Zentralinstanz = zwingend strukturierende Beziehungen/ Relationen

Silke, Samstag, 05.11.2016, 19:09 (vor 3411 Tagen) @ Kurt3280 Views

Lieber Kurt,

Selbstverständlich existiert "die Zentralmacht". Sie muss (und kann) nur
nicht unbedingt lokalisiert werden, und das tun auch weder @Zara noch
@Ashitaka.

Darum geht es mir.

"Zentralmacht" ist ebensowenig lokalisierbar (egal ob im Schwarm oder beim
Uckmuck) wie "Geld" klimperbar ist. Beides sind Beziehungen, Relationen und
keine Dinge oder Organe.

Ganz genau. Und beides sind Facetten eines Ganzen.

Der Seestern
z.B. ist ein Tier ohne Gehirn und somit (wie ein Schwarm) ohne
lokalisierbare Zentralsteuerung. Dennoch HAT er selbstverständlich eine
"Zentralsteuerung", die seine sämtlichen Lebens-, Bewegungs-,
Fortpflanzungs- und Stoffwechselfunktionen äußerst zuverlässig steuert.

Das ist ein gelungenes Bild.
Beim Kraken sieht es auch ähnlich aus.
Ein Arm kann bis zu einem gewissen Grad selbständig nach einfachen Mustern agieren.

Diese besteht in nichts anderem als in Memen, die in der Struktur des
autopoietischen Netzwerks seiner Darmnerven codiert sind, und die seine
Umgebung komplexitätsreduzierend nach innen abbilden, was wiederum
gleichbedeutend mit dem Bewusstsein des Seesterns ist. Und bei uns, ebenso
wie bei jedem Schwarmorganismus, ist das Prinzip genauso.

Das ist ein sehr gelungenes Bild.
In der organischen Materie (die ja laut H.P.Dürr wiederum auch nur aus Beziehungen besteht) codierte Meme...vielleicht diese oder jene Felder...
...die möglicherweise wiederum die Materie beeinflussen?
Ein Wechselspiel zwischen Biologie, Chemie und Physik wie schon entgegen der unglücklichen Trennung zwischen organischer und anorganischer Materie oder zwischen Genetik und Epigenetik postuliert wurde ("Die Wissenschaften müssen sich wieder annähern").
Die "anorganische" Erde ist ja im Sinne der Autopoiese auch ein Lebewesen, so wie ich oder meine Gemeinschaft eines ist. Wir unterliegen Zwängen, denen wir ausgeliefert sind - wir müssen z.B. Urschulden bedienbar halten, nur weil wir leben.
Ehrlich gesagt sehe ich auch nicht wirklich eine Möglichkeit, mich als Lebewesen "SilkesSippe" der Abgabeschuld fordernden Zentralinstanz zu entziehen.
Andere Foristen tun sich da scheinbar leichter, weil sie sich offensichtlich weder mit Eltern, Großeltern, Kindern, Enkeln oder Geschwistern noch mit familiennahen Freunden nah genug verbunden fühlen, so dass sie problemlos als Einzelindividuen "Into the Wild" abzwitschern könnten.

würde sie aber gern von den Cracks hier ausdiskutiert sehen


Bitte aber nicht im Sinne eines
Tanzwettbewerbs
(ums Weibchen) [[herz]]

So war das nie gedacht.
Den Stress machen sich hier andere Foristen.
Je besser die anderen schreiben umso weniger muss ich schreiben.

"Die Zentralmacht" ist nichts anderes das
gefickt
eingeschädelte
Krebs-Mem genannt Gesellschaft, das seit der
Ur-Bilanz in Uckmuckistan schlichtweg Giltâ„¢

Ich kann mir noch kaum vorstellen, das @Ashitaka mit seinen Texten ganz woanders hin wollte, als zu einem Memplex der Macht, der unsere Symbolik, unsere Sprache, unsere Codierung, unsere Gedanken, unsere Gefühle und unsere Handlungen fesselt - in sich selbst repetierenden und leider durch Anergiezunahme verstärkenden Spiralbögen, ähnlich der von @Leserzuschrift beschriebenen Riemannschen Fläche.
"Ein System, das sich im Gleichgewicht mit der Umgebung befindet, ist also nicht ohne Energie, sondern ohne Exergie und enthält immer noch seine Anergie."
Das klingt sehr wie Überschuldung wegen Abriss der Nachschuldnerkette nach Aufschuldung = Ende des aktuellen debitistischen Durchlaufes.

Liebe Grüße
Silke


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