Die Lausbuben bei VW schummeln scheinbar doch...
... mit zweiten Kalibrations-Kennfeldern, wobei die Software im Motorsteuergerät mit eigenen Algorithmen aus diversen Parametern erkennt, dass ein Prüfzyklus gefahren wird. (z.B. Stillstand Lenkrad, Temperatur, Drehzahlunterschiede Front-/ Hinterachse, Lastgradienten, etc.) Nur dann wird diese zweite Motor-Kalibrierung aktiv.
Zumindest, wenn man diesem Schreiben von CARB (Californian Air Resources Bord) an VW glaubt.
Dort steht unter anderem: "...VW disclosed...gen1, gen2 ... and gen3 vehicle had a second calibration intended to run only during certification testing."
also etwa: "VW gab zu, die Fahrzeuge (Generation1 bis Gen3) haben eine zweite Kalibration (Kennfelder), die nur während Prüfzyklen aktiv ist."
Das ist etwas Anderes, als die allgemeine Optimierung auf einen Prüfzyklus!
Die meisten Hersteller werden wohl auf den Zyklus hin optimieren, was heißt, dass das Fahrzeug tatsächlich die Emissions-Vorgaben und die beworbenen Verbrauchswerte erfüllen kann, wenn man es auf der Staße auch so unrealistisch "sanft" und träge beschleunigt wie es nun mal im Zyklus vorgeschrieben ist.
Insbesondere der europäische Zyklus NEDC ist unrealistisch, z.B. enthält er eine Beschleunigung von Null auf 50km/h in 26 Sekunden! Die amerikanischen Tests FTP-75, SFTP, etc. sind vernünftiger, aber beide sollten wohl in absehbarer Zeit durch einen realistischeren, deutlich dynamischeren und weltweit gültigen WLTP Test ersetzt werden. Es scheint, dass die Deutsche Regierung diesen noch etwas verzögern will.
Niemand fährt tatsächlich so, wie die aktuellen Prüfzyklen es vorschreiben, aber es stünde jedem frei, so zu fahren und entsprechend die versprochenen Emissionen und Verbräuche tatsächlich zu erreichen.
Bei VW geht genau dieses bei den betroffenen Fahrzeugen aber offenbar NICHT!
Die Erkennungs-Software sagt dem Motor, dass "keine Gefahr" besteht, weil sie denkt, es wird keine Prüfung gefahren, weil z.B. am Lenkrad gelenkt wird. Deswegen schaltet sie auf das "echte" Kennfeld, welches die Emmisionsvorgaben gar nicht erreichen kann (NOX mit dem Faktor 10 bis 35 höher als Grenzwert)!
Dieses "echte" Kennfeld ist nicht auf Emissionen optimiert, sondern kann z.B. auf geringeren Sprit-Verbrauch, höhere Motor-Leistung, längere Lebensdauer des NOX Speicherkats oder reduzierten AddBlue-Verbrauch optimiert sein. Und genau diese Vorteile konnte VW dann wohl zusätzlich zu den "bestandenen" Emissionsvorgaben bewerben oder höhere Gewinne durch geringere Herstellkosten lukrieren (kleiner NOX-Speicherkat,...).
Falls es wirklich so war, ist das keine "legale" Optimierung auf den Benchmark (Prüfzyklus), sondern eine echte Täuschung (Betrug)!
Aber ob VW alleine so vorgegangen ist, dass ist jetzt die spannende Frage! diese wird wahrscheinlich in naher Zukunft beantwortet, da jetzt wohl alle Hersteller geprüft werden. Zumindest ein BMW X5 hat die Prüfung ja offensichtlich positiv bestanden.
Gruß, Vojins