Gastfreundschaft

Rybezahl, Montag, 13.07.2015, 14:50 (vor 3842 Tagen) @ Mephistopheles4855 Views
bearbeitet von unbekannt, Montag, 13.07.2015, 15:02

Aber das Problem, das hier angesprochen wird, wird wahrscheinlich -
besonders im Dienstleistungssektor - die nähere Zukunft domnieren.

Was ist, wenn es keinen Finanzkollaps gibt, das Vermögen (weitgehend)
erhalten bleibt, aber niemand, der die Fähigkeiten hat, mehr Lust hat,
seine Fähigkeiten einzubringen, und die gerne würden, es nicht können?

In der Industrie ist das weniger schlimm, weil da kann man immer noch
rationalisieren, aber was passiert mit der Pflege, wenn keiner mehr Lust
hat, zu pflegen? Oder wenn die Bestausgebildeten nach etwa 10 Jahren die
Lust verlässt?
Ebenso Gastronomie, Sozialberufe, Kassiererin und - vor allem -
Handwerksberufe?

Da hilft dann auch kein Geld mehr.

Dies ist ein weiterer Punkt, der unsere Einwanderungspolitik begründet. Abgesehen von der Vergreisung der Bevölkerung sind billige Arbeitskräfte notwendig, um die allgemeine Verarmung der Bevölkerung zu verlangsamen.
Auf den ersten Blick verschlechtert das die Situation außerhalb unseres Wirtschaftsraumes. Geht man mit Heinsohn (Söhne und Weltmacht), lässt sich hierbei jedoch auch eine Umverteilung erkennen: Ein zu viel an Bevökerung in wirtschaftliche schwachen Ländern verteilt sich auf wirtschaflich starke Länder mit einem zu wenig an Bevölkerung.
Da bahnen sich also stressige Verhältnisse an: mensch hat zwei, drei kleine "Jobs", mit denen "man noch über die Runden kommt".

Das allgemeine Anwachsen der Staatschulden hat auf der Gegenseite ein allgemeines Anwachsen der Forderungen zur Folge. Offenbar aber verteilt sich das Guthaben nicht gleichmäßig, sondern kulminiert in (relativ zur Weltbevökerung) immer weniger Geldtöpfen.

Es gibt nun entweder die Möglichkeit, dass die Verarmung der Bevölkerung in einer Weise voranschreitet, dass der innere Druck so hoch wird, dass es zu Bürgerkriegen kommt, was potentiell den Kollaps des Kreditsystems zur Folge hat. Das hängt davon ab, ob die allgemeine Verelendung weit genug fortgeschritten ist, oder es nur zu kleineren, lokalen Forderungsvernichtungen kommt. Aber selbst im zweiten Fall - im globalisierten Markt wird es nach so einen "Event" immer schwerer für ein einzelnes Land, wieder "auf die Beine" (O-Ton Tsipras) zu kommen, wenn es nicht besonders viel zu bieten hat.

Oder es wird der Weg des totalen Sozialismus beschritten, in der Form, dass die "Superreichen" etwa Fonds einrichten, gemeinnützigen Stiftungen spenden o.ä., die dann einen gewissen Lebensstandard ermöglichen, der die Auflehnung der Massen verhindert. Ich würde das nicht ausschließen, wenn man bedenkt, welche Mengen Nahrung ein einzelner Bauer heute produzieren kann - halte diese Möglichkeit aber doch für eher unwahrscheinlich.

Daneben mögen noch Naturereignisse oder außerirdische Einflüsse (@Taurec) denkbar sein, die das System zum Einsturz bringen.
Die letzte Grenze liegt meiner Meinung nach im Moment in der Ausschöpfung der Ressourcen der Erde.

--
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.


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