@Ashitaka zu Geld, Geldträger, Wert, Entstehung, Geschichte (Best of)

Silke, Samstag, 05.11.2016, 04:55 (vor 3411 Tagen) @ Nico4039 Views
bearbeitet von Silke, Samstag, 05.11.2016, 05:53

Moin, lieber Nico,

Na, wieder beim Zanken?[[zwinker]]
Gut so! Man kann nicht oft genug hier darüber streiten.[[top]]

Nein, die Sicherheiten hängst immer nur du an den Aspekt der physischen
Erzeugung und Vernichtung von Banknoten, um so dieses Thema als nun
angeblich wesentliches durchzuschmuggeln.

@Rybezahl hängt völlig richtig immer wieder das "richtig Wichtige" an, da wesentlich...

Hier mal mein Best of @Ashitaka zum Gilt/gültig/Geld:

Einleitung:
Du verwechselst die Urkunde (Eurobanknote, Aktivum) mit dem Beurkundeten (Geld, Passivum).

Geld ist kein:
Produkt, das teilgefertigt durchs System wandert.
Durch das System wandert lediglich das, was zukünftig die durch Akt bestimmte (=operierte) Eigenschaft trägt. Und an dieser Operation nimmt keine Nichtbank teil. Sie alle reichen nur ihre Schuldtitel (notenbankfähige Sicherheiten) ein und dann passiert es. Weil es die Zentralmacht über ihr autorisiertes Institut so will (Machtkreislauf).
Die Nichtbanken bieten lediglich das Potential, sich zu verschulden. Sie begründen untereinander Schuldverhältnisse, schaffen damit die Basis des Geldsystems.
Welche Eigenschaft haben Schuldtitel denn vorher? Sind sie Geld? Kann man mit ihnen Abgaben bezahlen? Nein, sie drücken zeitlich, sie sind nicht kurrant, teilweise nicht einmal marktfähig. Erst durch die geldpolitische Operation entsteht die Eigenschaft Geld, als Machtakt! Und wenn es morgen wieder Metall sein soll, dann eben Metall. Die Macht machts möglich!
Der Entstehungsakt von Geld ist die geldpolitische Operation, erst damit wird verrichtet
(Voraussetzungen für die Entstehung des Geldes sind privatwirtschaftliche Vorleistungen)

Geld ist kein:
Schuldtitel, Geld ist die Eigenschaft "Macht" (durch Zentralinstanz bzw. deren Autorisierung abgetreten).

Geld ist:
eine Eigenschaft (ein durch Zentralmacht erweckter Geldcharakter), eine Eigenschaft/ ein Charakter, die / der einzig und allein dadurch zustande kommt, dass sie / er durch eine Zentralmacht einem kuranten Träger zuschgeschrieben (per Gesetz, per Verfahren).
Geld ist Macht, kein Produkt. Macht wird nicht produziert, sondern an die Untertanen abgetreten (siehe Machttheorie von Paul C. Martin). Macht soll verteilt werden, muss deshalb in Einheiten ausgedrückt werden. Die Zentralmacht bestimmte in früheren Tagen die Beurkundungsform der Geldeinheiten und händigte diese aus. Mit allen Problemen die nach der Zeit enstanden.
Heute wird die Macht (=Geld) auf Basis von Schuldtiteln an die Untertanen abgetreten. Die Bilanzverlängerung ergibt sich aus der Rückkaufforderung und -verpflichtung. Aus der Verpflichtung der Zentralbank wird das Geld begründet, im Hinterkopf der Gedanke, dass die zeitlich auf das geldpolitische Geschäft beschränkten Geldeinheiten notwendig sind, um die Besicherung der Staatsverschuldung zu gewährleisten.
Die Wirtschaft folgt dem Geld (Rödeln um der Abgabeneinheit wegen).
Mit jeder weiteren Beurkundung von Geldeinheiten mittels Banknoten geht ein sich auf die Einheit beziehender Machtschwund einher (d.h. Inflation).

Geld ist:
nichts anderes als umlauffähig gemachte, besicherte Verschuldung.

