Welches Volk hat seine eigene Kultur je grundsätzlich in Frage gestellt?

Nonpopulo, Montag, 13.07.2015, 20:59 (vor 3841 Tagen) @ Taurec4460 Views
bearbeitet von unbekannt, Montag, 13.07.2015, 21:03

Hallo Taurec,

> Einerseits zöge Verweigerung bald das persönliche Verhungern nach sich,
[quote]andererseits hält die Mehrheit ihre Tätigkeit wohl für sinnvoll und
glaubt, daß die moderne Welt in ihren Grundfesten in Ordnung wäre, auch
wenn es sich in beiden Fällen nur um die Auflösung empfunderer
"kognitiver Dissonanz" handelt. Wir befinden uns im Banne einer "totalen
Mobilmachung", der sich die wenigsten entziehen können. In der Regel wird
die Zivilisation in ihrer Gesamtheit nicht in Frage gestellt.
[/quote]

Wann und von welchem Volk wurde die eigene Kultur oder Zivilisation je grundsätzlich in Frage gestellt? ME ist das unvorstellbar und wäre widernatürlich, da ja damit die auf eben dieser Kultur beruhenden geistigen Kraft in Frage gestellt werden müsste. Die Dissoziation der eigenen Kultur ist ein psychologisches Muster, das Einzelne entwickeln - aber aber ein ganzes Volk? Selbst Rebellionen sind ja immer nur auf Verbesserungen ausgerichtet und nicht auf einen Kultur- oder Systemkollaps, um etwas komplett neues zu erschaffen.

Sofern einem
[quote]überhaupt dämmert, daß etwas nicht stimmt, kritisiert man einzelne
Aspekte, die einem gerade ins Auge fallen, z. B. die Demokratie, die
irgendwie auf Abwege gekommen zu sein scheint, wenn man sie mit dem
verankerten, halbbewußt geglaubten Idealbild vergleicht. Sie müsste nur
repariert werden, indem man wahre Demokraten an die Macht wählt, dann
würde alles besser werden.
[/quote]

Das war doch noch nie anders und deshalb finde ich es obsolet, es nun alleinig der modernen Welt anzukreiden.

Oder man vermeint den Zins als Grundübel zu
[quote]erkennen und konstruiert eine Reihe glücklich machender, alternativer
Währungssysteme. Oder man macht die Umweltzerstörung, die Großkonzerne,
Massenzuwanderung, Geburtenschwund, Dekadenz oder diverse Verschwörungen
verantwortlich. Jeder hat seine eigene Ahnung, wo der Fehler verborgen
liegt. All diesen Ansätzen ist gemein, daß sie die Gesamtheit der
modernen Welt und ihre geistigen Grundlagen nicht in Frage stellen. Dem
Menschen würde ansonsten dämmern, daß auch er selbst auf einem falschen
Fundament steht, daß auch er keine Lösung bereit hat, denn die Lösung
bestünde darin, sich selbst abzuschaffen.
[/quote]

Was wäre dann das richtige Fundament? Eine Monarchie? Mag ja romantisch klingen, aber leider sah die Realität in monarchistischen Zeiten ganz anders aus: Die Könige und die Herrschenden waren im Durchschnitt dekadenter, intriganter und geldgeiler als jeder durchschnittliche moderne Politiker, das einfache Volk dümmer und leichter zu manipulieren als noch der einfältigste RTL2-Konsument.

Nicht zuletzt würde jede
[quote]ernsthafte Änderung zwangsläufig den Tod von Milliarden Menschen nach
sich ziehen, deren Überleben von der derzeitigen Wirtschaftsweise
abhängt. Daher wird die Welt in ihrer augenblicklichen Gestalt für
richtig gehalten, während man an zu reformierenden Einzelaspekten
herummäkelt und ansonsten seinen täglichen Verrichtungen nachgeht.
Das Ganze läuft weiter, bis dem Ameisenhaufen entweder die Ressourcen
ausgehen oder er von außen abgefackelt wird.
[/quote]

Wieder erkenne ich keinen Unterschied zu allen Gesellschaften, die seit der Entstehung der Kultur bestanden haben. Es scheint mir einfach der normale Gang des Kultur- bzw. Zivilisationsmenschen zu sein. Aber ich lasse mich gerne eines Besseren belehren.

Beste Grüsse Nonpopulo

--
Mich widern alle Ideologien an, egal ob sie von links oder rechts kommen, sie ignorieren die Natur des Menschen. (Claude Cueni, Script Avenue)

Blue Moon Baby


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