Als ehemaliger Klein/Mittel-Unternehmer
Außerdem bei der Kommunikation und beim Benzin gibt es keine
Vermeidungsstrategie, wie beim Bäcker (Discountbrötchen) oder Pizzeria
(Pizza im Kaufhaus) oder Friseur (Haarschneider).Bei den Kosten hast du die Sozialabgaben und den bürokratischen Aufwand
"vergessen".Außerdem was ist dir lieber?
Das alles der Staat bezahlt oder dass sie wenigstens ein Teil selbst
erwirtschaften und so auch einen geregelten Tag haben und ihr
Selbstwertgefühl gesteigert wird.Sonst langweilen sie sich den ganzen Tag und sind für Anwerbungsversuche
der Salafisten sicher offen.Vielleicht kann ein Unternehmer uns über die Folgen des Mindestlohnes
aufklären. ich würde gern die Praxis hören.
Hallo ebbes,
Dein Argumente teile ich voll und ganz.
Ansonsten kann ich mich nur für meinen Entschluß beglückwünschen, aus dem Unternehmerdasein auszuscheiden (schon umgesetzt), auch wegen der vielen unsinnigen Regularien im Arbeitnehmer- und Arbeitsstättenrecht, eine Überregulierung Hoch 3.
Die Folgen der derzeitigen Gesetzeslage sind doch derart, daß ein angestellter Handwerker 5 Stunden arbeiten muß um nur eine einzige legale Handwerkerrstunde eines Kollegen kaufen zu können, ohne daß dabei Gewinn außerhalb einer Kapitalverzinsung und Unternehmerlohn anfällt. Von einer Industrie-Arbeiterstunde wollen wir erst gar nicht reden, da nicht vergleichbar wg. des überproportionalen Kapitalbedarfs.
Der Mindestlohn ist allerdings nur ein kleiner Bestandteil des gesamten Puzzles, der aber vollkommen systemkontrovers ist.
Wenn ich nach Portugal schaue, (hat auch Mindestlohn, ca. 3,50/Std.), dann gibt es dort eine Menge Dienstleistungen zu einem Preis, den sich nicht nur die Reichen leisten können, so wie es hierzulande der Fall ist.
Mit dem Mindestlohn verbunden mit notwenigerweise kommenden Preiserhöhungen schränkt man einfach die Nachfrage-Menge ein und somit folgend auch die Zahl der Arbeitsplätze. Menschen mit geringem Einkommen können sich dann etliche Dinge nicht mehr leisten.
Es ist ein unmerklicher schleichender Prozess, den man nicht in einer 100-Tage-Bilanz feststellen kann.
Wenn ich an meine ehemaligen Betriebsabläufe zurückdenke, dann gab es nach und nach natürlich einen Austausch von menschlicher Arbeit zu Maschinenarbeit, einfach weil aufgrund der Lohn/Lohnnebenkosten der Vorteil teilweise bei der Maschine lagen.
Mal ein kleines Beispiel:
Bei uns um die Ecke gibt es einen Fleischer, bei dem kann man nicht mehr in den Laden gehen, der hat draußen einen Kühl-Automaten stehen, bei dem sich die Kunden ihr Fleisch ziehen, wie bei Getränken. Dort sehe ich auch Kunden schon mal spät abends, sonntags, aber auch tagsüber in der Woche kaufen.
Das Fleisch kann man im gleichen Maße einsehen wie im Supermarkt.
Das gleiche wird es auch beim Bäcker bald geben, wenn die Löhne zu hoch werden. Da werden keine Arbeitsplätze ins Ausland verlagert, die fallen einfach weg.
Die Frage lautet doch, wollen wir das?
Gruß Dieter