Geld ist:
durch höhere Gewalt (heute durch den Staat) verteidigt.
Der Wert des Geldes braucht die Gläubiger-Schuldner-Beziehungen (vereinfacht Schulden), welche dieser Prägung (z.B. 10 EURO, 500 EURO) überhaupt erst den debitistischen Sinn verleiht, uns die "Liebe zum Geld" erklärt. Einzig Geld ist heute, kraft staatlichem Gesetz, das alles im "Kapitalismus" vergleichbare Rechenmittel (Money of Account). ]Eine Einheit, welche ihre Wertqualität erst durch die Beziehung zu einer Kontraktschuld erhält. Hier findet die Eingliederung des Kapitalismus in den Debitismus statt, oder anders ausgedrückt: Das Geld macht keinen Sinn, wenn es nicht bereits vorher eine solche Schuldbefreiung und Gläubigermacht prägt. Deshalb ist auch Nettogeld ein Witz. Es braucht Gläubiger-Schuldner-Beziehungen, damit überhaupt erst Preisfindungen am Markt und Bewertungen von Eigentum in diesem Rechenmittel erfolgen. Es muss mittels erfüllter Zentralbankerfordernisse umlauffähig gehalten werden, Schuld will getilgt werden.

Geld ist:
deshalb ein umlauffähig gemachter Schuldkontrakt, nicht andersrum. Wir haben es so wertgeschätzt, weil keine andere Beziehung so viel Zeit und Entscheidungsfreiheit bietet. Die Kehrseite sieht man halt nur im gesamtgesellschaftlichen Blickwinkel:
Und wenn jeder Kapitalist und Bürger halt einen Mehrwert realisieren will (mehr Gläubiger als Schuldner sein möchte), dann geht dies immer nur mittels neuer Schulden, also einer Ausweitung der gesamtgesellschaftlichen Verschuldung und einer Steigerung des Ausfallrisikos etc.

Geld ist:
eine durch geldpolitische Operation (Hinterlegung eines an Voraussetzung geknüpften Schuldtitels) erweckte, durch System der Zentralinstanz bewahrte Eigenschaft (Macht), die bei der Zentralbank passiviert wird. Um die Funktionalität dieser Eigenschaft zu ermöglichen, sind Urkunden (z.B. Eurobanknoten) vorgesehen. Sonst wird das nix mit dem Aktivuum, ob nun in digitaler oder analoger Form.

Geld (die Geldsumme) ist:
eine durch Urkunden bezifferte Eigenschaft dieses Systems. Geld ist Macht. Erst die Bezifferung des Geldes öffnet den Machtkreislauf, macht Geldteilsummen übertragbar. Wir nehmen fälschlicherweise an, dass wir selbst diese Macht in den Händen halten, wir dadurch die Mächtigen sind. Doch dem ist nicht so. Die Macht ist ein Passivum der Zentralbank (autorisiert durch Zentralinstanz), systematisch einzig und allein dazu geschaffen, um die Verschuldung der Zentralinstanz (heute Staatsverschuldung), dadurch, dass sie der Zentralinstanz gegenüber gesollt wird, zu besichern (Staat fordert Abgabe-/Geldeinheiten). Eine andere Option, Tribut durch Krieg außen vor, gibt es nicht.

Eurobanknoten sind:
Urkunden, die einen Teil der Geldsumme beziffern. Der 500 Euroschein ist demnächst vielleicht keine solche Urkunde mehr. An der Geldsumme ändert sich deshalb leider gar nichts, denn Geld ist ein Passivum, das dann halt andersweitig beurkundet wird (5 x 100 Euroscheine).
Die Eurobanknote ist nicht das Geld ist, sondern eine "Urkunde". Das auf geldpolitischen Operationen basierende Geld der EZB ist immer Geldsumme/Geldteilsumme. Warum ist das so wichtig? Weil es sich um ein Passivum der ZB handelt. Die ausgereichte Urkunde (Eurobanknote) dient ausschließlich dazu einen Teil dieser Geldsumme (ZB-Passiva) zu beziffern, der gewünschten Funktionen des Geldes wegen. Das Wesen des Geldes ist nicht seine Funktion, sondern die weiter unten erklärte Eigenschaft.
Geld ist eine durch das zentralistische (Abgaben)system (Autorisierung EZB) garantierte Eigenschaft, Macht. Was Dottore zur Machtzession schrieb (Privateigentum) gilt ebenso für das Geld. Geld ist Macht, die Fähigkeit einen Kapitaldienst zu stretchen (einziger Sinn & Zweck der auf Kreditkontrakt basierenden Geldsummen), dadurch, dass die Geldschuld eines Grundgeschäfts (z.B. Grundstückskaufvertrag) zwar erfüllt wird, im Gegenzug aber nun eine längerfristige Geldschuld (Kreditverbindlichkeit) im Raume steht. Durch den Zugang zu dieser Macht habe ich mir ein Vermögen aufgebaut, die Zeit erhalten, um mich zu entschulden.

Das Beurkundende (Eurobanknote) ist niemals das Beurkundete (Geld).

