Ja, war zu sehen (edit)

Rybezahl, Dienstag, 02.02.2016, 17:57 (vor 3658 Tagen) @ azur7307 Views
bearbeitet von unbekannt, Dienstag, 02.02.2016, 18:41

Lieber Rybezahl

an etlichen unserer Austausche war zu ersehen, dass da viele Dinge noch
nicht so klar sind, wie sie scheinen [[zwinker]].

Mit dem Argument: "Das verstehst du einfach nicht, weil du die Lehre nicht
gut genug kennst" argumentieren Sekten.

Ansonsten siehe Betreff.

Viele freundliche Grüße

azur

Hallo azur!

Allerdings liegt es bei uns darin begründet, dass wir verschiedentliche Perspektiven einnehmen. Mehr als müßig, die Schuldschein-Frage.

Ich sehe einfach wenig Grund, Bla alles zu erklären, ist doch die Sammlung (auch hier und besonders lesenswert (!) auch hier) öffentlich zugänglich (auch ohne Registrierung) und die Bücher zum Thema sind auch noch erhältlich. Zumal Bla ja gar kein Interesse am Thema hat.

Ich kann es einfach nicht in bessere Worte kleiden und sehe auch keinen Grund dazu:

"Damit sind wir wieder am Kern des Kapitalismus angekommen: Wann immer und wo immer
Zeit verstreicht, muß sie bezahlt werden. Auch wenn sie nicht »bezahlt« wird, verstreicht die
Zeit nicht kostenlos. Nehmen wir in unserem Beispiel an, daß die Arbeiter schon am Morgen Geld
bezahlt bekommen, vielleicht, damit sie überhaupt in die Fabrik kommen, um die Arbeit
aufzunehmen. Sie kriegen die Waren aber erst am Abend ausgeliefert. In der Zwischenzeit
»bezahlen« die Arbeiter selbstverständlich die Zeit: mit Verzicht.
Nehmen wir ein anderes Modell einer solchen kleinen Welt, so finden wir:
Morgens erscheinen die Arbeiter, um das herzustellen, was sie am Abend mit nach Hause
nehmen wollen.
Im Laufe des Mittags treffen die Fahrzeuge mit den Geldscheinen ein, die von der Bank
kommen. Abends werden die Geldscheine an die Arbeiter ausgehändigt, die dann die Waren
kaufen und das Geld wieder beim Unternehmer abliefern, der es seinerseits wieder an die
Geldtransportfahrer von der Bank aushändigt.
Für das Zur-Verfügung-Stellen von Geldscheinen, Geldtransportern, Geldbewachern usw.
verlangt die Bank wiederum Geld, von der Firma natürlich. Die muß es in den Preisen der
Produkte kalkulieren, die Produkte sind teurer geworden. Aber das Geld, das diese Geld-
Vorbeibringungs- und Geld-wieder-Abholungskosten kostet, dieses Geld ist nicht vorhanden: Die
Firma hat es nicht, sie muß es ja zahlen. Die Arbeiter haben es nicht, denn die kriegen nur die
Löhne. Die Bank hat es auch nicht, denn die wartet ja darauf. Also?
Also: Wir können es drehen und wenden, wie wir wollen. Wo immer Menschen wirtschaften,
vergeht Zeit. Diese Zeit kostet Geld und muß kalkuliert werden. Das, womit diese Zeit letztlich aber
bezahlt werden könnte, ist nicht vorhanden. Es muß seinerseits erst wieder geschaffen werden wie
alles andere vorher auch: durch Verschuldungsakte.
Um die Produktion am Abend vollständig abzuräumen, um die Firma (die darin beschäftigten
Arbeiter) und die das Geld zur Verfügung stellende Bank, um alle also »auf ihre Kosten« kommen
zu lassen, muß der Prozeß mit immer neuen Schuldnern fortgesetzt werden.
"

Paul C. Martin: Der Kapitalismus - Ein System, das funktioniert
1986, Wirtschaftsverlag Langen-Müller/Herbig
ISBN: 3-7844-7180-3
Seite 89/90

Es steht dir frei, das zu kritisieren.

Gruß!

PS: Und ich möchte nicht behaupten, der "Durchblicker" zu sein. Ich behaupte aber mit gutem Gewissen, mich mit dem Thema zu beschäftigen.

--
Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.


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