Krav Maga und Sistema hatte ich auch schon zwar erwaehnt, aber ...
wie Du weißt, widerspreche ich Dir nur ungern und selten, aber hier muss ich das tun:
Na ja, was waere das Gelbe wert ohne Debatte?
In meiner Jugend habe ich das einige Jahre trainiert und man braucht wirklich lange, bis man Freesyle Angriffe sicher umlenkt.
Richtig. Wobei ich bei allen asiatischen Kampfsportarten meine, man koennte sie wesentlich schneller beibringen, wenn man nicht nur, wie bei den meisten Dojos, nur zwei Abendtermine, manchmal noch mit einem dritten Abend zum "freien" Training, sondern grds. drei Abende/Spaetnachmittage (wie bei den meisten Leistungssportarten anfaenglich, spaeter mehr) und zusaetzlichen regelmaessigen Wochenend-"Bootcamps" einfuehrte.
Es ist aber, abgesehen davon, dass das oft ehrenamtliche Trainer machen, so, dass dieses langsame Hinarbeiten auf das Ziel wohl eher bewirken soll, dass der Charakter frueher reift, als das Kampfesvermoegen. Was ich auch grds. fuer richtig halte, wenn man nicht davon ausgeht, in naechster Zeit angegriffen zu werden.
In Japan dagegen gibt es in den beruehmten Dojos ganz andere Trainingszeiten und da geht es wesentlich haerter und schneller zur Sache - aber dort sind die kulturellen Eingangsvoraussetzungen auch andere.
Vor allem der Anfang ist hart: man lernt erstmal monatelang stehen, danach atmen und schließlich das Fallen und dann schließlich die Abwehr von definierten Angriffen,
Ja. Aber auch der Schlosserlehrling feilt ein halbes Jahr und fragt sich, was das soll. Bis er -nur mit einer Feile "bewaffnet"- erstaunlich exakte geometrische Koerper von Hand hinbekommt. Danach weiss er, warum er sich so schinden sollte (falls das heute noch so ist).
bevor es wirklich interessant wird. Es ist mehr Zen, als Sport.
Ja. Aber ich finde, diese innere Gelassenheit braucht's, um echter Angriffe Herr zu werden.
Es ist ein super Training für Körperbewusstsein und Konzentration, allerdings halte ich es nur für sehr bedingt straßentauglich.
Das ist absolut richtig. Aber der Begruender Ueshiba sagte spaeter von sich, er koenne nun einen Angriff bereits vorausahnen, denn er sehe von den angreifenden Gliedmassen seiner Gegner "Strahlen ausgehen". Dem gingen Jahrzehnte voaus. Ich sage immer, man sollte das zu einer Lebenshaltung machen.
Spätestens nach 3 Bier fehlt einem ohnehin das Gespür und der Instinkt, einen Angriff elegant umzulenken.
Wahrscheinlich wird ein Samurai sich nach so vielem geistesschulenden Training auch nicht mehr in eine derartig "hilflose" Lage bringen, hoechstens zuhause, wo er absolut sicher ist, die naechsten zehn Stunden keinen Angriff gewaertigen zu muessen.
Ohne regelmäßiges und hartes Training geht da gar nichts.
Und hier kommen wir m.E. zum Kern des Ganzen: ich behaupte, das gilt auch fuer Krav Maga und Sistema. Denn ...
Sinnvoller für Frauen (und v.a. schneller zu erlernen) finde ich da z.B. Krav Maga oder das russische SYSTEMA. Im Vergleich zum eleganten Aikido ein ganz anderes Konzept: den Gegner schnellstmöglich und endgültig ausschalten. Gewichtsklasse des Gegners ist ziemlich egal.
Rein theoretisch, ja. Aber, ich behaupte (und ich greife auf ein paar Jahrzehnte Lebenserfahrung zurueck), dass
a) einem das im entscheidenden Moment nichts nuetzt, weil Geistesgegenwart und Mut eben, wie ein Muskel und die Geschmeidigkeit, eines jahrelangen Trainings beduerfen
und
b) die beeindruckenden Krav Maga-Demonstrationen meist eben doch von durchtrainierten Maennern vorgefuehrt werden, die das bereits jahrelang praktiziert haben.
Die Idee ist, dass Untrainierte schnelle Erfolgserlebnisse haben - deshalb sind es die bevorzugten Nahkampftechniken bei der israelischen / russischen Armee.
