Speicherofen aus den Niederlanden

Konstantin ⌂, Waldhessen, Mittwoch, 27.01.2016, 06:45 (vor 3664 Tagen) @ Konstantin12200 Views
bearbeitet von unbekannt, Mittwoch, 27.01.2016, 16:04

Hallo,

danke für die vielen Antworten. Ähnlich wie Ondekdebüllent haben wir uns für schwere Holzöfen entschieden. Allerdings werden wir zwei deutlich schwerere Teile aufbauen (bis 1,2to!), einen pro Etage.

Unsere Entscheidung fiel auf die niederländischen Tigchel-Speicheröfen. In Deutschland sind sie noch recht unbekannt. In den Niederlanden sind sie seit 30 Jahren auf dem Markt.

Hier eine Liste der Eigenschaften dieses herausragenden Ofens:

Es wird auf einmal richtig viel Holz in die Brennkammer gegeben (je nach Modell bis zu 12 kg!).
Dabei werden die Holzscheite senkrecht gestellt und mit ganz wenig Anmachholz von oben angezündet (= saubere Pyrolyse Verbrennung).
Die Brennkammer ist recht hoch, seitlich sind Luftdüsen angebracht.
Oben endet die Brennkammer mit einer Doppel-Wirbelkammer.
Die Verbrennungstemperatur in der Brennkammer erreicht sehr hohe Temperaturen (laut Prospekt bis 1200 °C).
Dadurch wird praktisch alle im Holz gespeicherte Energie freigesetzt.
Vorrangig wird billiges Weichholz verbrannt, weil ein schnelles heißes Feuer gewünscht wird.
Durch die Effizienz von 85 bis 95 % verbraucht man weit weniger Holz als mit vielen anderen Öfen.

Die heißen Gase im Ofen fließen im vorderen Bereich des Ofens nach oben, dann seitlich nach unten. Unter der Brennkammer kommen beide Seitenzüge wieder zusammen und dann geht es an der Rückwand wieder nach oben zum Schornstein.
Durch die vielen Schamotte-Steine wird die Wärme gespeichert und langsam abgegeben.
Das Feuer brennt nur 1 bis 2 Stunden.

Je nach Modell und Raumgröße/Dämmung/Außentemperatur dauert die Entladung der Wärme 8 bis 16 Stunden!
Es gibt vier Größen mit Raumheizvermögen 40 bis 115 m² sowie eine anbaubare Ofenbank.
Minimale Auswahl am Design: 15 verschiedenen Farben, verschiedene Ofentüren und Anschluss Ofenrohr oben/hinten, sonst nichts. Es zählt die optimierte Funktion und nicht der neueste Modeschrei an Design.

Tigchel-Speicheröfen sind Wärme-Öfen und keine Dauer-ins-Feuer-Guck-Öfen.
Statt heißen Stahloberflächen mit Aufwirbelung von verbranntem Staub produziert der Tigchel Speicherofen fast nur Strahlungswärme.
Der Tigchel-Speicherofen wird als Bausatz geliefert und kann selber zusammengefügt werden!

Es wird nichts gemörtelt und gemauert, alle Fugen (Nut und Feder) haben werksseitig angebrachte Dichtstreifen.
Durch diese Bauweise gibt es keine thermischen Spannungsrisse.
Man muss nicht warten bis Lehm/Schamotte nach dem Bau eines Kachelofens trocken ist.
Man kann den Ofen einfach wieder zerlegen und beispielsweise beim einem Umzug mitnehmen.

Sollte (wider Erwarten) mal ein Schamotte Stein in der Brennkammer einen Riss bekommen, kann man den Ofen teilzerlegen, den kaputten Stein austauschen mit einem einzeln nachbestellten Ersatzstein (dies geht bei gemauertem Ofen nicht).
Weil er keine beeinträchtigenden Risse bekommen kann, ist sogar eine Montage auf weniger stabilem Untergrund möglich (Holzbalkendecke / Schiffsdeck etc.), was bei gemauertem Grundofen nicht so ohne Weiteres oder gar nicht geht.

Im Rahmen von zwei Seminaren werden wir unsere Tigchel-Speicheröfen aufstellen.
Vielleicht ein Anlass, dass sich ein paar "Gelbe" treffen?
19.-21. Febr. Seminar: Flamme und Feuer in Herd und Heim
26.-28. Febr. Seminar: Wohlige Wärme für Haus und Hof

Viele Grüße
Konstantin

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"Die wichtigsten Bücher für Herz und Seele: Anastasia"


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