Mindestlohn vs. Wettbewerb über das Lohndumping

Beo2, NRW Witten, Freitag, 26.06.2015, 12:18 (vor 3859 Tagen) @ LLF5106 Views

Der Mindestlohn hat den Nachteil, dass er für viele Branchen unrentabel bzw. unbezahlbar ist.

Unrentable Branchen müssten dann abspecken. Unrentable Betriebe würden schließen oder innovativer werden. Das nennt man in der Marktwirtschaft "Marktbereinigung".

Wer keinen gesetzlichen Mindestlohn zahlen kann, hat auf dem Markt nichts zu suchen. Sich Wettbewerbsvorteile über Lohndumping bei seinen Beschäftigten zu verschaffen, ist für jede VoWi und Gesellschaft schädlich: Es führt zu sinkenden Reallöhnen und zu Rezession bei der Binnenmarkt'wirtschaft.

Ein Musiker muss eine Woche (40 Stunden = 340 EUR Mindestlohn) für ein Konzert üben, in das vielleicht 20 Zuschauer kommen. Um den Mindestlohn zu decken, müsste er mindestens 17 EUR Eintrittsgeld verlangen. Soviel zahlen die Leute aber nicht.

Wenn er gut ist, wird er es auch bekommen. Sonst muss er sich mit weniger zufrieden geben, oder mit weniger Zuschauern. Selbstausbeutung anstelle von Fremdausbeutung .. da habe ich nichts dagegen.

Übrigens, ich plädiere nicht dafür, dass der (heutige) Mindestlohn ABRUPT auf das besagte Niveau angehoben werden sollte, sondern schrittweise, jährlich etwa um 1-2% über der Höhe der gewünschten Inflations- bzw. Wachstumsrate.
Ja, die Löhne und die Preise würden steigen .. und die Unternehmerlöhne bzw. Kapitalrendite (bei allen) sinken. Es käme zu einer sich aufwärts drehenden Lohn-Preis-Spirale, was "bekannter"maßen das Wachstumsmotor jeder VoWi ist .. was aber sehr gerne verschwiegen wird.

Der Mindestlohn ist also eine Schere, die Kultur in kleineren Orten systematisch zerstört.

Das Gegenteil ist richtig. Die Menschen würden weniger arbeiten und sich mehr der persönlichen Kultur und Bildung widmen, sowie ihren Partnern und Kindern. Dies würde nicht nur dem Kultur- und Bildungsangebot, sondern letztlich auch der überall Arbeitsproduktivität zugute kommen.

Je mehr Arbeit automatisiert wird, desto weniger wirkt der Mindestlohn. Neue Jobs entstehen kaum noch, ...

Wieso denn nicht?

und wenn sie entstehen, so haben die 55-jährigen Entlassungsopfer kaum eine Chance auf Wiedereinstellung.

Wieso das denn? Das halte ich für Angstpropaganda nach dem bekannten Strickmuster, basierend auf einem selektiven Tunnelblick durch das Röhrchen eines Kugelschreibers auf die volkswirtschaftlichen Zusammenhänge.

Mit Gruß, Beo2


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