Wesel dazu: "Es ist costum, Gewohnheit, nicht Recht!"

Ashitaka, Mittwoch, 03.02.2016, 21:33 (vor 3656 Tagen) @ BillHicks3978 Views

Hallo Bill,

Recht scheint mit der Macht zu seiner Verwirklichung aufs engste
verbunden. Nur wenn gewohnheitsmäßig ohnehin sämtlichen Normen
ausnahmslos Folge geleistet wird, reichte schon die reine Macht der
Gewohnheit.

Recht und Macht werden erst auf das Subjekt bezogen eins. Subjektives Recht ist die Bemächtigung (= Befugnis). Die Berechtigung ist eben ein "dürfen", kein "können". Nur wer darf, der kann.

Gleich jedoch ob durch Befehl oder Vertrag entstanden muss das Ignorieren
eines Rechts für den durch das Recht Verpflichteten zu Konsequenzen
führen, sonst trüge das Recht den Namen zu Unrecht. D.h.
auch per privatem Vertrag etablierte Rechte müssen durch
Institutionen des öffentlichen Rechts im Zweifelsfall
durchsetzbar sein, sonst erhalten private Vertragsparteien aus dem
Abschluss des Vertrages keine Rechte, sondern etwas anderes. Die
bloße Macht der Gewohnheit allein, kann also Rechte nicht etablieren.

So ist es. Weswegen Wesel bereits 1979 fein brav niederschrieb: "Es ist costum, Gewohnheit, nicht Recht!". Die Ausgabe Kritische Justiz 1979 Heft 3 ab Seite 233 zur Entstehung von Recht in frühen Gesellschaften muss man gelesen haben. Wesel stellt dies in seinen Schriften immer wieder klar. Geht mit Dottores Erklärungen (Origin of War, Unterwerfung) alles konform.

http://www.kj.nomos.de/fileadmin/kj/doc/1979/19793Wesel_S_233.pdf

Wesels Gedanken sind die eines freien Geistes. Er bringt es auf den Punkt, geht in dem Text geradeaus auf die Notwendigkeit der "Gewalten einer Zentralinstanz" für Rechtsetzungen ein.

Herzlichst,

Ashitaka

--
Der Ursprung aller Macht ist das Wort. Das gesprochene Wort als
Quell jeglicher Ordnung. Wer das Wort neu ordnet, der versteht wie
die Welt im Innersten funktioniert.


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