Bargeld ist nicht das Geld, denn Bargeld ist ein Aktivum. Geld aber ist ein Passivum.

Der (Geld)Träger:
unterscheidet sich von der getragenen Eigenschaft. Es ist diese Unterscheidung, die uns erklärt, weshalb wir einen immer fortlaufenden Wandel des Geldsystems, trotzdessen, ohne dass uns das Geld abhanden kam, erleben durften. Bis auf den Träger und die heutigen Verfahren hat sich nichts am eigenschaftlichen bzw. charakterlichen System des Geldes geändert.

Bestreite ich nicht.

Doch, wenn du begreifen würdest, dass die Eigenschaft "Geld" (Gültigkeit) zugleich die "Bemächtigung des Eigentümers/Halters" durch Zentralmacht ist. Es kommt auf das Gebiet an, in dem Geld seine Funktion bietet. Geld wird nicht produziert, Geld kommt per Zentralmachtakt (bzw. autorisiert) in die Welt. Ist der Träger kurant und die Funktion als Abgabe positiv, so entsteht per Gesetz/Verfahren die Eigenschaft "Geld".

Dottore dazu:
"Die ganze Sache mit dem heutigen "Geld" ist deshalb nicht ganz einfach zu verstehen (auch ich habe elend lange gebraucht, bis mir alles klar gewesen ist), weil wir es uns nur schwer vorstellen können, dass "Geld" etwas ist, das es "als solches" überhaupt nicht gibt. (Gelacht werden darf später)."
"Geld" und der "Wert des Geldes", dies sind zwei völlig unterschiedliche Betrachtungen.
"Sie sind eine besondere Art von Schuldtiteln der Öffentlichen Hand, also der Bundesländer und des damals vereinigten Wirtschaftsgebietes (Rechtsnachfolger Bundesrepublik Deutschland), die den Kreditinstituten und Versicherungsunternehmen im Zusammenhang mit der Währungsreform zugeteilt wurden."

Der Wert des Geldes:
entsteht einzig und allein dadurch, dass man es haben muss, da es gesollt wird. Es muss auf die Schuld geblickt werden, denn da rührt der Geld- bzw. Machtkreislauf schließlich her. Der Wert des Geldes wird durch Schulden begründet, die da auf Geld lauten (Abgaben-/Steuerschulden). Würde niemand Geld als Abgabe (ex nihilo!) schulden, würde es nicht durch ein übergespanntes Macht- und Herrschaftssystem standardisiert werden und vor der Fälschbarkeit bewahrt werden (Währungssystem, Target, Banknotenumlauf etc.), würde es auch niemand akzeptieren. Der Gedanke an "Geld des Geldes, der Freude wegen" erübrigt sich, wenn man begriffen hat, dass jeder Wirtschafts- bzw. Handelsraum, in dem Geld erst Sinn (Wert) entfaltet (aber nicht begründet), durch formlose Machtstrukturen (Vergewaltigungen!), nach gewaltsamer Unterdrückung und formeller Herrschaft (Ich bin euer König und ihr seit nun meine Kinder!) entstanden ist. Dieser Überbau wird nur zu gerne ausgeklammert.

Wert:
ist ein geliehenes Verhältnis, welches wir nur dann begreifen können, wenn wir bereit sind die makroökonomische Ganzheit des debitistischen Ablaufes zu begreifen. Wir bewerten Güter und Dienste nur dann, wenn es sich mental in gesetzlichem Zahlungsmittel ausdrücken lässt. Der Ausdruck ist die Preisung. Der Preis ist dabei nicht von Erwartungen oder von Gefühlen abhängig. Der Preis ist (und nun wechseln wir auf die makroökonomische Sicht des Systems und hören ganz genau zu) von der Nachfrage des Publikums nach Verschuldung abhängig.

