Problematik von Anzeigen bei Vergewaltigungen
Kürzlich habe ich dieses Thema mit einer befreundeten Therapeutin besprochen. Es ergab sich zufällig. Wir sprachen über eine Frau, die eine Vergewaltigung erlitten hatte und sich weigerte, eine Anzeige zu machen.
Ich habe dieser Frau zugestimmt und gesagt, dass ich NIEMALS eine Anzeige machen würde und auch meiner Tochter NICHT zu einer Anzeige raten würde, wenn ihr so etwas einmal passierte.
Grund: Die Problematik, dass Frauen und Mädchen zu oft mit genau den vorgenannten Argumenten "abqualifiziert" werden und durch die Behandlung im Strafvollzug eine weitere Traumatisierung erfahren. Und dass im Endeffekt Aussage gegen Aussage stehen bzw. der NACHWEIS, dass eine Vergewaltigung vorliegt, so schwierig sein kann, dass danach noch ein Justizschock vorliegt. Meine Bekannte und ich waren unterschiedlicher Meinung zu diesem Thema.
Mir sind aus dem persönlichen Freundeskreis von zwei Frauen Vergewaltigungen bekannt (längst verjährt). Beide wurden von den Opfern (damals junge Mädchen) nicht angezeigt. Die Vergewaltigungen erfolgten beide Male durch "honorige" Personen. Einmal ein deutscher Verwandter und einmal ein "gut integrierter, sehr gut ausgebildeter Ausländer".
Die ARD hat übrigens zu dem Thema "Kindesmißbrauch" vergangenen Montag, 20:15 einen zweiteiligen Film gezeigt (mit anschließender, sehr kompetenter Diskussionsrunde bei Sandra Maischberger). Anwesend war u.a. ein ehemaliger Schüler der Odenwaldschule, der wohl maßgeblich daran beteiligt war, dass die "Mauer des Schweigens", die die Vorgänge an dieser Schule umgab, durchbrochen wurde.
Denjenigen, die sich für diese Thematik interessieren, kann man die Filme empfehlen. Allerdings nicht ohne die Aussage des derzeit für diese Thematik von der Bundesregierung eingesetzten Sachverständigen, der fast wörtlich äußerte: Die REALITÄT ist sehr viel schlimmer, als der Film!
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