen eher real billiger, trotz mehrfach gestiegener
Arbeitsproduktivität. DAS kann ganz bestimmt nicht lange funktionieren!
Ich habe dir doch versucht zu erklären, dass dies immer so sein muss,
weil der Machthalter (Staat) ständig mehr abpressen muss. In der Folge
muss mehr produziert werden also die Produktivität gesteigert werden.Nein, es muss nicht "immer so sein". Dir fehlt einfach Sachverstand und
Vorstellungskraft. Dafür bist Du umso mehr zugekleistert mit den üblichen
Vorurteilen.
Klär mich auf, ich bin lernbereit. Aber pass auf, ich kann rechnen und verstehe etwas von Betriebsführung und sogar von den volkswirtschaftlichen Grundlagen meine ich einiges verstanden zu haben.
Die Gewinne bei den wenigen großen Unternehmen konnten zwar durch dies
Maßnahmen gesteigert werden, aber überwiegend auf Kosten der Zulieferer,
die ihre Kosten um so stärker senken mussten. Auch hier eine Folge von
Macht, Marktmacht.Auch Marktmacht kann man beschneiden oder besser verteilen .. wie jede Art
von Macht. Dies alles ist machbar, da es ja Menschenwerk ist.
Ja, aber leider sind wir alle auf die funktionierenden Konzerne angewiesen, die wir haben. In D sieht es mit vielen gut aufgestellten Mittelständlern ja noch ganz gut aus. Trotzdem können wir auf die Autokonzerne, als Beispiel, nicht verzichten. Der Ausfall an Steuern und Arbeitseinkommen, auch bei den Zulieferern wäre viel zu hoch.
Die Konzentration, das Wachsen - ohne Ende bis zum Ende, ist eben genau
nicht aufzuhalten.
Ja, in DIESEM System. Es hat deshalb keine lange Lebenszeit.
Da sind wir einer Meinung, nur du behauptest ja Auswege aus der Kurzlebigkeit zu kennen. Es wäre schön, wenn du die uns konkreter mitteilen würdest.
Grüße
Morpheus
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Wir - für die unbeschränkbare Freiheit.