Ach Gottchen - Wenn Ideologen einen Debattenbeitrag simulieren
Lies meinen Beitrag, Du Ideologe!
Die Kernthese lautet, dass mit Geld Macht einher geht.
Weiterhin führe ich aus, dass es gewisse Familien gibt, bei denen sich viel Geld ergo viel Macht konzentriert.
Hast Du konkrete Zweifel an diesen Kernthesen?
Du krittelst da irgendwas an meinen Ausführungen zur FED herum. OK - ich steige gerne auch auf dieser Abstraktionsebene ein: So wie ich die Lage beschrieben habe, ist es inzwischen offizielle Darstellung - nicht nur in irgendwelchen Netzkreisen von denen Du verächtlich schreibst - sondern wird so beispielsweise auch in der ARD-Börsennachrichten-Lexikon/Glossar so beschrieben:
http://boerse.ard.de/boersenwissen/boersenwissen-fuer-fortgeschrittene/die-fed-hueterin...
Bei Prof. Senf kannst Du nachhören, dass diese Darstellung vor ein paar Jahren noch undenkbar war, so ein Wissen aber durchsickert.
Was weiß man denn über die FED, so faktisch, dass es die ARD als offizielle Wahrheit darstellt:
"Es stimmt also: Die Fed ist keineswegs eine Behörde, sondern eine Privatveranstaltung. 100 Prozent der Fed-Anteile liegen in den Händen privater Banken. Kein einziger Anteil wird von der Regierung gehalten.
Und doch ist auch nicht alles privat: Das Direktorium wird vom Präsidenten der Vereinigten Staaten ernannt, daher ist das Federal Reserve System eben staatlich strukturiert."
Ich bewege mich hier also auf gesichertem Terrain. Oder denkst Du die ARD ist ein typischer Verschwörungstheoretiker in Sachen US-Hochfinanz?
Du führst Dich auf, wie der Filialleiter einer Deutschen Bank, auf dessen Tag-der-offenen-Tür-Veranstalung versehentlich der Killuminati-Song gespielt wird. Nein, ich hab die FED-Sache so dargestellt wie die ARD und noch was geschlussfolgert. Nämlich dass Wirtschaftsmacht auch Macht ist.
Und bitte lass doch den dottore mal in Ruhe. Neulich erst hab ich mich hier positiv über Gold geäußert, irgendjemand hat mich mit dottore "widerlegt", dann aber zwei Posts später erfahre ich davon, dass dottore eigentlich genau meine Standpunkte vertritt.
Ich bitte Dich um sauberes Argumentieren und zwar thesenbezogen und sachlich und nicht ideologiegetrieben was Verneinendes rausgehauen. Ich hab meine Kernthesen extra aufgeschrieben, damit Du bei Deiner Antwort vielleicht berücksichtigen möchtest, um was es geht.
Geld ist gleichgebeutend mit Macht und Einfluss. Gewisse Familien haben Geld und viel Einfluss aus historischer Tradition und guten Kontakten heraus. Vieles deutet darauf hin, dass Macht nicht nur staatlicherseits ausgenutzt wird. Die Frage, wer die Strippen zieht, ist spannend. Es sind wohl gut vernetzte "Privatleute". Aus meiner Sicht brachte es Seehofer auf den Punkt: "Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt – und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden."
Das liegt auf der Hand. Wenn Du das leugnest, zugunsten der ideologischen These, dass Macht und möglicher Machtmissbrauch nicht auch von Privatakteuren wie den Banken der Hochfinanz ausgehen kann, sondern nur vom Staat, weil nur der Staat Macht missbrauchen kann, dann ist zumindest eines klar: Du bist ein Ideologe...
Hier im Gelben bin ich schon auf drei solcher fatalistisch angehauchter Ideologen-Lager gestoßen, bei denen sich irgendwann der Realitätsbezug offenbar grußlos verabschiedet hat:
#Waldmystizismus: Die Frage, ob wir unsere Häuser verlassen sollten um der Zivilisation im Wald den Rücken zu kehren?
#Anarchokalitalismus: Soll das Geld einfach alles für die Gesellschaft entscheiden, wird schon gut gehen...
#Leviathantheoretiker: Vom Glauben dass jeder kleine Bürgermeister machtmissbräuchlicher als Rothschild unterwegs ist...
Bei Dir tippe ich auf Option Leviathantheoretiker oder Anarchokalitalist. Ich halte Ideologien generell für ein Problem. Und ehrlich gesagt, als ich hier auf das Gelbe stieß, haben es mir sofort ein paar Signaturen angetan, die die Ablehnung von Ideologien zum Thema hatten. Leider ist das nur eine Strömung hier.
Glaub mir, Ideologien müssen erkannt und überwunden werden. Die Themen werden dann zwar komplexer, aber die Debatte ist näher an der Wahrheit. Mit Hegels Dialektik über die Welt zu sprechen wird ihr mehr gerecht, als als One-Trick-Pony, dass lediglich über den Staat schimpfen kann.
Denn wenn jemand einwendet, dass Wasserversorgung und andere Grundversorgungsinfrastruktur nicht privatisiert werden sollte... und zwar aus logischen wirtschaftlichen Gründen... dann sollte man da auch mitdiskutieren können. Und nicht nur "böser Staat, Rothschild ist super, Hängt Bernadette noch höher!" einbringen, weil die ideologischen Denkschienen einen differenzierteren Blick auf die Realität nicht hergeben.
Deswegen sind solche Einwürfe wie der Deine ganz amüsant, aber sie bleiben ideologisch geleitet und damit religiös angehaucht. Ich hab nix gegen Religiöse. Ich mag nur die Bekehrer nicht, die ihrem Glauben verbissen folgen, aber nicht einsehen, dass ideologisch geprägte Argumente keine Sachargumente sind. Wenn aber nicht auf Sachargumentebene debattiert wird, sondern stets ganz abstrakt und nur im Sinne ideologischer Leitmotive, dann scheppert nur die Luft.
Gerne debattiere ich mit Dir. Aber dann beschäftige Dich bitte erst einmal wirklich mit meiner Kernthese, aus dem letzten Posting. Hier nochmal ganz kurz zusammengefasst:
Geld ist gleichgebeutend mit Macht und Einfluss. Gewisse Familien haben Geld und viel Einfluss aus historischer Tradition und guten Kontakten heraus. Vieles deutet darauf hin, dass Macht nicht nur staatlicherseits ausgenutzt wird. Die Frage, wer die Strippen zieht, ist spannend. Es sind wohl gut vernetzte "Privatleute". Aus meiner Sicht brachte es Seehofer auf den Punkt: "Diejenigen, die entscheiden, sind nicht gewählt – und diejenigen, die gewählt werden, haben nichts zu entscheiden."
Gruß, Bernadette