Psychopathie vs. Soziopathie ..
Hallöchen Phoenix5
Ich finde den Begriff Psychopath allerdings nicht gut gewählt - da hier keine Geisteskrankheit vorliegt - sondern lieber den Begriff Soziopath (Soziopathie).
Soziopathen sind oft oder meistens überdurchschnittlich intelligent und können sehr charmant, besorgt, mitfühlend und vertrauenswürdig "erscheinen" bzw. wirken! Und da liegt genau der Hase im Pfeffer: im fehlenden Mitgefühl (Empathie) und fehlender Skrupel. Die Störung [Defizit!] liegt im emotionalen Bereich. Sie sind sehr gute Schauspieler und Lügner!
es ist eher umgekehrt: Der Psychopath ist ein Produkt seiner Gene. Der Soziopath ein Produkt seiner Umwelt. Der Soziopath hat sich aufgrund seiner negativen/traumatischen Erfahrungen im Kindheits- und Jugendalter wesentlich weniger unter Kontrolle, ist aufbrausend, impulsiv und meist unfähig langfristig eiskalt zu kalkulieren.
Der Psychopath dagegen wird - wenn man so will - "böse geboren". Durch seinen genetisch bedingten Mangel an Empathie, Einfühlungsvermögen, Mitleid/Mitgefühl von Kindheit an, merkt er recht bald, dass seine Umwelt anders ist als er selbst, weshalb er notgedrungen Gefühle simulieren und schauspielern muss, um Anschluss zu finden, nicht negativ aufzufallen und seinen Alpha-Trieb realisieren zu können.
Interessant! .. sehe aber die tiefere Wortbedeutung genau umgekehrt. Ist aber reine Definitionsache. Nach mir:
Psychopath = Geisteskranker ("Wahnsinniger"). Psychopathologie ist die Lehre von den Geisteskrankheiten. Diese entwickeln sich zumeist aus Neurosen (oder Hirnschäden), die zunächst nur emotionale Störungen sind, u.z. durch kognitive Kompensation (z.B. Dissonanzreduktion u.a.). Mit Geisteskrankheit wird bestimmt Keiner geboren. Sie sind Produkte falscher sozialer Konditionierungsvorgänge oder von Hirnschäden.
Soziopath = purer, gnadenloser Egoismus, wie es unter den Tieren Gang und Gäbe ist. Reine Instinkte; fehlgeschlagene Sozial'Isation. Entweder-Ich-Oder-Du-Denken (auch: Monokausalität, Konkurrenzdenken). Keine Spur von Geisteskrankheit. Schwer erziehbar.
Erst dadurch wird er überhaupt zum charmanten Allrounder in allen sozialen Belangen, weil das Beobachten und Simulieren von Emotionen (die ihm fehlen) für ihn auf sozialer Ebene überlebensnotwendig war. Während der Psychopath verbissen auf ein Ziel (die Spitze der Pyramide erklimmen) über Jahre hinaus hinarbeiten kann, wird der Soziopath, der dazu nicht fähig ist, von ihm instrumentalisiert, um seine Ziele zu erreichen. Und der Soziopath lässt sich nur zu gern vom Psychopathen instrumentalisieren - will er doch selbst gern "Jemand" sein, ohne dabei beharrlich sein zu müssen.
Ein sehr plakatives Beispiel für einen Soziopathen/Psychopathen-Verhältnis sind die intellektuellen Führer einer Nazi/Kommunisten-Partei (Psychopathen) und ihre Schläger auf der Straße (Soziopathen). In der Mitte der Gesellschaft ist der Psychopath der sich opportunistisch windende Wurm an der Spitze und seine soziopathischen Beamten-Führer (Schreibtischtäter).
Ich denke, Psychopathen sind die meisten Menschen .. neurotisch, voller Angst und irrational denkend. Soziopathen sind nur wenige. Diese funktionieren wie die Schweizer Uhr .. kühl berechnend und störungsfrei.
Überall wo sich Psychopathen hineindrängen können, höhlen sie solche Systeme aus. Schau dir nur genau an, was aus der amerikanischen Verfassung im Laufe der Zeit gemacht wurde und die ist meines Erachtens eines der durchdachtesten und genialsten Verfassungen der Menschheitsgeschichte gewesen.
Ist klar.
Demokratie (in welcher Spielart auch immer) wurde ohnehin nur implementiert, um die verschiedensten Klassen, die sich aus der kapitalistischen Dynamik ausdifferenzieren, den Schein von Mitsprache und Mitbestimmung zu geben und damit ruhig zu halten. Auch wenn ich glaube, dass massenkollektivistische hierarchische Strukturen grundsätzlich scheitern müssen, glaube ich doch, dass man ihr Leben verlängern kann. Interessanter wäre eine Gesellschaft, die sich moralisch selbst reguliert, beispielsweise, wenn sowohl für die Regierung, als auch für Gerichtsprozesse nicht Politiker/Richter/etc. ernannt/gewählt/eingesetzt werden, sondern periodisch eine repräsentative Menge an Menschen per Los aus der Gesellschaft gezogen werden, die dann regieren/Recht sprechen (diese Form von Recht wäre zwar Willkür, aber meines Erachtens dennoch um Welten gerechter [im Sinne der Moral] als die heutige Rechtssprechung).
Ich plädiere für echte Demokratie .. und das wäre weitgehende Basisdemokratie; dezentrale Machtverteilung.
Natürlich hätte so ein System auch Nachteile (ein Philosophen-Staat wäre es keiner), aber jede Form systemimmanenter Aushöhlung durch geisteskranke Menschen wäre ausgeschaltet.
Ernsthaft geisteskranke Menschen ("Wahnsinnige") sind harmlose und leidvolle Socken .. und landen meistens in der Psychiatrie bzw. unter Psychopharmaka. Sie leiden selbst am meisten.
Die meisten Menschen sind allerdings "ein wenig geisteskrank", weil sozial fehlgebildet, fehlgeleitet und emotional fehlentwickelt. Der Konsum an Psychopharmaka ist steil im Wachstum begriffen.
Mit Gruß, Beo2