Die 4. Dimension bei Verbrennungsvorgängen

Konstantin ⌂, Waldhessen, Samstag, 30.01.2016, 19:38 (vor 3662 Tagen) @ Mephistopheles9215 Views
bearbeitet von unbekannt, Samstag, 30.01.2016, 19:51

Hallo Mephistopheles,

in der kurzfristigen Betrachtung (Faktor Zeit = null) hast Du sicher hiermit recht:

Ich behaupte aber, dass es für die Temperatur der Flamme
physikalisch(!) völlig gleichgültig ist, ob diese abgestahlte
Energie jetzt die Glassscheibe trifft und den vor dieser sitzenden
Beobachter erwärmt, oder ob die Strahlung einen Schamottstein trifft und
diesen erwärmt.

Wenn jedoch der Faktor Zeit hinzukommt, ändert sich die Sachlage. Es geht um die Rückstrahlung der abgestrahlten Energie. Wie viel Energie kommt vom warm gewordenen Beobachter hinter der Scheibe zurück durch die Scheibe ans Feuer? Praktisch gar nichts. Wie viel Energie kommt jedoch vom heiß gewordenen Schamottestein zurück ans Feuer? Fast alles!

Der Vorgang der Verbrennung, also der exothermischen Kettenreaktion, braucht Zeit und Temperatur. Wenn man 100 % der Kohlenwasserstoffe/Kohlenhydrate in CO2 und Wasserdampf umwandeln wollte, dann braucht es sehr hohe Temperaturen und ausreichend Zeit. Je kürzer die Zeit und je niedriger die Temperatur, umso schlechter die Verbrennung. Nimm Wärme vom Feuer und der CO-Gehalt steigt und die Effizienz sinkt. Gebe dem Feuer Wärme und es sinkt der CO-Gehalt und die Effizienz steigt.

Neben Schamotteplatten gibt es auch Vermiculiteplatten. Die sind leichter und wärmedämmender, damit steigt die Temperatur schneller als bei Schamotteplatten. Deswegen sind viele Kaminöfen mittlerweile mit Vermiculite ausgebaut, um einigermaßen noch eine Zulassung zu bekommen...
Passend für den Debitismus gehen Vermiculiteplatten schneller kaputt...
Ideal wären Schamotteplatten am Feuer und diese gedämmt mit Vermiculite oder noch besser Promatplatten (noch höherer Dämmwert). Wenn man dem Feuer die Wärme lässt (und nicht durch ein Fenster abhauen lässt), dann kann man bei entsprechender Konstruktion leicht über 1000°C, ja sogar über 1200°C kommen. Die Holzflammen sollten mindestens einen Weg von 1 m in maximaler Temperatur haben, um komplett auszubrennen. Dann gibt es keinen Ruß im Ofen und Kamin, weil es keinen unverbrannten Kohlenstoff im Rauchgas mehr gibt.

NACH dieser Feuerstrecke kann und sollte die Wärme von 1200°C möglichst umgehend und vollständig in die Wohnung gelassen werden, allerdings in moderaten bzw. für Menschen passenden Temperaturen und Zeiträumen.

Dafür eignet sich Schamotte sehr gut: Es ist hitzefest bei 1200°C und darüber hinaus (je nach Material), es hat eine schlechte Wärmeleitung, so dass das Feuer sehr heiß wird, es strahlt die gespeicherte Hitze auch zurück ins Feuer und es nimmt, zwar langsam, aber doch, die Hitze auf und leitet sie langsam weiter, so dass der Ofen auf der Außenseite langsam warm wird und Strahlungswärme in den Raum abgibt.

In meiner Feuerwehrmannausbildung wurde es so erklärt: Der Feuerwehrmann löscht das Feuer nicht durch maximal Wasser, weil dann der Wasserschaden auch maximal ist. Richtig gemacht geht es anders: Wir benutzen möglichst feine Zerstäubung (Sprühstrahl) um eine maximale Verdunstungskälte zu erzielen. So entziehen wir dem Feuer maximal schnell Wärme. Wenn das glückt, verliert das Feuer an Kraft und geht optimalerweise aus bzw. geht in Schwelbrand über.

Willst Du hohe Effizienz, niedrigen Holzverbrauch, niedrigen CO-Abgaswert, viel Wärme, dann lass dem Feuer die Hitze und die Zeit für möglichst vollständige Verbrennung. Danach hinein in den Wohnraum mit der Wärme zum Wohlfühlen.
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Viele Grüße
Konstantin

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"Die wichtigsten Bücher für Herz und Seele: Anastasia"


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