Wie schon ungefaehr geschrieben - der physiologische Waermeeindruck beruht zu etwa 70% auf (Infrarot-) Strahlung ...

CrisisMaven ⌂, Donnerstag, 28.01.2016, 15:45 (vor 3662 Tagen) @ Konstantin9582 Views
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 28.01.2016, 16:17

Was hältst Du von den anderen genannten Ofenmodellen:
Olivia: Dauerbrand-Allesbrenner-Kaminofen
Ondekdebüllent: Holzofen, mit massiven Steinplatten, 350 kg.
Mephistopheles: zu jemand anderem gehen, der einen Ofen hat [[zwinker]]
Jupp: Jotul F3
Fairlane: 8kW Ofen von HARK plus Petroleumofen
Durran: Schwerkraftheizung mit Festbrennstoffen
Konstantin: Tigchel Speicherofen
Blut-Svente: nunnauuni Specksteinofen 1,6 to [oder 1,7? [[zwinker]] - vgl. @Albert]
politikus: Grundofen von biofire
StillerLeser: SanCal + Kupferrohr/Bypass
Bernadette_Lauert: wassergeführter Kachelofen
natürlich interessiert mich am meisten, was Du von meiner Wahl (Tigchel) hältst. Kannst auch gerne Gegenargumente nennen. Vermute ja, dass Du nicht alle genannten Öfen aus eigener Erfahrung kennen kannst und jedes Modell Pro und Contra Seiten hat. Daher interessiert mich Deine Einschätzung zu den genannten Ofenmodellen aus Deiner Sichtweise.

Wie schon geschrieben kommt es auf einerseits den "physiologischen Waermeeindruck" an. Das, was salopp mit "Barackenklima" im Volksmund bezeichnet wird, ist einem Wandaufbau und einer Heizung geschuldet, bei der die Waende schlecht isoliert sind und man daher punktuell (z.B. "Kanonenofen") mit hoher Temperatur die Luft heizen muss, um ueberhaupt warm zu werden.

Typischerweise bedeutet das eine mehrere Grad (hoehere) Lufttemperatur (und damit tendenziell mehr Heizaufwand), als bei reiner Strahlungswaerme. Ja, solange es nicht als "zugig" empfunden wird, kann die Luft sogar kalt sein, und man fuehlt sich durch Strahlungswaerme dennoch "wohlig" warm, was ja jeder, der schon mal an einem Lagerfeuer gesessen hat, kennt. Dass am Lagerfeuer der Ruecken "kalt ist", hat lediglich damit zu tun, dass "hinten" keine Waende sind.

Waeren dort kalte Waende, waere der Gesamteindruck -trotz Wand- immer noch genauso unguenstig, wie bei dem Lagerfeuer in "freier Wildbahn".

Woher also nun das "zweite Lagerfeuer im Ruecken" nehmen?

Logischerweise ist das eben die Wand des Hauses/Zimmers des sesshaften Menschen, der eben nicht im Tipi lebt und es "vorne warm, hinten kalt" hat.

Da 70% des Waermeempfindens/des "Wohlbefindens" nach verschiedensten Untersuchungen (kann aber jeder an sich selbst ueberpruefen - vgl. Lagerfeuer, da sind es eher 90%) auf Strahlung zurueckzufuehren sind UND gleichzeitig "je weniger Konvektion, desto weniger Staub", lege ich immer schon das Schwergewicht auf "grosse Speichermasse" (in Wand und Heizung/Waermespeicher) und geringe Temperaturunterschiede in der Raumluft.

Wenn man bedenkt, dass die Staubbelastung in Innenraeumen eher 20 mal so hoch ist, wie "draussen" (es sei denn, man atmet direkt Auspuffgase ein oder wohnt in chinesischen Grossstaedten), dann kommen bei allen Menschen, die nicht rauchen, offenbar die restlichen Lungenkrebse, die "Baseline", zum grossen Teil von Staeuben, die eingeatmet werden und nicht gleich wieder ausgehustet werden ("lungengaengige Staeube", vgl. Asbest etc.).

