"Im engeren Sinn beschreibt der Debitismus ein Wirtschaftssystem, in dem die Produktion vorfinanziert ist.“

Silke, Dienstag, 09.02.2016, 11:46 (vor 3652 Tagen) @ Amos3033 Views
bearbeitet von Silke, Dienstag, 09.02.2016, 12:35

@pigbonds

Lieber Amos,

und da gilt:
"Debitismus ist eine Variante des zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik"
@Kurt,@Zara
gilt auch:
"Im weitesten Sinne beschreibt der Debitismus, dass alles Geschaffene vorfinanziert ist.“
Also auch Du und ich.
q.e.d.

„Jede Macht MUSS (konkret: ihre Machteinsatzmittel MÜSSEN) vorfinanziert sein!“
„Vorfinanzierung ist kein monetäres Phänomen.“

@dottore

mich stört immer wieder Dein, (oder hast Du das einfach von jemand
übernommen)
"Vorfinanzieren"

Ja, habe ich übernommen, von den Debitisten hier. [[top]]

Es haben ja schon einige versucht zu erklären, warum ihrer Meinung nach
diese Begrifflichkeit in Deinem Kontext nicht richtig ist.

Ich bin halt störrisch.

Jetzt auch noch ein Versuch von mir, obwohl ich mir sicher bin, dass er
Dich nicht umstimmen wird.

Eine Vorfinanzierung ist m.E. in unserem Lebensumfeld nicht notwendig.
Als der Planet noch ziemlich leer war, hat diese Vorfinanzierung die Natur
für uns übernommen und den Tisch reich gedeckt!

Ehrlich gesagt...selbst der Planet ist vorfinanziert, da ist viel Energie umgewandelt worden, bevor die Erde das Leben aufblühen lies...das führt jetzt aber zu weit.
Du und ich sind aber auf jeden Fall vorfinanziert und betreiben diese Vorfinanzierung erstaunlicherweise noch heute.
Den Augenblick nach Jetzt muss ich Davor vorfinanziert haben, sonst wird es für mich kein Danach mehr geben.
Und so "vorfinanzieren" wir uns ununterbrochen mehr schlecht als recht durch das Leben, denn wehe ich versage im Davor - dann folgt im Danach mein Bankrott. Deshalb ist der Mensch natürlich als über Zeit und Raum verteiltes Hordenwesen konzipiert um die ständig nötige Vorfinanzierungzu überhaupt puffern zu können.
Bis ich mein erstes Futter selbst erwirtschaftet hatte (sammeln von Walderdbeeren mit Opa zusammen) wurde sehr, sehr viel Kredit gegeben, in mich investiert - ich wurde von meiner Familie und der Gesellschaft vorfinanziert.

Wenn du dich gleich nach der Geburt (oder sogar schon im Mutterbauch) selbst versorgt hast, mag das Vorfinanzierungsphänomen für dich nicht zugetroffen haben...[[zwinker]]

Der Mensch braucht sich nur zu bedienen und die Regale zu leeren.

Macht er ja auch - er leert die Regale.
Blöd nur, dass sie zu langsam wieder aufgefüllt werden von der Sonne und den anderen Lebewesen in ihren Nahrungsketten.
Das kann nicht gut gehen.

Ich möchte sogar behaupten, die fossilen Brennstoffe eines Planeten
stellen den natürlichen Regulator im Kohlenstoff-Regelkreis dar.

Schwankungen im Kohlenstoffkreislauf bescherten uns Eiszeiten und Warmzeiten.
Er greift tief in andere Kreisläufe ein.
Pfuschen wird damit herum, werden wir auch das fragile Gleichgewicht zerstört bekommen.

Der
Mensch kann sie innerhalb von 300 Jahren verfeuern, damit er es schön warm
hat und muss dann halt bis zum nächsten Versuch wieder ein paar Millionen
Jahre warten.

Schwer vorstellbar, wie die Menschheit die Klimaerwärmung überstehen soll wenn den Pflanzen zwar genug Kohlenstoff als Dioxid zur Verfügung gestellt wird, aber ein Treibhauseffekt wie beim größten Massenaussterben in die Gänge kommt.
Ein Trapp wie damals in Sibirien ist sicher ein sehr gewaltiges und langwieriges Ereignis (einige 100 Tsd Jahre) - aber Mrd. Menschen, Tendenz explosionsartig steigend (also die 2-Dollar Menschen die zusammen weniger Energie verbrauchen als die hochzivilisierte Welt) sind mit dem was sie anrichten umweltzerstörerisch auch sehr effektiv in Punkto Zerstörung der Biosphäre unterwegs.

Das sollte für unsere Nachkommen genug Zeit zum Nachdenken und Basteln
sein, ob man nicht auch mit weniger Energie leben kann.

Das ist aus meiner Sicht der einzige sinnvolle Denkansatz -> viel viel weniger Energie verbrauchen (nur Energie in der Größenordnung der Sonnenkonstante kommt täglich rein und muss täglich raus - klappt das nicht bekommen wir einen weltweiten Schneeball oder eine Planetenumspannende Wüste).
Der Rückbau widerspricht aber dem debitistischen Zwang der menschlichen Gesellschaft zur Nachschuldnerstellung um Vorfinanzierung der Vergangenheit wieder reinzuholen und die Urschulden im Jetzt bedienbar zu halten.
Es müsste ein gigantisches weltumspannendes Ausbuchen von angehäuften Schulden erfolgen.
Wir haben keine natürlichen Feinde, die unsere überschwengliche Eigenversorgung begrenzen (höchstens mal eine globale Pandemie wie die Pest oder die Ausrottung der Bevölkerung Südamerikas durch damals noch rein europäische Krankheitserreger). Aber selbst das würde uns vor überirdische Aufgaben stellen weil jeder tote Mensch soundsoviel m3 beste Treibhausgase generiert (H2S, CO2, Kadaverin, Putresin, Tyramin, NH4).

"Debitismus ist er herrlich gruselige Blick in den Abgrund!"
Lex Mercatoria
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=218306
"Der Debitismus liefert keinerlei Lösungsansätze.
Im Debitismus ist letztlich alles und jedes kollektive (auf Staaten basierende) Wirtschaften auf lange Sicht vergeblich."

Liebe Grüße
Silke

PS. Ja, ich weiß... Meckern und Jammern ist leichter als Lösungsansätze anbieten.
Aber @Lex hat wie @Zara u.A. die Lösung genannt.
Rückbau von Staaten.
Eine Utopie? - mag sein.
Kommt aber so oder so.

PPS. So genug geschwätzt. Ich muss wieder vorfinanzieren gehen...[[zwinker]]
Und wenn man so etwas sieht kann man schon mutlos und/oder verbittert werden...[[sauer]]


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