Nutzen und Wert:
werden in den gleichen Topf geworfen!
Und genau da liegt der ewige Selbstbetrug unserer herrschenden Ökonomie: Sie definiert nicht klar genug, sondern bedient sich der Unschärferelation und der Mißachtung realer Umstände (Zeit, Vorfinanzierung), aus Machtgründen und dem Zwang der Verteidigung des Selbstwertgefühls.
Kein Ding wird konkret bewertet, weil es ein Gefühl der Brauchbarkeit, eines Nutzen, gibt! Eine solche, unkonkrete Bewertung kann nur als Gefühl verstanden werden, einer Sehnsucht, dass es dafür einen Preis zu verhandeln gibt.
Alles wird konkret bewertet, weil es einen Preis gibt, der dies ausdrücken muss! Der Preis wird in umlauffähig gemachten Schulden ausgedrückt! In jedem Kontrakt, in jeder Bilanz, in jeder Cash-Rechnung und Planung einer Mehrwertgewinnung. (Richtigerweise: Mehrwertrealisation)
Deshalb ist das Ding, der Dienst, völlig unrelevant und niemals die Quelle der mikroökonomisch modellierten Wertschöpfung. Wenn ich als Wirtschaftsprüfer dem Privatunternehmern oder der Körperschaft des öffentlichen Rechts meine Dienste anbiete, dann kann ich Leitstelle zwischen Zahlenden (Mandanten) und Zahlungsempfängern (Personal, Kosten, Privater Lebensunterhalt) sein.
Ich kann mich aber auch in der makroökonomischen, debitistischen Sichtweise begreifen und einen Kauf aus vorheriger Verschuldung (z.B. eine Immobilie) tätigen. Wenn abertausende Steuerberater, Rechtsanwälte und Ärzte auf diesen gleichen Gedanken kommen, dann wird aufgewertet, werden Werte verteidigt, können zeitlich befristete Wertblasen geschaffen werden.

Der Wert des Geldes:
wird nicht durch den gewalttätigen Zwang des Staates begründet. Geld gab es, wie bereits oft in diesem Forum diskutiert, lange vor den ersten Staaten. Mit dem Zwang verteidigt der Staat den Rechtsraum und damit seine Existenzgrundlage. Er muss diesen Willen vorfinanzieren bzw. durch seine Steuern bezahlen. Der Staat wüsste aber nun nicht einmal, wieviel Abgaben und Steuern er nominell von seinen Bürgern fordern müsste, wenn nicht bereits vorher die Preise und Werte für die dafür zu zahlenden Leistungserbringungen gegenüber dem Staat vorhanden wären. Hier müssen wir weit zurück denken und nicht in den Glauben verfallen, dass die Staatsmacht die nominellen Wertfindungen in seinen Geburtsstunden beeinflusst. Natürlich hat die inflationäre Wirkung der Staatsverschuldung darauf später einen Einfluss, aber wie besagt nicht dem Grund nach. Der Staat ist hier nämlich ebenfalls nur als ein verschuldetes Subjekt zu verstehen, eines, dass ungern tilgt und damit die inflationär wirkt.
Die nominellen Ausgaben und damit auch die nominelle Höhe der Abgaben und Steuern bestimmt nicht der Staat als unabhängige Instanz. Der Staat hat nur die Qual der Wahl, welche Ausgaben er sich für welche Aufgabenerfüllungen ans Bein bindet oder wie hoch er die Steuern und Abgaben per materieller Gesetzgebung (Die Steuergesetze) festsetzt.

Wertqualität des Geldes:
Völlig richtig, wie du zwischen dem "Wert des Geldes als Gut" und der "Wertqualität des Geldes" unterscheidest!
Der Staat bestimmt nicht die Wertqualität des Geldes, er kann diese nur durch seine Verschuldungskraft beeinflussen.

Geld entsteht:
in dem Augenblick, da eine Zentralmacht Abgaben erhebt, d.h. in dem Augenblick, da sie Schulden ex nihilo erzwingt. Sie entscheidet darüber, wann und was die Eigenschaft Geld trägt und damit die Funktion als Abgabe bietet.
Dottore dazu: "Das Geldmonopol aus dem Abgabenmonopol der Macht heraus vermag restlos alles als Geld STZM per Dekret festzulegen, und wenn es die Sonnenstrahlen vom Palasttempel als STZM sein müssen, dieses traf vor 5000 Jahren genauso zu wie heute."
Der Geldschöpfungsakt ist ein Augenblick, getragen wird das Geld von unser aller Verschuldungen und unserem Verschuldungspotenzial.
Eigentum als Voraussetzung für Geld? Es reichen Schulden, Schulden ex nihilo, die Festsetzung des Machthalters!


Die Geldeinheiten entstehen:
nicht durch die Wirtschaft, sondern dadurch, dass die Zentralinstanz auf der einen Seite auf Geldeinheiten lautende Forderung gg. den Abgabepflichtigen in den Raum stellt und auf der anderen Seite ihre Schulden in Geldeinheiten bezahlt (bewertet) und die Beurkundungen (Uckmucks) an die Söldner ausreicht. Dadurch entsteht das den Wert erschaffende System, d.h. die Untertanen werden gezwungen jede Nichtgeldeinheit in Geldeinheiten zu bewerten, Paritäten erschaffen. Ohne diese Bewertung kommt niemand an die zum Termin an die Zentralinstanz abzuliefernden Uckmucks. Den Wert an sich gibt es nicht.
@Kurt erklärt, dass der neu auftretende Zwang (Abgabenfordeung auf Geldeinheiten lautend) das bisher bereits vorhandene (Wissen, Handwerk, Kraft etc.) in ein Wirtschaftssystem zwängt, in welchem jeder verpflichtet ist, die zum Termin an die Zentralinstanz abzuliefernden Urkunden mit den bezifferten Geldeinheiten jemand anderem abzujagen ( und hopp..... und hopp).

