"So geht es nicht mehr weiter" die Eintausendste
Sein Leben lang arbeiten und dann von den Wilden eins auf die Fresse
bekommen.
Sein Leben lang ausbeuten und dann noch dafür bestraft werden?
So geht es nun aber wirklich nicht mehr weiter!!!
"Der Kapitalismus ist ein System, das auf der Basis von Verschuldung operiert. Anders ist er gar
nicht definierbar.
Ohne Schulden gibt es kein Geld, ohne Geld kein Kapital, das immer nur bewertetes Kapital sein
kann, wenn es Kapital sein soll. Ohne Geld bleibt eine Maschine eine Maschine. Sie ist aber in
keiner Kalkulation oder Bilanz darstellbar.
Ohne Schulden gibt es keine Produktion. Was als Ware auf den Markt gelangt, ist vorfinanziert.
Unternehmer, die in ihren Kellern Truhen voller Gold und noch dazu ohne Boden haben, gibt es im
Märchen - oder bei Karl Marx. Aber nicht in der Realität.
Wo Produktion vorfinanziert ist, läuft Zeit. Denn die Produktion erscheint nicht gleichzeitig am
Ende des Fliessbands, am Markt, in der Garage des Verbrauchers, und am Schrottplatz. Die
Kosten der Vorfinanzierung sind zwar Kosten, stehen aber niemals schon als Nachfrage zur
Verfügung. In Höhe der Kosten der Vorfinanzierung - egal auf welcher Stufe zwischen Bergwerk
und Schrottplatz - muß zusätzliche Neuverschuldung stattfinden, und immer weiter und immer fort.
Immer neue Schuldner müssen auftreten, damit die bereits vorhandenen alten Schuldner reinen
Tisch machen und sich als potentielle neue Schuldner wieder ans Ende der Reihe anstellen
können.
Kapitalismus ist ein Kettenbriefsystem. Und es funktioniert perfekt - es sei denn, jemand
schummelt. Er macht also Schulden (was systemnotwendig ist und den zeitlich vorangegangenen
Schuldnern hilft), ohne sich dann Weiter um seine Schulden zu kümmern: Er schuldet auf, zeigt
statt Leistung und Produkt nur immer neue, immer schönere Kontenauszüge.
Mit der Größe und Schönheit der Auszüge aber wächst die Gefahr, daß eine Realisierung der
Schuldverhältnisse außerhalb der Reichweite dessen gerät, was der Schuldner vermag.
Der Gläubiger beginnt daraufhin, vorsichtiger zu operieren, wenn er nicht gänzlich aufhört, Kredit
zu geben. Die kapitalistische Kette zerbricht, und selbst diejenigen, die bisher nur normal
verschuldet waren, finden sich auf einmal überschuldet.
Das ist das große Thema der Geschichte.
In normale kapitalistische, d.h. also durch dauerndes weiteres Schuldenmachen
vorwärtstragende Verhältnisse mischt sich die Anomalie: Erst einer, dann immer mehr nicht
leistende Schuldner, eine allgemeine Überschuldungskrise startet.
So eine Überschuldungskrise reißt immer mehr Existenzen ein und endet im allgemeinen
Bankrott, alias der deflationären Depression, deren letztes Pracht-Exemplar uns in den Jahren
1930 ff. heimgesucht hat.
Die Wirtschaftsgeschichte ist randvoll mit solchen Überschuldungskrisen."
Paul C. Martin: Aufwärts ohne Ende - Die neue Theorie des Reichtums
1988, Wirtschaftsverlag Langen-Müller/Herbig
ISBN: 3-548-34697-9
Seite 171/172
Niemand - NIEMAND - der an diesem System partizipiert, hat einen glaubhaften Grund, sich zu beschweren. Und die Gewinner schon gar nicht!
Selig sind, die da geistlich arm sind; denn ihrer ist das Himmelreich.
Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.
Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
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Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.