Aus der Praxis: Integration ist durchaus möglich!
Auch wenn ich Euch generell bei der Einschätzung der aufkommenden Problematik zustimmen möchte, kann ich aus 25 Jahren Praxis ein bisschen einschätzen, inwiefern Integration im Arbeitsmarkt möglich ist.
Muslimische junge Männer können sich durchaus integrieren. Es gibt zwar hier und dort Vorbehalte gegen verschiedene Nationen, aber im allgemeinen funktioniert es - sogar mit weiblichen Vorgesetzten.
Die zugewanderten Menschen, die sich zur Zeit auf dem Arbeitsmarkt für Hilfsarbeiten tummeln, bringen häufig mehr Intelligenz und Zuverlässigkeit mit, als die gebürtigen Deutschen, die unter den Bewerbern für gering qualifizierte Stellen noch zu finden sind. Unter den Zugewanderten gibt es auch tatsächlich viele Akademiker, denen gar keine andere Wahl bleibt, als sich so ihre Brötchen zu erarbeiten und die Familie zu ernähren. Das gilt natürlich auch für die Osteuropäer. Viele nutzen die Helfertätigkeiten auch als Sprungbrett, um ihre Deutschkenntnisse zu verbessern und später wieder im eigenen Beruf zu arbeiten.
Ich habe nicht den Eindruck, dass es viele Spanier, Portugiesen oder Griechen gibt, die hier nach Arbeit suchen. Jedenfalls nicht für gering qualifizierte Arbeiten im Mindestlohnbereich.
Gerne frage ich auch die Zeitarbeitsfirmen nach ihren Erfahrungen. Muslime werden allgemein gut in die Betriebe vermittelt. Zwar hört man gelegentlich: "Nie wieder Kosovaren", oder: "Marokkaner sind gut, mit Tunesiern gibt es nur Probleme", aber das sind nur einzelne Meinungen und Erfahrungen.
Größere Probleme scheint es nur mit den Schwarzafrikanern zu geben. Oft höre ich, dass diese deutlich schwerer zu vermitteln seien. Die Arbeitsmoral und Leistungsbereitschaft weiche doch sehr von den Anforderungen der Betriebe ab. Aber auch hier gibt es "gute und schlechte" Nationalitäten.