Diese Mafia ist aber nur die halbe Wahrheit
Hallo CM,
Danke Dir für Deinen sehr gut ausgearbeiteten Beitrag und die interessanten Links.
Aber der Vollständigkeit zuliebe möchte ich gerne wissen, welche Lösung es gibt?
Es reicht leider nicht die eine Mafia durch die andere zu ersetzen. Im Falle von Russland wäre das geradezu fatal. Denn es hat seit Ende der 90er Jahre unzweifelhaft eine Verbesserung der Situation gegeben, die zum großen Teil auf Putin zurückzuführen ist.
Mit Sicherheit kann man darüber streiten, mit welchen Mafiosis er früher zusammengearbeitet hat, um überhaupt dahin zu kommen.
Doch ich kann aus eigener Erfahrung bestätigen, die Situation in Russland ist seitdem viel besser geworden.
Heute bekomme ich von Ämtern, meine Stempel, ohne "Zuwendung". Ärzte behandeln mich ohne "Extrabonus". Sogar die Polizei nimmt nicht mehr überall "Schweigegeld". Die Korruption wurde massiv zurückgefahren. Es gibt sie weiterhin, auf höchster Ebene. Aber es geht auch ohne.
Das Tragische an Russland ist, dass die Mafia mit dem Zusammenbruch der
Sowjetunion eine gewisse Zeitspanne hatte, sich "ganz oben" zu
installieren, etwas, das ihr vermutlich noch nie in einem nennenswert
grossen Staatsgebiet ausserhalb der Dritten Welt gelungen ist. Immer, wenn
ein Staat "wackelt" und keine Renten und Gehaelter mehr zahlen kann, bzw.
kompromittiertes Personal 'rausschmeisst' und insbesondere, wenn kein
privater Sektor da ist, der diese Menschen absorbieren kann, wenden sich
solche Menschen einer 'Mafia' zu. In Russland galt das fuer entpflichtete
Geheimdienstler ebenso wie fuer Funktionaere oder Kombinats-Manager.
In Deutschland
ist mit entpflichteten Stasi-Offizieren ja aehnliches geschehen. Die
im Uebrigen, wie jede organisierte kriminelle Organisation, auch versuchen,
die
jeweiligen
Sicherheitskraefte zu unterwandern.
Dieser Darstellung muss ich widersprechen. Russland wird seit der Oktoberrevolution 1917 von dieser Mafia kontrolliert. Die gleichen Verbrecher, die auch die Weimarer Republik gegründet haben.
Es bedurfte des amerikanischen Bürgerkriegs sowie zweier Weltkriege, damit die Internationale Mafia sich dort platzieren konnte, wo sie heute steht.
Die späteren Oligarchen und ihre Finanziers gehörten alle schon vor dem Ende der Sowjetunion zur Elite des Landes. Die kamen nicht einfach so zu dieser "Gelegenheit" und haben das Land gestohlen. Nein, diese Pläne waren alle schon längst in der Schublade, bevor Gorbatschow das Land verkaufte, einschließlich der DDR.
Manchmal wurden ein paar unerschrockene, ungeplant mit nach oben gespült, die wurden aber dann alle liquidiert oder integriert.
Israel war die größte Kapitalsammelstelle für diesen Ausverkauf.
Darum frage ich mich, gibt es überhaupt noch ein Land, welches nicht unter der Kontrolle der Mafia steht?
Deshalb funktioniert auch die Partnerschaft mit den internationalen Mafiakonzerenen so gut. Die brauchen sich da gar nicht groß verdrehen, um in Russland ihre Mitarbeiter wie Sklaven zu behandeln. Das haben die von jeher im Blut.
Deutschland hatte bislang das Glück und Pech zugleich, dass seine Position in der Weltwirtschaft so stark war. Darum behandelte man dessen Sklaven auch noch ein wenig besser. Ähnlich wie die Sklaven Roms und dessen Vasallen, denen es auch oft besser ging.
Aber das ändert sich gerade in Lichtgeschwindigkeit. Wenn der Sklave alt und krank ist, braucht man ihn nicht mehr und er ist dann auch zu schwach, um sich dagegen zu wehren.
Um wieder auf das Thema Autohandel zurückzukommen. Das größte Händlernetz wurde von Boris Beresowski aufgebaut und kontrolliert. Es handelt sich um AvroVAZ und LogoVAZ.