Geldentstehung:
Jeder, der sich mit den Geldentstehungen intensiv beschäftigt hat,
wird den Gedanken teilen, dass die anfänglichen Sachen (Naturalien, Metalle etc.) für den Erhalt des Machtkreislaufs durch Schuldverhältnisse ersetzt werden muss! Hat man das verstanden, wird deutlich, weshalb heute die Zentralbanken der Welt Schuldverhältnisse betitelnde Papiere (nicht mehr Sachen) bis zum fest vereinbarten Rückübertragungsstichtag in Pension nehmen.
Das System kann niemals ein Gleichgewicht zwischen Gläubigern und Schuldnern schaffen, den himmlischen Traum einer sich heil tauschenden Utopie Realität werden lassen, da in diesem System Zeit vergeht! Und da in diesem System mit Zeitablauf Termine gesetzt und verhandelt werden, die nicht vom Geldsystem abhängig sind oder gesteuert werden können, führt in diesem Debitismus auch kein Weg an einer Aufschuldung der Abgabepflichtigen und der Zentralinstanzen umher. Überall wo Zeit vergeht, muss die Beschaffung oder Herstellung von Mitteln (zum Angriff oder Verteidigung, zum Produzieren etc.) vorfinanziert werden. Es ist so einfach und grundlegend anders, als es die pseudo-aufklärerischen Zuchtstätten einimpfen, dass dies niemand vollumfänglich zu denken bereit ist. Und da stößt auch dieses Forum immer wieder an seine Grenzen.

