Nächste Runde der Logik
Hallo Tob!
Du schreibst: .. du verstehst Wahrscheinlichkeiten schlichtweg nicht.
So kannst du auch nicht darüber urteilen.Dafür habe ich ja jetzt Dich.
Aber du ignorierst leider was ich dir mitteile
Das Spiel kann man weiter treiben ... Wie viele von den Journalisten
sind genau 1,78 groß und haben an beiden Tagen schwarze Schuhe getragen?
So wird die Wahrscheinlichkeit kleiner und kleiner, aber es ändert nichts.
Doch, es ändert eine Menge.
Fangen wir mal Deinen Blitzopfern an, die Du um den Faktor 20 nach oben
getrieben hattest. Und nun „reisen“ wir zum Wohnort München.
Nein, nein, nein! Bitte beschäftige dich mit Wahrscheinlichkeitstheorie, bevor du solche Schlüsse ziehst. Außerdem spielt die Anzahl von Blitzopfern wahrlich keine Rolle, es ist nur ein Vergleich!
Und nun eine Besonderheit! Da der Journalist in München wohnt, ist
seine Anwesenheit in München nicht mehr statistisch unabhängig. Statt der
0,00000000295936 müsste man nun mit dem Satz von Bayes die
Wahrscheinlichkeit berechnen, beim Anschlag "beteiligt" gewesen zu sein
unter der Bedingung, dass er in München wohnt. Und diese
Wahrscheinlichkeit ist viel, viel, vieeeel höher!Aha.
Ich behaupte der Journalist Gutjahr ist meistens unterwegs und verbringt
maximal ein Drittel oder Viertel seiner Zeit in München. Das bringt halt
der Job mit sich.
Werfen wir doch einmal einen Blick in seinen Terminkalender.06.09.2016, Berlin, Medienempfang der Evangelischen Kirche
Berlin-Brandenburg
08.09.2016, Tutzing, Politische Akademie
13.09.2016, Nürburgring, Roundtable Talk
17.09.2016, Hamburg, Junge Presse Hamburg
19.09.2016, Berlin, dbb Medienkonferenz
21.09.2016, München, IHK Social Media Day
23.09.2016, Zürich, Junge Journalisten Schweiz
25.09.2016-27.09.2016, München, BITS & PRETZELS
28.09.2016, Berlin, Medienpreis Bildungsjournalismus
29.09.2016, Hamburg, dpa Scoopcamp
03.10.2016, Zürich, ZHDK
04.10.2016-05.10.2016, Luzern, Schweizer Journalistenschule MAZ
06.10.2016, Berlin, Amazon Academy
06.10.2016, Köln, DigiTalk #7
07.10.2016, Tutzing, Mediencamp
..Quelle: http://www.gutjahr.biz/termine/
Das sind nur die offiziellen Termine – da wird kaum recherchiert, was er
als Top-Journalist schließlich auch noch tun muß.
Er dürfte also überwiegend in Hotelbetten liegen und nicht im eigenen.
Hast Du das bei Deiner Bayes-Wahrscheinlichkeit eigentlich
berücksichtigt?Es ist nämlich ein Unterschied, ob man im Altersheim München-Trudering
365 Tage nonstop verbringt oder ein vielreisender Journalist es maximal auf
90 bis 120 Tage bringt, wenn überhaupt. Dann macht er ja noch Urlaub in
Frankreich und fliegt öfters nach Israel zu seiner Frau.Es bleibt dabei, die Wahrscheinlichkeit, dass jemand an beiden Orten
war ist (insbesondere unter den gegebenen Bedingungen) - Journalist,
Münchener - gar nicht klein.Nun, es bleiben halt ein paar Einschränkungen, nicht wahr?
All das spielt für Wahrscheinlichkeiten absolut, überhaupt keine Rolle! Egal, was deine persönliche Meinung dazu ist. Dass es den Journalisten getroffen hat ist einfach Zufall. Wenn man nur genug Menschen nimmt, spielen solche Zahlen keine Rolle mehr.
Wir Menschen haben ein ganz schlechtes Verständnis von stochastischen
Zusammenhängen. Es geht eben nicht um das Individuum, sondern um das
große Ganze.
Mit dem großen Ganzen ist in diesem Fall aber die Grundgesamtheit an Individuen gemeint. Die Chance, dass du im Lotto gewinnst (6 aus 49, ohne Superzahl), liegt bei 0,000000072. Gibt es denn keine Lottogewinner in Deutschland? Können nur Leute im Lotto gewinnen, die mit dem Geheimdienst ins Bett gehen? Wenn ich mich recht erinnere gibt es doch trotzdem viele Lottogewinner, auch wenn die Chance für das Individuum sehr gering ist.
Darum geht es bei Geopolitik übrigens auch und Terroranschläge haben
SEHR VIEL damit zu tun.
Aber für den Erklärungs-Notfall kann man ja auch noch auch auf Roy
Sullivan zurückgreifen, wenn gar nichts mehr geht.
Wie gut, daß wir die Wahrscheinlichkeiten und deren Ausnahmen haben.
@Unser hauseigener Forumsteufel hat übrigens sehr Bemerkenswertes zum
Thema Wahrscheinlichkeit zur Kenntnis gegeben.
Dafür gibt es ein!
Wo genau? Scheine Tomaten auf den Augen zu haben
Übrigens, wie hoch wäre denn nun die Wahrscheinlichkeit bei 2
Top-Ereignissen in bester Beobachtungsposition – ohne Vorwissen - zu
„sitzen“?
Biete doch mal eine griffige Zahl an, du bist doch Fachmann.
Sehr gering! Aber wenn man hunderte Millionen Menschen betrachtet, so werden immer eine handvoll davon dabei sein. Und das ist es, was du nicht verstehst.
mfG
nereus
Grüße!
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