Er deckte damit LADA und Mercedes, aus einer Hand ab.
Seine Händler fertigten möglicherweise von jedem Mercedes gleich einen Zweitschlüssel an, damit man ihn zur Umsatzerweiterung gleich klauen konnte.
http://www.themoscowtimes.com/news/article/top-sales-tanks-at-berezovskys-logovaz/30017...
Beresowski war nicht irgendwer. Er hatte auch schon in der Sowjetunion seinen Status.
Als er nach London verschwand waren alle froh. Er wurde dann offensichtlich vom MI6 aufgehängt. Denn als einer der größten Mafiabosse war Beresowski natürlich bestens mit der internationalen Mafia vernetzt und hätte ohne weiteres den Mord an seinem ehemaligen Leibwächter Litwinenko aufklären können, wenn er sich nicht vor den Konsequenzen gefürchtet hätte.
Es war leichter, die Schuld Putin und seinem Clan zuzuschieben.
Du zitierst gerne Jürgen Roth, der sicher auch eine Hälfte der Machenschaften weitergetragen hat.
Von Aufdecken ist keine Spur, denn die Zusammenhänge sind in Russland den meisten Menschen, die sich dafür interessieren wollen, ohnehin weitläufig bekannt.
Leider aber nur die Hälfte, denn die andere Hälfte, verschweigt er völlig.
http://luzifer-lux.blogspot.ca/2010/03/jurgen-roth-kritik-einen-investigativen.html
Daraus zitiere ich einmal:
"Kein Wort verliert Roth hierbei über die Machenschaften der ins Ausland geflüchteten schwerstkriminellen Oligarchen wie Beresowski*. Roth verbreitet lediglich deren Propaganda."
Dein Artikel erweckt leider den Eindruck, dass es damit getan wäre, den Mafiaclan zu beseitigen. Die westliche Propaganda schreibt ja seit Jahren, dass Putin an allem schuld sei. Doch wer würde an dessen Stelle rücken?
War und ist Chodorkowski etwa kein Mafiosi?
Es geht hier um einen Machtkampf, bei dem es nur darum geht, dass Russland seine Rohstoffe dem internationalen Finanzkapital übergeben soll. Die Option Russland mit China wird darum überall torpediert. Nicht nur aus dem Ausland, sondern auch in Russland selbst.
Dafür sind die USA sogar bereit, täglich 5-6 Millionen Barrel mehr Öl zu pumpen, als man es sich leisten könnte. Denn so hoch liegt die "unprofitable" Frackingproduktion.
Damit das funktioniert hat man sich auf 2-3 Jahre hinaus, über den Verkauf von Ölfutures abgesichert. Darum sind die Zahlen noch nicht so dramatisch wie sie eigentlich bei einem 40 Dollarpreis sein müssten.
Ohne die Überproduktion von 6 Mio. Barrel, entsprechend 5-7% des Weltbedarfs, wäre der Ölpreis bei 80 Dollar und Russland hätte kein Problem.
Darum müssen Putin und Xi Jinping mit Mafiamethoden, gegen Mafiamethoen kämpfen.
Die Frage ist nur, auf welche Seite stellt man sich persönlich oder hält man sich lieber ganz raus.
Mir sind zwei Machtblöche (China/Russland und USA/EU/Israel) lieber, als alles nur einer Macht zu überlassen. Denn dann ist es ganz schnell aus, mit der persönlichen Restfreiheit.
Die Deutschen merken ja jetzt auch, dass sie zusammen mit der DDR härter für ihr Brot arbeiten müssen, als zuvor. Weil davor hatte die Bundesrepublik, als Vorzeigeland der Mafia, noch eine Berechtigung, um die DDR und Ostblockländer neidisch zu machen.
Heute braucht man diesen Sonderstatus nicht mehr, schafft ihn ab. Der Wohlstand wird nur nicht von heute auf morgen beseitigt, sondern das geschieht schleichend. Jedes Jahr 1-2% weniger.
25 Jahre läuft das schon so und Deutschland stürzte von einer internationalen Spitzenposition ins Mittelfeld ab.
Das sage ich jetzt nur, damit sich niemand Illusionen macht und glaubt, es gäbe in Deutschland keine Mafia.
Gruss