Wie entsteht Geld?!
Geld entsteht dadurch, dass sich Nichtbanken verschulden (nur einseitig in Leistung erfüllen) und ein Schuldner seine Schuld inklusive einer Besicherung dieser Schuld zum Kreditinstitut trägt. Das Kreditinstitut räumt dem Schuldner Kredit ein, wodurch er ein Guthaben auf Geld erhält. Nun ist der Schuldner zugleich Kreditnehmer, kann aber mittels des Geldes seine Schuld gegenüber jemand anderen bezahlen (Geldschuld erfüllen). Was übrig bleibt ist die Kreditschuld und das Geld, welches nun bei jemand anderem liegt oder in Form eines Guthabens auf Geld bei einer Bank eingezahlt wurde.
So entsteht Geld!
Und weil die Schuldverhältnisse zwischen den Nichtbanken erfüllt sind bleibt die Kreditschuld und das Geld über. Dieses sucht nun nicht automatisch seinen Weg zum Kreditnehmer zurück, sondern wird zwecks Rendite in Anlageprodukten oder der Wirtschaft angelegt bzw. investiert. Derweil kämpfen die Kreditnehmer um das Geld (Wirtschaft, Arbeitsteilung), damit sie ihre Kreditschulden tilgen können. Das gelingt solange nicht, wie die Geldguthaben nicht direkt über den Wirtschaftsprozess zurück zum Kreditnehmer zurück gelangen, sondern Zeit verstreicht, die bis zum Erhalt der Guthaben vorfinanziert werden muss. Dadurch stieg die Verschuldung aller Nichtbanken an. Das hat im Jahr 2011 sowhl in Europa, als auch weitestgehend in den USA, sein Ende gefunden! Wir sind nicht mehr weiter verschuldungsfähig!
Derweil kauft das im System vorhandene Geld bzw. die Geldguthaben über die Sammelstellen (Pensionskassen, Versicherer, Treuhandgesellschaften, Fonds etc.) die Verschuldung der Staaten. Der Kauf läuft systembedingt, denn die größtenteils automatisierte Risikobetrachtung stuft die Schulden des Staates als ein sicheres Investment ein. Allem voran die Verschuldung der USA oder aber auch die Anleihen Deutschlands.
Erst nachdem Staatsanleihen gekauft wurden können diese Anleihen (Schulden des Staates, Forderungen der Nichtstaaten) über die Geschäftsbanken bei der Zentralbank als SIcherheit hinterlegt werden, um die Papiere zu refinanzieren. Dadurch weitet sich die Bilanz der FED /EZB aus, denn sie verbucht das hinterlegte Papier /den hinterlegten Titel (Aktiva-Bilanzausweis) und die dem gegenüber stehende Rückübertragungsverpflichtung (Passiva-Bilanzausweis). Was man nun beachten und verstehen muss, ist, dass diese Refinanzierungsgeschäfte immer nur kürzer sein können, als das für die Besicherung notwendige Schuldverhältnis (Laufzeit der Staatsanleihe). Wenn also mit dem neu gewonnen Geld weitere Staatspapiere gekauft werden, dann verkürzen sich diese Laufzeiten ständig. Darauf hat Paul C. Martin im alten Forum viele male hingewiesen und er hat recht behalten; wir stehen am Anfang der größten wirtschaftlichen Deflation (fehlende Neuverschuldung an der Basis) und einer sich aufblähenden Nachfrageüberhanginflation an den Anlegermärkten bzw. Finanzmärkten. Und auch an letzteren Märkten werden die Verwerfungen und Umschichtungen immer größere Volumen und Orientierungswellen annehmen. Da können die Elliott-Speziallisten ein Lied von singen.
Heute kauft die FED aus der Not des Staates heraus Staatsanleihen, indem sie das System der Besicherung des Geldes umgeht. Das weicht die Sicherheit des Geldsystems brutal auf, was aber mangels der Privatverschuldung sehr verzögert erkennbar wird. Noch ist der Ankauf der FED nur ein Bruchteil der US-Staatsverschuldung.
Doch wenn wir diesen Geldentstehungsprozess ehrlich und vollständig durchleuchtet und verstanden haben, dann verstehen wir, dass dieser Ankauf das System mittelfristig zerstören wird bzw. gewaltige Umwerfungen und Neuordnungen der weltweiten Haftungsräume für NEUE BESICHERUNGEN und ein NEUES SCHULDGELDSYSTEM vor der Tür stehen. Das wird den Zerfall von Staaten mangels Fähigkeit zur weiteren Aufschuldung oder wahrscheinlich sogar weitreichende kriegerische Konflikte nach sich ziehen.
Geld ist kein Ding, dass eine FED oder EZB aus dem Nichts schafft. Geld ist die Spiegelseite, die zeitliche Überbrückung einer Schuld, sozusagen umgewandelte Schulden.
Nur solange die privaten Haushalte und Unternehmen zur Aufschuldung fähig sind, kann die Staatsverschuldung mit langen Laufzeiten gekauft werden. Zieht sich diese Verschuldung jedoch zusammen und schrumpft, wie es derzeit brutal der Fall ist, dann werden die Staaten das Geldsystem nicht verteidigen können.
Es führt kein Weg daran vorbei, Deutschland oder die USA aufzugeben und hinter uns zu lassen! Da sind die geforderten 55-70% Spitzensteuersatz noch ganz leise Töne, die der Staat und seine Berater von sich geben.
http://www.dasgelbeforum.net/forum_entry.php?id=297160


Wozu gibt es Geld:
Wenn die Einkommens- und Vermögenserzielungsabsicht nicht systematisch erzwungen wird, sondern sie frei zur Wahl steht, dann blendet das die systemischen Fundamente (Zwänge) vollständig aus.
Das "haben müssen" der Geldeinheiten ist debitistsich (= systematisch) nicht auf die Urschuld zurückzuführen, sondern auf den durch Zentralinstanz / Staaten ausgeübten Zwang, an Sie diese Abgabeneinheiten leisten zu müssen, wodurch Sie erst ihre Verschuldung zum Zwecke der Verteidigung der Zenrtalmachtordnung besichern kann. Geldeinheiten will jeder nur deshalb "haben", weil sie gegenüber der Zentralinstanz/ dem Staat "gesollt werden". Einzig und allein dadurch ist das "haben müssen" der Geldeinheiten (=Abgabeneinheiten) begründet und systematisch nachvollziehbar.
Ob wir wirtschaften oder nicht ist nicht egal. Dir sind die Unterschiede der Urschulden, Kontraktschulden und durch Gewalt auferlegten Abgabenschulden (die Baumstrukturen des Debitismus) nicht klar. Die Urschuld wird nicht durch Geld beglichen, sondern durch Nahrung, Kleidung, Verteidigung des (Über)lebensraumes. Mit Geldeinheiten werden Abgabenschulden beglichen. Und weil wir alle Abgabenschulden zu begleichen haben (es uns systematisch nachvollzogen nicht frei steht), müssen wir alle Geldeinheiten (da zugleich Abgabeneinheit) haben. Nur deshalb wird jede Einheit (Socken, Unterhosen, Autos, Atomkraftwerke) in Geldeinheiten bewertet, d.h. eine Relation zwischen der Nichtgeldeinheit und Geldeinheit hergestellt.

