Geld und Sicherheit
Hallo Silke,
soweit ich Nico verstanden habe, bestreitet er das. Er behauptet auch, der Staat finanziere (bzw. verschulde) sich mit Staatsgeld (Druckmaschine an, Geld raus).
Ich habe den Link zur BuBa gebracht. Das, was dort steht, kann man natürlich auch anzweifeln. Ich wüsste nur nicht, wie man das (Geld ohne Sicherheiten, Staatsgeld) belegen sollte. Vielleicht macht das der Nico noch.
Und noch spontan etwas Senf von mir dazu, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:
Die Finanzierung durch Staatsgeld bringt nicht automatisch Wirtschaft hervor. Nur einen Haufen Zettel, die alle miteinander tauschen können. Erst wenn sich die Nichtbank zusätzlich verschuldet, gibt es so etwas wie Wirtschaftswachstum.
Zusätzlich verschulden muss sich jemand, da der Staat mehr verlangt, als er sich ursprünglich verschuldet hat (Zins auf die Staatsschuld). Jemand muss sich verschulden - oder geht hopps.
Bei 5% Zinsen vielleicht so (GE = Geldeinheiten):
1) Staat 100 GE (Ur-Schuld) - Bürger 100 GE (Abgabegut)
2) Staat 105 GE - Bürger 100 GE => Staat 100 GE - Bürger 95 GE
3) Staat 105 GE - Bürger 95 GE => Staat 100 GE - Bürger 90 GE
Usw., man sieht, das "frisst sich selbst" auf.
Im modernen Staat haben wir nun die Situation, dass völlig überschuldete Nichtbanken gerettet werden, um nur das Wirtschaftswachstum nicht einbrechen zu lassen. (Und wie wird das gemacht? So: Der Geldschein entsteht durch Hinterlegung marktfähiger Sicherheiten bei der EZB und verschwindet wieder, wenn der marktfähige Kredit getilgt wurde. Zwischen entstehen und verschwinden nimmt der Staat einfach etwas davon weg.)
Bei einer anfänglichen Finanzierung durch die Druckerpresse können die Zinsen entfallen:
1) Staat 100 GE (Ur-Schuld) - Bürger 100 GE (Abgabegut)
2) Staat 100 GE - Bürger 100 GE => Staat 100 GE - Bürger 100 GE
Usw., ein geschlossener Kreislauf. Im Grunde Kommandowirtschaft und die Geldeinheiten sind Essensmarken. Der Zins steckt hier trotzdem noch drin, die Bürger müssen nämlich in ihrer Gesamtheit noch die Bürokraten versorgen (Surplus), die keine Zeit für Rindviehzucht... nein, ich sage lieber Ackerbau - die also keine Zeit für Ackerbau haben.
Hier könnten sich mutige Kapitalisten zusätzlich verschulden (falls es nicht verboten ist), allerdings gibt es hierzu keinen systemimmanenten Zwang. Wohl aber Eventualitäten wie Ernteausfälle, Krieg & Katastrophen oder Charaktereigenschaften wie Gier oder ganz einfach nur ein guter Geschäftssinn. Außerdem der Zorn der dadurch ärmer werdenden Massen. Die Externalisierung der daraus resultierenden Probleme (Kolonialisierung, Edelmetallbeschaffung) bzw. 'simple' Münzverschlechterung bieten sich an.
Gruß
Rybezahl.
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Dieses Schreiben wurde elektronisch erstellt und enthält deshalb keine Unterschrift.