Schwarm, Organismus, Schwarmorganismus

Kurt, Freitag, 23.09.2016, 20:26 (vor 3412 Tagen) @ Beo23688 Views

Organismus ist mehr als nur ein Schwarm.

Darum geht es, Thema erfasst.

Ein Schwarm ist immer ein Organismus und umgekehrt, und daher ist die menschliche Gesellschaft, die ja unstreitig ein Organismus ist, auch ein Schwarm.

Bitte vollständig zitieren. Obiges Zitat im Kontext lautet:

Man könnte nun über die Aussage streiten, und das ist eigentlich auch der Hintergrund des Schwarm-Streits, der hier häufig geführt wird: Ein Schwarm ist immer ein Organismus und umgekehrt, und daher ist die menschliche Gesellschaft, die ja unstreitig ein Organismus ist, auch ein Schwarm.

Ohne den einleitenden Satz sieht es aus, als hätte ich behauptet: "Ein Schwarm ist immer ein Organismus und umgekehrt". Das Gegenteil ist natürlich der Fall, da diese Aussage ja gerade das diskutierte Streit-Postulat ist.

Schwarm (z.B. Fisch-, Vogelschwarm, Büffel-, Antilopenherde u.ä.) und Organismus (z.B. Ameisen-/Termitenstaat, Menschenstaat) weisen extrem unterschiedlichen Organisationsgrad auf.

Ja. Wobei "Ameisen-/Termitenstaat, Menschenstaat" beides sind: Schwarm und verteilter Organismus, von daher: Schwarmorganismus.

Insofern kann mensch sagen, dass jeder Organismus zwar auch ein Schwarm ist,

Eben nicht. Ein verteilter Organismus (Ameisenhaufen etc.) ist ein Schwarm, aber nicht ein lokalisierter Organismus (Mensch etc.).

aber ein Schwarm nicht unbedingt auch ein Organismus

Ja. Wie ich im Vorpost schrub:

Nun kommt hinzu, dass einige Tierschwärme oder Tierstaaten ebenfalls als (autopoietische) Organismen aufgefasst werden können.

Die Individuen/Zellen in einem Organismus weisen unterschiedliche (soziale) Funktionen oder Rollen auf, d.h. verschiedene Spezialisierungen, welche dem Gesamtorganismus jeweils anders dienen und zu komplexerer Adaptations-/Leistungsfähigkeit verhelfen sollen .. neben der Wahrnehmung auch eigener/egoistischer Interessen der einzelnen Individuen natürlich.

Dito bei den Organen eines Schwarmorganismus.

Schwarm mag ein passender Oberbegriff für größere, relativ dauerhafte und dichte Ansammlungen von Individuen gleicher Art sein, wo jedoch "Organismus" (= Organ'isation, Organ'bildung) ein besonderer, höher entwickelter Spezialfall eines Schwarms wäre.

Ja.

Allenfalls könnte man den Begriff "Schwarmorganismus" prägen und zukünftig verwenden, wenn von einem verteilten Organismus wie der menschlichen Gesellschaft oder einem Ameisenhaufen die Rede ist, im Gegensatz zu einem lokalisierten Organismus wie z.B. dem menschlichen Körper.

Nein, das ignoriert wesentliche Unterschiede zwischen einem "Nur-Schwarm" und einem echten, komplexen Organismus, welches immer zahlreiche Spezialisierungen einzelner Individuengruppen (d.h. Organe) aufweist.

Das ignoriert diese Unterschiede natürlich gerade nicht, sondern dient umgekehrt der Überwindung des unscharfen Begriffs
● "Schwarm ≠ Organismus"
anhand der Präzisierung
● "[verteilter] Schwarmorganismus ≙ [lokalisierter] Organismus".

In der menschlichen Gesellschaft sind es z.B. Arbeiter, Wissenschaftler, Politiker, Händler, Polizisten, Soldaten, Richter usw. usf.. Sie bilden jeweils "Organe" der menschlichen Gesellschaft.

Dito bei einem Schwarmorganismus mit seinen Organen.

Wie auch immer, wenn Zara vom "Schwarm" schreibt, so ist das meines Erachtens schlicht eine Kurzform für "Verteilter autopoietischer Organismus" -- und mit diesem Begriff im Hintergrund sollte man die diesbezüglichen Postings auch lesen.

Einspruch! .. ein solch undifferenziertes Mischmasch kann der Realität wissenschaftlich nicht gerecht werden.

Abgelehnt. Die gedankliche Hinterlegung der Begriffe "Verteilter autopoietischer Organismus" bzw. "Schwarmorganismus" hinter den Vorkommen des Begriffs "Schwarm" in Zara's Postings führt natürlich gerade nicht zu einem Mischmasch, sondern dient umgekehrt der Überwindung des bisherigen Mischmaschs um den unscharfen Begriff
● "Schwarm ≠ Organismus",
indem dieser präzisiert wird als
● "Schwarmorganismus ≙ lokalisierter Organismus".

MfG
Kurt

--
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