Zahlenvergleiche: (mL)

DT, Freitag, 26.06.2015, 07:59 (vor 3859 Tagen) @ LLF6448 Views

Was sollen denn das für Zahlen sein? Ein Monatsnettogehalt eines "Dritteldoktoranden" mit dem BruttoJAHRESgehalt eines "W4-Professors" (was soll das denn sein?) zu vergleichen, mit völlig aus den Luft gegriffenen Zahlen?

Hier die Realität:

http://www.dbb.de/fileadmin/pdfs/einkommenstabellen/besoldungsteile/gg_NW_140101.pdf

Dort sieht man (und jetzt werden Bruttomonatsgehälter mit einander verglichen):

W3 Professor Gehalt monatlich: 5795,13 EUR, macht als Jahresbruttogehalt 69541,56 EUR.

Doktorandengehälter variieren je nach Fach zwischen halber (Naturwissenschaften) und ganzer (Ingenieure) E13 Stelle (monatlich 3438,28 EUR).

http://www.dbb.de/fileadmin/pdfs/einkommenstabellen/150328_entgelttabelle_tvl_vorlaeufi...

Macht also als Bruttojahresgehalt zwischen 20629,68 und 41259,36 EUR.

Jetzt muß man noch beachten, daß beim TV-L die Sozialabgaben abgehen,
Steuern müssen beide bezahlen, das kann man dann mit dem Brutto-Netto-Rechner
vergleichen.

http://www.brutto-netto-rechner.info/

Es ist also völliger Humbug, 400 EUR (angebliches netto Monatsgehalt, nach allen Abzügen) angeblichen 120000 EUR (vermutlich brutto Jahresgehalt) gegenüberzustellen.

Ein "Dritteldoktorand" hätte nach der TV-L Tabelle 1146 EUR, und davon werden sicherlich nicht mehr als die Hälfte für Steuern und Abgaben abgezogen.

Wie ein "W4-Professor" (was ist das?) auf ein Jahresbruttogehalt von 132000 EUR kommen soll, ist auch nicht erläutert.

DASS der Professor (nehmen wir mal die realen Bruttomonatsgehälter) mit 5795 EUR pro Monat mehr als der Doktorand (nehmen wir hier mal realistischerweise eine 3/4 Stelle an, somit 2578 EUR bekommt, hängt wohl damit zusammen, daß der Professor vermutlich einiges mehr leisten mußte, um auf seine Stelle zu kommen, und wohl einiges mehr an Erfahrung und Aufgaben hat.

Schon jetzt dürfte das deutsche System beim Verhältnis von Professorengehalt zu Doktorandengehalt eines der unhierarchisten Systeme der Welt sein, denn wir reden bei den Zahlen gerade einmal vom Verhältnis 2:1.

http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/professorengehaelter-klage-gegen-besoldungsreform...

Bei den W2-Professoren sieht es noch düsterer aus, dort beträgt das MonatsBRUTTOgehalt gerade einmal 5246,40 EUR pro Monat.

Man vergleiche das einmal mit den Gehältern von Bankangestellten oder Chemiefacharbeitern.

Wir haben uns also bereits der DDR und dem "real existierenden" Sozialismus angenähert, wo Schichtarbeiter in Kombinaten genausoviel oder sogar mehr verdienen konnten wie Professoren oder Ärzte.

In anderen Ländern sieht es völlig anders aus.
Hier die Vergleichstabelle:

http://www.nzz.ch/schweiz/zahltag-an-der-uni-1.16961100

In der Schweiz: 17000 sfr pro Monat, also ca 17000 EUR beim derzeitigen Wechselkurs. Selbst kaufkraftbereinigt ist das mehr als doppelt soviel wie in Deutschland.

[image]

[image]


Zitat aus dem Vorposting:

Das Bildungswesen ist hochgradig hierarchisch organisiert. Wenn man
die Gehälter im Bildungswesen um 10% erhöht, würde der W4-Professor
132.000 statt 120.000 Euro jährlich und der Drittel-Doktorand 440 statt
400 Euro monatlich
bekommen. Mit einem Grundeinkommen würde eine
(ansatzweise) nicht-hierarchische Gesellschaft entstehen.


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