fehlgeleitete Diskussion
Moin allerseits,
m.E. geht die Diskussion am Kern vorbei, auf der einen Seite fordert
man einen freien Arbeitsmarkt und die Löhne und Gehälter regeln sich folglich über
die Gesetze des Arbeitsmarktes, also Angebot und Nachfrage. Diesem ist der
normale, nicht alimentierte und politisch privilegierte deutsche
Durchschnittsarbeitnehmer unterworfen. Wird das Gefüge am Arbeitsmarkt
durch politische Steuerung wie massenhaften Zustrom von gering- und
nichtqualifizierten "Arbeitnehmern" verändert, wird dieses kaum Einfluss
auf Entscheidungen der AG auf Einstellung dieser neuen Marktteilnehmer haben.
Der Schlüssel zu diesem fehlt: Qualifikation (und zwar nach Maßstab des
deutschen Arbeitsmarktes).
Es ist unstrittig, dass D eines der produktivsten Länder überhaupt ist
und diese Produktivität setzt sich aus Qualifikation und, ich nenne es mal
mentaler Einstellung zur Tätigkeit zusammen.
Gerne nehme ich das Beispiel eines Bekannten, der eine Farm in Afrika hat
und mir von den "Schwatten" erzählt hat, wie er sie nennt.
Dort ist weder Qualifikation noch eine erkennbare Einstellung zur Arbeit
vorhanden. Für ein kleines Gartentor, welches aufgestellt werden sollte
einschl. Fundament (sicher keine Herausforderung für einen ordentlichen
deutschen Handwerker),
brauchten 4 Leute fast 3 Tage und als der Lohn ausgezahlt war
hat man die Jungs 2 Wochen nicht mehr gesehen. (Bis das Geld aufgebraucht war).
"Mit denen kannst Du keinen Krieg gewinnen" war seine Erkenntnis.
Ich bezweifele, das jemals ein somalischer Durchschnittsflüchtling in einem
deuschen Autohaus in der KFZ-Wartung eine 40h Woche mit Nennlast aufnehmen
geschweige denn dauerhaft durchhalten kann.
In großen deutschen Unternehmen werden kontinuierlich Stellen abgebaut
bei den geringer Qualifizierten, weil man die am leichtesten ersetzen oder besser streichen kann.
Die dort betroffenen können alle lesen und schreiben und haben durchweg eine
Ausbildung zum Handwerker, Kaufmann oder sonst was, etwas was für die
Zureisenden in WEITER Ferne liegt.
Es liegt auf der Hand, dass die mit den geringsten Qualifikationen als erste
im Auffangbecken HIV landen, wenn der Arbeitsmarkt sie "ausscheidet" oder
aber erst garnicht aufnimmt.
Wo sind denn die ganzen Akademiker, die Neurochirugen, Kernphysiker und
Maschinenbauingenieure, die den Arbeitsmarkt von unten aufrollen?
Man erinnere sich an die Greencard, die den ganzen indischen Fachkräften
hier in D angediehen werden sollte. Was ist daraus geworden?
Wird der Mindestlohn für diese politische Einflussnahme in den Arbeitsmarkt
ausgesetzt, nutzt es nicht den Zugereisten, weil die nicht an diesem
Markt teilnehmen, sondern schadet den derzeitigen geringbeschftigten AN,
deren Tätigkeiten teilweise an Ausbeututung grenzt.
Glück auf
Svente