Eine moeglichst wenig, ausser zwecks Lueftung, umgewaelzte Raumluft ist also Lungenkrebsvorsorge! Und ... die Stosslueftung mit Aussenluft bringt ja staubfreie, "trockene" Luft ins Haus, senkt also das Lungenkrebsrisiko ebenfalls.

Wenn ich es recht verstanden habe, handelt es sich im konkreten Fall noch dazu um ein Haus mit Holzwaenden.

Holz hat nun eine wesentlich geringere Waermeleitfaehigkeit, als z.B. Stein oder Beton.

Folglich wuerde ich tippen, wenn ich mir die Logik bei dem Tigchel-Speicherofen anschaue, dass die relativ grosse Oberflaeche bei grosser Speichermasse eine "angenehm niedrige" Oberflaechentemperatur einerseits und eine Strahlung "in Koerperhoehe" (und darueberhinaus, es sei denn, jemand ist "Riese" - kuehler Kopf ist ja aber nicht schlimm ...) bewerkstelligt. Da hatte ich ja beim Bullerjan so meine Zweifel.

Da die Waende ("das zweite Lagerfeuer im Ruecken", s.o.) in diesem Falle nun mehr genau dieser Waerme rueckstrahlen, als sie auf Anhieb durchlassen, vermute ich, dass man das Raumklima ueberwiegend als angenehm empfinden koennte.

Eine Brennwert-Ausnuetzung von ca. 93% (vor Jahren noch undenkbar und bei selbstgebauten Grundoefen/Kacheloefen i.d.R. auch nie annaehernd erreicht) laesst auch nicht mehr viel zu wuenschen uebrig - auf 100% wird man logischerweise nie wirklich kommen und jedes weitere Prozent ueber 93 hinaus duerfte immer teurer werden, d.h. vermutlich ist "ein Holzscheit mehr" billiger als weitere Optimierung.

Ich vermute auch, dass -Angaben habe ich nicht gefunden- der Staubaustrag beim Tigchel gering oder "unter der Nachweisgrenze" ist, wegen der quasi pyrolytischen Verbrennung (siehe auch "1 Eimer Asche in 6 Wochen" bei aehnlicher Effizienz); das ist deswegen u.U. wichtig, weil, siehe Forster-Kessel, das nunmehr auch noch vom Schornsteinfeger gemessen und ggf. bemaengelt werden darf.

Also: je hoeher die Brennwert-Ausnutzung und je geringer die Staubbelastung, desto zukunftssicherer ist Heizkessel oder Ofen!

Wenn zudem mit Holz ("regenerative Energie") geheizt wird, wird das von den derzeitigen und vermutlich zukuenftigen Energieverordnungen auch noch positiver gesehen, als Gasheizung!

Und wer diese Effizienz noch steigern will, der kann sich ueberlegen, wie er die typische Restfeuchte des Brenn-Holzes (meist ca. 15%) weiter senkt.

Denn 15% Restfeuchte = 150 Gramm Wasser/kg Holz.

Die Verdampfungswaerme des Wassers laesst sich aber bei einem Rauchgasschornstein (anders als bei Gasheizungen mit Kondensatabscheider) nicht bis zum Schornsteinaustritt "rueckgewinnen", soll der Dampf nicht im Schornstein kondensieren und u.U. zur irreparablen Versottung fuehren.

Vermutlich also ist ein solcher Speicherofen dann das "Non-Plus-Ultra", wenn es auf Energieeffizienz und Bedienungskomfort (nur einmal nachladen/Tag, wenig Asche) einerseits ankommt, andererseits man aber Holz als die ultimative regenerative Energiequelle nutzen will, man aber nicht eine komplex-teure Heizanlage, die eben Elektronik und Strom braucht, einsetzen will. Hat man dennoch schon eine, dann ist ein solches Heizkonzept die Absicherung fuer den Fall, dass Strom weg ist und/oder Elektronik durch EMP "frittiert" wurde.

--
Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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