Anfänge der Geldentstehung (Beispiel):
Man blicke z.B. zu den Anfängen Karthagos, wo lange Zeit ohne Münzen/Banknoten gewirtschaftet wurde. Es waren anfänglich lediglich Schuldverhältnisse, die man untereinander einging, Schulden die man erfüllte und Schuldtitel die man abtrat.
Mit dem heutigen Geld hat man lediglich ein Instrument (eine Eigenschaft vertrauenswürdiger Schuldverhältnisse) geschaffen, dessen Funktion als Zahlungsmittel von einem Machthalter gewahrt wird. Jemand geht zu einer vom Machthalter kontrollierten Bank, erklärt dort, dass er ein Schuldverhältnis eingehen will (z.B. Grundstückskauf) und bittet die Bank um Vertrauen (Kredit). Es wird ein Kreditvertrag geschlossen, in dem sich beide Seiten Sicherheit hinsichtlich der Besicherung, der Laufzeit und der Konditionen verschaffen. Wie entsteht nun Geld? Der Kredittitel wird an die Zentralbank im Rahmen geldpolitischer Operationen verkauft, wobei gleichzeitig eine Rückkaufvereinbarung geschlossen wird. Im Gegenzug räumt die Zentralbank dem Kreditinstut ein Zentralbankguthaben ein, kann der Kreditnehmer Banknoten verlangen.
Nehmen wir an, dass die Zentralbank erst soeben vom Machthalter installiert wurde und noch kein geldpolitisches Geschäft mit ihr getätigt wurde. Wenn nun das erste geldpolitische Geschäft noch vor dem Abschluss steht, dann hat die Zentralbank noch nichts, was sie dem Kreditinstitut anschließend gutschreiben könnte.
Schatzkammerfans behaupten nun: Aber klar doch, die Schatzkammer ist voll mit Banknoten, die nur gedruckt werden müssen. Diese werden anschließend einfach den Kreditinstituten gutgeschrieben.
Debitisten fragen nun: Warum aber bekommen diese Banknoten und Münzen erst durch und über die Laufzeit geldpolitischer Geschäfte ihren Wert, der sie bei der Zentralbank erst passivierungsfähig macht?
Die Antwort lautet: Weil etwas nur einen Wert hat, wenn es eine Person haben muss (also nicht hat) bzw. schuldet. Erst dadurch, dass jemand mit dem Kreditinstitut ein Schuldverhältnis eingeht, sich der Kreditnehmer dazu verpflichtet, eine bestimmte Geldsumme zurückzuzahlen, kann diese Geldsumme im Rahmen geldpolitischer Geschäfte überhaupt entstehen, passiviert werden. Es muss verstanden werden, dass Geld nichts dingliches ist, nichts was bereits vorhanden ist, bevor es gut geschrieben wird, sondern dass Geld lediglich eine Eigenschaft von solchen Schuldverhältnissen (Krediten) ist, deren Kredittitel (notenbankfähige Sicherheiten) die Zentralbank für einen fest vereinbarten Zeitraum anzukaufen bereit ist. Sie aktiviert die Rückkaufforderung und passiviert die Rückübertragungsverpflichtung. Und über diesen vertraglichen Zeitraum kann der Kreditnehmer jederzeit Beurkundungen (Banknoten) verlangen, die er zur Bezahlung von Schulden nutzt. Das Geld ist nicht diese Beurkundung der Zentralbank, sondern die Eigenschaft derjenigen Schuldverhältnisse (eine Geldsumme), für die Schuldtitel (notenbankfähige Sicherheiten) bei der Zentralbank hinterlegt wurden. Eine Geldsumme ist nicht lokalisierbar, da Eigenschaft von Schuldverhältnissen. Eine Geldsumme kann immer nur durch eine Gedankenerklärung (Urkunden, beurkundende Transaktionssysteme) ausgedrückt werden. Das ist der ganze Schleier um das heutige Geld und es ist nahezu unmöglich, sich dem Thema durch die vorhandene Literatur der staatlichen Zuchtstätten anzunähern. Diejenigen, die ihre Unterschriften unter die BuBa-Bilanz setzen oder im Hintergrund der großen Gesellschaften prüfen bzw. assistieren, wissen, wie es systemisch läuft. Alles was unterhalb aufwartet, ob nun Vorstandsebenen der Geschäftsbanken oder dortige Sachbearbeiter denken ausschließlich technisch.
Der Unterschied heutiger Staaten, in denen sich Geld auf Schuldverhältnisse bezieht, zu den frühen Zeiten Karthagos ist also, dass Schuldverhältnisse nicht mehr durch Rückgabe bzw. Abtretung von Schuldtiteln /Wechsel zum erlöschen gebracht werden, sondern heutzutage alle Schuldner und Gläubiger nach dem oben beschrieben Prozedere dazu verpflichtet sind, ihre Schulden mit solchen Schulden zu bezahlen, die Geldeigenschaft bieten (im alten Forum wurde öfters vom Geldcharakter gesprochen).

