Nochmal was zum Pauli und seinem Effekt: Wer ist das? / Wie wird der Effekt definiert? / Wie sah er in der Praxis aus?

Bernadette_Lauert, Samstag, 08.08.2015, 23:22 (vor 3819 Tagen) @ Rotweintrinker11078 Views
bearbeitet von Bernadette_Lauert, Samstag, 08.08.2015, 23:42

Wolfgang Ernst Pauli war Physik-Nobelpreisträger. Er formulierte 1925 das später nach ihm benannte Pauli-Prinzip, welches eine quantentheoretische Erklärung des Aufbaus eines Atoms darstellt und weitreichende Bedeutung auch für größere Strukturen hat.

Pauli war schon in seiner Studienzeit und zeitlebens bekannt dafür, dass er sich gerne bis spät in die Nacht in verschiedenen Kneipen aufhielt, sich betrank und deswegen oft erst spät am nächsten Morgen zur Arbeit erschien.

Er gilt dennoch als einer der größten Köpfe aus den Reihen der Physik des 20. Jahrhunderts.

Pauli war gefürchtet und berüchtigt wegen seiner oft schonungslos und respektlos auch gegenüber Freunden oder Fachautoritäten vorgetragenen Kritik. So schrieb er 1929 über die Arbeiten Albert Einsteins an seinen Kollegen Pascual Jordan in Hamburg: „Einstein soll im Berliner Kolloquium schrecklichen Quatsch über einen Fernparallelismus verzapft haben!“

Der Pauli-Effekt wurde in Anspielung auf Paulis berühmtes Ausschließungsprinzip scherzhaft von Physiker-Kollegen als das „zweite Paulische Ausschließungsprinzip“ bezeichnet und etwa wie folgt formuliert: „Es ist unmöglich, dass sich Wolfgang Pauli und ein funktionierendes Gerät im selben Raum befinden.“

Der russische Physiker George Gamow bezeichnete den „Pauli-Effekt“ scherzhaft als eine der drei wichtigsten Errungenschaften Paulis, neben dem Pauli-Prinzip und der Vorhersage des Neutrinos.

Im offziiellen Nachruf in folgendem Paper:
C.P.Enz: Wolfgang Pauli 100th birthday in: europhysics news July/August 2000 p.12; European physical society
wird der Pauli Effekt beschrieben und für die Nachwelt dokumentiert.

Stephen Hawking beschreibt den Pauli-Effekt: „Böse Zungen behaupten, er [Pauli] brauche sich nur in einer Stadt aufzuhalten, schon gingen alle dort durchgeführten Experimente schief.“

Physiker Hans Bethe berichtete darüber: „Das erste Mal traf ich Pauli 1929 während einer Sektionssitzung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft in Freiburg im Breisgau. Als während der Sitzung der Diaprojektor ausfiel, stand Pauli auf und zeigte voller Stolz auf sich, um den ‚Pauli-Effekt‘ anzudeuten.

Berühmt wurde ein Vorfall in einem universitären Labor in Göttingen, bei dem ein wertvoller Apparat zerstört wurde, während Pauli nicht anwesend war. Der Leiter, der Physiker Franck teilte dies dem in Zürich lebenden Kollegen mit, verknüpft mit dem Scherz, diesmal wenigstens treffe Pauli durchaus keinerlei Schuld an dem Vorfall. Dieser jedoch entgegnete, er habe zur fraglichen Zeit im Zug nach Kopenhagen einen kurzen Aufenthalt in Göttingen gehabt.

Während eines Aufenthalts Paulis an der Princeton University im Februar 1950 geriet das dortige Zyklotron in Brand, was der Physiker ebenfalls mit dem Effekt in Zusammenhang brachte.

Der Pauli-Effekt kann physikalisch nicht erklärt werden. Aber er ist plausibel dokumentiert und viele Fallbeilspiele zeigen, dass der Pauli-Effekt in verschiedenen Ausprägungen (nicht nur Technik-zerstörend) auftritt.

Gruß, Bla


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.