Das ist eine Illusion
Lieber Zara,
Deine Illusion hält sich hartnäckig, denn es ist die Wirtschaft, die das
Geld erwirtschaftet (schöpft) und es ist ebenso die Wirtschaft, die die
Regierung regiert.
Auch deine Illusion hält sich hartnäckig, denn in unserer Welt zwangen ab einem bestimmten historischen Zeitpunkt weltweit, und zwingen bis heute und zukünftig starke menschliche Machtstrukturen die schwächeren Strukturen mittels Anwendung und/oder Androhung bewaffneter Gewalt zu Hergabe (Raub/Mord) oder Tribut/Abgabe (Androhung von Raub/Mord) nach außen/innen und damit zum wirtschaften, abgedeckt und überspannt durch selbst geschaffenes Recht und/oder Religion.
Sie bilden Zentralinstanzen und Machtkreisläufe.
Das sind geschlossene und inzwischen ausgesprochen stabile Systeme mit vielen Redundanzen, die nur noch durch einen globalen Zusammenbruch verschwinden können.
Löse dich von der Vorstellung, dass eine Zentralinstanz einen zentralen Ort oder Personenkreis auf dem Globus darstellt. Sie ist ein zwanghaft strukturierendes, alles menschliche durchdringendes Prinzip und kein Haufen von Psychopathen.
Alle Menschen, die durch das Vorhandensein ihrer Nächsten und das eigene Anhaften (UpÄdÄna) im System erpressbar sind und sich murrend oder freudig integrieren lassen, tragen ein mehr oder weniger großes Stück Zentralinstanz mit herum und machen die ZI dadurch unangreifbar und allgegenwärtig.
Sie treibt das dissipative System Menschheit in den Zustand immer höherer Komplexität, immer geringerer Entropie, immer stärkerer Strukturierung und Erstarrung, weg vom flexiblen Lebendigen der Stämme, hin zur Starrheit des Staates, zur Simulation von Leben, zur Verschmelzung mit Maschinen (ich habe kein Handy, sehe aber kaum noch Menschen ohne diese Schnittstelle zwischen zwei Welten).
Von der organisierten bewaffneten Gewalt (mächtig/potent/vermögend) werden allen Bewohnern eines definierten, begrenzten Gebietes, die sich dieser Macht nicht entziehen können/wollen, zum Termin gesetzte sanktionsbewehrte Abgabeschulden aufgezwungen - zu tilgen in GELD (durch die Macht akzeptierte umlauffähig gemachte, besicherte Verschuldung, die in Paritäten zu allen anderen Waren und Leistungen einer Wirtschaft gesetzt wird).
Jeder im Zeitablauf immer wieder neu verschuldete Wirtschaftsteilnehmer bemüht sich im Wirtschaftsprozess rechtzeitig zum jeweiligen Termin Nachschuldner zu stellen, die einspringen müssen im Rahmen der Gesetzmäßigkeiten der Eigentumsökonomik.
So bemüht sich jeder mehr oder weniger erfolgreich sein von der Macht gewährtes, garantiertes und geschütztes Eigentum auf Kosten anderer zu verteidigen.
Wirtschaften = Schutzgelderpressung durch die Macht mit Weiterreichen der Schulden durch die Erpressten in endlosen Ketten von einer exponentiell wachsenden Anzahl notwendiger Nachschuldner bis zum Zusammenbruch.
Die Wirtschaftsteilnehmer haben keine systemische Macht und die Macht wirtschaftet nicht.
"Der Wert des Geldes entsteht einzig und allein dadurch, dass man es haben muss, da es gesollt wird. Es muss auf die Schuld geblickt werden, denn da rührt der Geld- bzw. Machtkreislauf schließlich her. Der Wert des Geldes wird durch Schulden begründet, die da auf Geld lauten (Abgaben-/Steuerschulden). Würde niemand Geld als Abgabe (ex nihilo!) schulden, würde es nicht durch ein übergespanntes Macht- und Herrschaftssystem standardisiert werden und vor der Fälschbarkeit bewahrt werden (Währungssystem, Target, Banknotenumlauf etc.), würde es auch niemand akzeptieren. Der Gedanke an "Geld des Geldes, der Freude wegen" erübrigt sich, wenn man begriffen hat, dass jeder Wirtschafts- bzw. Handelsraum, in dem Geld erst Sinn (Wert) entfaltet (aber nicht begründet), durch formlose Machtstrukturen (Vergewaltigungen!), nach gewaltsamer Unterdrückung und formeller Herrschaft (Ich bin euer König und ihr seit nun meine Kinder!) entstanden ist. Dieser Überbau wird nur zu gerne ausgeklammert."
@Ashitaka
Die Regierenden sind nur Delegierte der Wirtschaftsmacht.
Die Regierungsvertreter vertreten im überspannenden Macht- und Herrschaftssystem vorrangig die eigenen Interessen und nachrangig die Erfordernisse der Machterhaltung der Zentralinstanz im Machtkreislauf.
Sie sind so irrelevant, dass sie örtlich und zeitlich teils oder ganz verschwinden oder die Legitimation verlieren können (Revolution, Putsch, Käuflichkeit, sich unabhängig erklärende Regionen, Menschengruppen oder einzelne Menschen).
Das berührt weder Zentralinstanz noch Machtkreislauf wesentlich.
Das habt ihr doch mit @dottore, @Kurt, @Ashitaka und all den anderen klugen Köpfen hier sehr gewinnbringend für Interessierte lange durchgekaut.
unnachahmlich und unanfechtbar:
"Der Debitismus ist ein Machtbastard.
Die Realität ist nicht Wirtschaften -> Geld, Preis und Zins -> Macht -> Abgaben -> weiter Wirtschaften.
Sondern: Macht -> Abgaben -> Geld -> Wirtschaften mit Geld und Preis und Zins."
@dottore
und dabei gilt:
"Jede Macht MUSS (konkret: ihre Machteinsatzmittel MÜSSEN) vorfinanziert sein!
Vorfinanzierung ist kein monetäres Phänomen."
@dottore
Liebe Grüße
Silke
PS. Dein Bild vom Organismus an Stelle des Schwarmbegriffes neulich ist viel gelungener für das autopoietische fraktale Subsystem „Menschheit“ im Lebewesen „Biosphäre“.
Er bildet auch gut das Institut der Zentralinstanz ab:
Keine einzelne Zelle,
Kein einzelnes Gewebe,
Kein einzelnes Organ,
Kein einzelner Mensch,
Keine einzelne Machtgruppierung…
…sondern die Summe der Beziehungen zwischen allen, „der ausreichende Wille zur Macht“.
„Man darf nicht den Willen zur Macht mit der Macht verwechseln. Die Masse ist ohnmächtig, hat deshalb den Willen zur Macht. Die Macht ist die Konzentration eines ausreichenden Willens.
Du siehst Macht dort, wo keine ist, wo sie nie sein kann. Die Masse bietet nur den Willen, die Willenskraft. Sie konzentriert damit die Macht, hat aber keine Macht.
Die Macht liegt nicht bei der Masse sondern in der Willensverwirklichung. Die Macht ist eine Übereinkunft des Willens der Massen, ob freiwillig, oder nicht freiwillig. Die Illusion, der Mißbrauch des Vertrauens durch die Charismatiker fesselt die Massen, hält sie gefangen in einer Simulation des freien Willens.“
@Ashitaka