Warum heißt es nicht Geldmenge sondern GeldSUMME:
Der Begriff "Kasse" erweckt aufgrund des unweigerlich erweckten Geklimper im Kopf die Vorstellung, es handle sich um eine Menge (z.B. Menge an Talern).
Das Guthaben / das Geld ist jedoch niemals eine nur aktivierbare Menge, sondern ausschließlich Summe.
Warum? Eine Menge kann nicht aktiv und zugleich irgendwo anders passiv bilanziert werden. Nur Summen, die auf Schuldverhältnissen beruhen, die also IMMER eine Gläubiger- und Schuldnerposition erzwingen, können sowohl aktiv (Gläubiger) wie passiv (Schuldner) bilanziert werden. Und da jedes Guthaben und jede Geldeinheit auf Schuldverhältnissen (Basis: Kredite) beruht, handelt es sich niemals um Sachen. Es klimpert nichts, so wie natürlich auch nichts umherläuft oder eine Umlaufgeschwindigkeit besitzt. Das wurde hier ja schon richtig dargestellt.

Worauf beim Diskutieren achten?
Deutlich mehr auf den Machtkreislauf eingehen. Darauf, dass Geld be- und entmächtigt. Ich behaupte: Die Eigenschaft Geld be- und entmächtigt! Weil nicht nur die Schuld ex nihilo im Raume steht, sondern in diesem Raum milliardenfach der Wille zur Macht in den Gedanken der unterdrückten Freiheitskämpfer aufkeimt, wird der Wert des Geldes irrtümlich nur noch aus der Bemächtigung des Einzelnen und den Vorteilen für das Wirtschaften, Wohlstand etc. erklärt. Dabei ist ursprünglich für den Wert des Geldes die Entmächtigung und Verhinderung der Sanktion/Strafe im Falle der Nichtlieferung zum Abgabentermin. Das erst zwingt uns unterdrückte Individuen dazu, Verhältnisse zwischen Geldeinheiten (Geldsummen) und Wareneinheiten etc. zu schaffen (Paritäten = Gleichgewichte zu suchen), d.h. Wareneinheiten, Produktionsmittel etc. in Geld auszupreisen. Es muss erklärt werden, weshalb sich alles zum Geldlichen dreht, wodurch der Drehimpuls mit jedem Start eines Geldsystems bewirkt und verstärkt wird.
Weil es geschuldet wird! Weil das niemand ändern wird!

Debitisten wissen:
, dass es in keinem Staat eine Macht gibt, um das unverhinderliche, die Steigerung der Steueraufkommen, zur Deckung einer steigenden Staatsausgabenseite zu verhindern. Die Wahl der Höhe nach ist keine Dezentralmacht, sondern Machtzession, unfähig etwas an dem Ablauf des Systems zu verändern.

i.V.
Liebe Grüße
Silke

Siehe auch @Kurt mit:
"Entstehung von Schult, sowie Gelt als umlauffähig gewordene Macht"
Das müsste allerdings mal modernisiert werden...(gell Kurt).
...denn Söldner sind es ja nicht allein, die Geldträger in Umlauf bringen, sondern alle, die ihren Sold/Schweigegeld zum 01.01. des Monats bekommen (Beamte in Polizei und Bürokratur, Pensionäre, Richter und Co., Pfaffen, Politniks, Lehrer, Bürgermeister usw. - kurz alle Staatsfreunde)

"Es geht mir einzig um die Frage, wie ich erklären kann, dass Geld immer nur Eigenschaft war, dass wir uns viel zu lange erlaubt haben, eine Definition der Eigenschaftsfunktion als Definition des Geldes zu betrachten. Geld und Schuld sind Systemeigenschaften, die einander bedingen. Beide verschwinden dann, wenn der Staat nicht mehr finanzierbar ist."
@Ashitaka

"Man muss bewusst machen, dass wir uns in unseren Gedankenwelten mit ausgestreckter Hand selbst von hinten berühren."
@Ashitaka


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