Die Ausgebombten
Die Ausgebombten wurden sie genannnt. Kennengelernt habe ich die ehemaligen Flüchtlinge wegen meines Alters erst in den 80er Jahren. Immer wieder besuchten uns diese Leute. Sie erzählten gerne und viel und so lernte ich die gemeinsame Geschichte kennen. Zwei Frauen mit Kindern wurden bei uns einquartiert. Der Hitler hatte das so verfügt. Eine Familie kam aus Hannover, die andere aus Hamburg. Beide Familien hatten im Bombenhagel dieser Jahre wohl alles verloren und so wurden sie in unser Haus gezwängt, weil groß war unser Haus hier ganz im Süden Österreichs nie.
In meinem Büro steht noch die alte Nähmaschine. Mit viel Mühe brachte man Ende 1943 diese Maschine aus Hamburg hierher. Soviele Menschen in diesem kleinen Haus und dann noch dazu eine solche Maschine. Gerne hat man das nicht gesehen. Außerdem, wie soll man die alle durchfüttern? Meine Großmutter hatte am Anfang große Bedenken, so erzählte sie es mir. Die wenigen Lebensmittelkarten reichten nicht um alle Münder zu stopfen. Doch ihre Bedenken sind bald verflogen. Die beiden deutschen Frauen fingen an, auf dieser Nähmaschine kleine Wunder herzustellen. Für unser kleines Dorf und für meine Familie war das ein wahrer Segen. Auch im Haushalt halfen die mit und bald war es nicht mehr so, dass wir beisteuern mußten. Die Angelegenheit stellte sich auf den Kopf. Uns ging es besser, seit die Ausgebombten bei uns werkelten. Es entstanden sehr enge Freundschaften und diese Freundschaften hielten Jahrzehnte. Erst letztes Jahr wohnte ein damaliges Kind bei uns, freilich schon ein älterer Herr mittlerweile. Doch die gegenseitige Dankbarkeit ist noch spürbar, selbst unter uns, auch wenn wir das Damalige nur vom Erzählen kennen.
So wird das wohl nicht mehr funktionieren
also