Ja, der Imi hat das aus der Not heraus entwickelt, es ist bei Krav Maga, wie die gesamte israelische Verteidigungsdoktrin, aus einem David/Goliath-Paradigma entstanden. Aber: der Goliath war, ist, in der juedischen Seele des Knaben wie des Maedchens praesent seit Kindesbeinen, mit vier Jahren in der Torah- und Talmud-Schule, bei dem prallvollen juedischen Festtags-Jahreskreis usw. Ich behaupte schon immer, dass die geistige Konditionierung wesentlicher als, oder Voraussetzung ist fuer, eine effiziente koerperliche Abwehr "im unverhofften Moment". Krav Maga ist die "Ueberraschung zu Jom Kippur, gewendet auf die Einzelseele".
Egal, wie besoffen man ist - solange man noch geradeaus schauen kann, funktioniert das.
Das glaube ich ehrlich gesagt erst, "wenn ich es sehe". Begruendung im Folgenden.
Ich halte beide Techniken für sehr effektiv,
Ich auch, aber:
zumindest war das, was mir vorgeführt wurde, absolut überzeugend. SEHR schmerzhaft überzeugend.
Ausser bei den israelischen oder russischen Spezialeinheiten benutzt niemand das im Training ernsthaft, so ernsthaft, dass er es so ausprobieren kann, dass er/sie "weiss, wie" es funktioniert.
Die US-Marines benutzen "nur" Pugil Sticks.
Pressure Points an Dummies zu druecken ist, da der Dummy nicht reagiert und schon gar nicht sich selbstbewegend angreift, etwa so, wie die Menschen, die stolz das Erste-Hilfe-Zeugnis praesentieren, wo sie Mund-zu-Mund-Beatmung "geuebt" haben. Wenn ich sie dann frage, ob sie das schon mal an jemand ausprobiert haben, dem die Kotze im Mundwinkel haengt, schauen sie mich angeekelt an.
Ebenso, wie sie nicht in der Lager sind, eine Reanimations-Herzmassage durchzufuehren, die nur "was taugt", wenn man dabei Rippenbrueche riskiert.
Und die Rettungssanitaeter lernen zwar "heben" in der Ausbildung, aber trainieren nicht, weswegen sie in der Regel mit 40 Jahren Bandscheibenvorfall haben.
Weil es etwas anderes ist, in der Ausbildung einen 70kg-Mann auf die Trage zu heben, als unter Gekreisch umliegender Verletzter, im Rauch und bei Dunkelheit, einen 110kg schweren Menschen, an den man nur halbgebueckt rankommt. Kracks, ist das Kreuz kaputt.
Siehe auch Artikel wie "Vital Targets - Why Pressure Points Just Don't Work in a Real Fight" ...
Es werden die Vitalpunkte benutzt, um heftigste Körperreaktionen auszulösen.
Ja, aber das muesste man eben ueben.
Darum hatte ich Wendo vorgeschlagen, weil das, fuer Frauen nach meiner Kenntnis das einzige Programm (von Frauen) ist, das das geistige "Korsett" vermittelt, ruecksichtslos anzugreifen.
Dann kann man sich schon mal wehren.
Aikdo dann liefert ueber Jahre die Techniken, mit denen frau dann gegen einen schwereren Gegner reine Defensivtechniken einsetzen kann, bei denen es im Wesentlichen vom Gegner abhaengt, wie sehr er sich wehtut. Er kann dann begreifen, dass er sich selbst die ganze Zeit wehtut, und damit seinen Frieden machen.
Wehe aber, wie beim Stier in der Arena, frau setzt einen schmerzhaften Druckpunkt, der den Gegner aber nicht hinreichend paralysiert, sondern jetzt erst wuetend macht (davor wollte er noch auf die "kumpelhafte" Tour "anbandeln und hat noch gar nicht begriffen, dass sein Verhalten strafrechtlich als sexuelle Noetigung zu klassifizieren waere!).
Ich bezweifle auch, dass frau dann bei dem anschliessenden Gebruell keine Angst bekommt und dann haben wir den Schlange-und-Kaninchen-Effekt.
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Mit 40 DM pro Kopf begann die Marktwirtschaft, mit 400.000 Euro Schulden pro Kopf wird sie enden.
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