"die Defekten und Bequemen" (die Mehrheit) ..

Beo2, NRW Witten, Samstag, 23.05.2015, 11:01 (vor 3889 Tagen) @ Weiner4438 Views
bearbeitet von unbekannt, Samstag, 23.05.2015, 11:10

Die Psychopathie oben hat ein Spiegelbild unten.

Ich nenne es die Soziopathie, das Animalische, die Instinkte .. das Reptil, die Ratte, den Haifisch etc., und den Affen im Menschen. Diese Programme sind in uns.

Ja, die Soziopathie hat ein Spiegelbild unten: die Psychopathie. Die letzteren, das sind die verklemmten, ängstlichen, die ihre überschießenden Emotionen und Neurosen (Angst/Hass) verdrängen und rationalisieren. Daraus entsteht im Extremfall das Phänomen der individuellen oder kollektiven Geisteskrankheit (Wahnsinn, Krieg), die auch sehr gewalttätig sein kann.

Die Psychopathen da oben können sich nur halten, weil die Defekten und Bequemen hier unten das zulassen.

Auch dem stimme ich zu. Die Defekten sind notgedrungen bequem, weil individuell und innerlich stark geschwächt und gespalten.

Es mag so gewesen sein, dass die ersten Staatssysteme vor 6000-7000 Jahren durch gewalttätige Überlagerung von Männerbanden über nicht wirklich wehrfähige Agrargemeinschaften entstanden sind. Und ganz zweifellos hat sich diese Gewalttätigkeit mit psychopathischen Charakteren fortan gepaart - und ist in dieser Kombination seither eine wesentliche Komponente für die Aufrechterhaltung des Staatsparadigmas geblieben. *)
Man darf aber nicht übersehen, dass Untertan zu sein, auch Vorteile bietet: man zahlt, und andere nehmen einem die soziale Organisation des Lebens - die sehr anstrengend sein kann ... - auf weite Strecken ab.

Ja, es ist besonders dann anstrengend, wenn mensch emotional defekt ist und vieles verdrängen muss. Hinzu kommt die sich darauf aufbauende Irrationalität. Der Verstand geht flöten. Dann hat mensch zu wenig Kraft, Mut, Flexibilität und Mobilität, um sich durchzusetzen oder Nein zu sagen. Auch mit den menschlichen Beziehungen klappt es nicht besonders.

Immer mal wieder in der Geschichte wird diese Korrespondenz zwischen Hirt und Herde durchschaut, ein sehr schöner Traktat ist etwa der von Étienne de La Boëtie (1530-1563) "Die freiwillige Knechtschaft des Menschen". **) Und Immanuel hat be-kan(n)t-lich dieselbe Sache unter einem anderen Zeitgeist dann klassisch formuliert:
"Selbstverschuldet ist die Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen."

Ja, die menschliche Herde wurde durch Gewalt erzeugt und durch Auslese gezüchtet.

„Daß der bei weitem größte Teil der Menschen (darunter das ganze schöne Geschlecht) den Schritt zur Mündigkeit außer dem, daß er beschwerlich ist, auch für sehr gefährlich halte: dafür sorgen schon jene Vormünder, die die Oberaufsicht über sie gütigst auf sich genommen haben.“ ***)

Ja, die letzteren, das sind die dümmeren Soziopathen auf den unteren Rängen, die Folterknechte .. häufig bei der Polizei, dem Militär, den Geheimdiensten und natürlich bei der Mafia, mit der die da oben "fallweise" zusammenarbeiten, zu finden.

Die Psychopathologie an der Basis geht so weit, dass wir uns fast ganz entäußern, selbstentfremden, vielfach die Menschlichkeit eigentlich verlieren. Indem wir freiwillig unsere Gesundheit an ein Gesundheitssystem abgeben, die Erziehung unserer Kinder an die Schule, die Versorgung unserer Eltern an die Altenheimindustrie, den Schutz der Umwelt an die Grünen, die Verhandlung mit dem Arbeitgeber an die Gewerkschaft, unsere Phantasien an Hollywood, unser Denken an die Medien, das Lebensrisiko an Versicherungsgesellschaften, unseren Beutel an die Banken, die politische Willensbildung an Parteien etc. etc. geben wir letztendlich uns selbst auf. Wir sind auf diese Weise kaum weniger psychopathisch als die da oben: und diese unseren psychischen Defekte sind letzlich der Dünger auf dem die ganz bösen Blumen hervor - und nur scheinbar nach oben wachsen.

Ja, wir sind die Psychopathen, die Defekten und Bequemen. Die da oben sind die Soziopathen, die Tiere in menschlicher Gestalt.

PS: Der Begriff der Psychopathologie müßte im Kontext von sozialen Ordnungen und Politik eigentlich erst definiert werden.

Sie ist bereits definiert - siehe auch Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Psychopathologie

"Der Begriff Psychopathologie (von ψυχή psyché „Hauch“, „Seele“, „Gemüt“ und πάθος, páthos „Leiden[schaft], Sucht, Pathos“ und logos „Wort, Vernunft, Sinn, Lehre“) bedeutet: die Lehre von den psychischen Erkrankungen. Der Begriff wurde im 19. Jahrhundert geprägt vom Freiburger Psychiater Hermann Emminghaus.[1]
Die Psychopathologie ist ein Teilbereich der Psychiatrie und der Klinischen Psychologie. Sie beschäftigt sich mit den Formen eines krankhaft veränderten Bewusstseins, Erinnerungsvermögens und Gefühls- bzw. Seelenlebens. Sie beschreibt Symptome psychischer Störungen, die in ihrer Komplexität dann als Erscheinungsformen psychischer Erkrankungen benannt werden ..."

Dieser Begriff trifft aber auf "die da oben" in der Wirtschaft, Politik und Unterwelt nur selten zu. Es trifft auf die schwache Mehrheit da unten.

Hätte man die betreffenden Kriterien fixiert, würde man wahrscheinlich finden, dass ihr Vorkommen gleichverteilt ist.

Die Psychopathen sind in der überwältigenden Mehrheit; es sind im wesentlichen unter den Lohnsklaven zu finden. Die Soziopathen sind eine Minderheit; es sind die Sklavenhalter und ihre Folterknechte.

Ich spekuliere manchmal aber, ob nicht bestimmte Merkmalskombinationen auch vererbt werden können und somit familiär, vielleicht sogar schichtenspezifisch (Kasten in Indien) gehäuft aufscheinen.

Soziopathen sind schwer erziehbar, weil sie nur sehr schwache Emotionen haben.
Erziehung (Sozial'Isation) ist aber zunächst ein Konditionierungsvorgang von Emotionen, auf denen dann bestimmtes, pro-soziales und kooperatives Verhalten sowie entsprechendes Welt- und Menschenbild aufgebaut werden kann. Das ist bei den "geborenen" Soziopathen deutlich erschwert, wennauch nur selten ganz unmöglich.

Mit Gruß, Beo2


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