Eigentum ist ein Machtderivat, wie jedes andere zivilisatorische Institut auch
Lieber BillHicks,
Deine Postings sind immer lesenswert.
Du hast aber den @dottore noch nicht ausreichend verinnerlicht.
es gibt unterschiedliche Rechtstraditionen, und -kulturen.
so ist das wohl, ja.
Nein, es gibt nur die breite Trasse der zwingfähigen Macht in der Zivilisation.
Alle anderen zivilisatorischen Phänomene sind nachgelagert = Derivate.
In nicht allen Rechtskulturen ist a) ein Grundbuchwesen vorhanden und
b)
von der Bedeutung, wie in Deutschland.
Nein, in allen Kulturen gibt es ein "Grundbuchwesen" - hier schriftlich, dort mündlich. Ansprüche bestehen, werden geltend gemacht, verteidigt und durchgesetzt.
Das wird durch die Fähigkeit definiert, Waffengewalt oder Koalitionen von Gewalt gegen Andere einzusetzen.
Das kann man aufschreiben oder ungeschrieben lassen.
Du weißt schon: Schnüre, Hölzer, Hieroglyphen, Keilschrift, Ziffern, Token, Bullae, Bytes..endlos weiter - entscheidend sind die zwingenden Waffen.
Eigentum an Grund und Boden kann aber auch dort, c) noch kein
Grundbuchwesen vorhanden war (vor 18.00 in D) und d) noch kein
Grundbuchwesen vorhanden ist.
"Grundbuchwesen" wird ausschließlich durch die Fähigkeit des zwingfähigen Waffeneinsatzes definiert - ganz ohne Grundbücher.
Der sogenannte "Rechtsstaat" ist eine Diktatur im Wartestand oder wie bei der Sonne eine durch die Gravitation gezwungene für andere erträgliche Kernfusionsexplosion.
Ja, Besitz schon. Je nach Besitzbegriff haben den Bienen an ihren Waben
auch.
Besitz ist unwichtig.
Bienen haben Eigentum, weil sie ihren Besitz verteidigen können - per Stachel/Überhitzung usw..
Kommt eine Obermacht (Imker), der mächtiger ist, ist er der Eigentümer.
Kommt eine Obermacht - Staat, die dank ihrer Waffengewalt den Imker besteuern kann, sind alle Besitzverhältnisse nachrangeig.
Pflanze - Besitz an Lockstoffen/Nährstoffen
Biene - Besitz an Fähigkeiten, in Besitz genommener Nährstoffen
Imker - Besitz an Bienenvölkern, in Besitz genommenem Honig
Staat - Besitz an Imkern/Steuereinnahmen auf Imkers Aktivitäten
Nur Eigentum zählt (verteidigungsfähiger Besitz - par ordre de mufti - oder per Wehrhaftigkeit), weil durch irgendeine übergeordnete Macht oder die schichteneigenen Macht garantiert.
Besitzer von irgendetwas bist Du nur, solange es Dir keiner wegnehmen kann.
Wer das kann, wird zum Eigentümer, egal ob er es tut oder nicht.
Eine effektive Drohung reicht = machtfordernd/machterhaltend.
Und das Allod kommt dem Eigentumsbegriff, den ich - aus rein
wirtschaftstheoretischen Gründen - nutze zwar recht nahe, aber auch diesem
Allod fehlt die rechtmäßige, öffentlich-transparente Verlierbarkeit.
Spiegelt sich darin wieder, dass das Allod auf eine bestimmte Art
Obereigentum + Eigentum vereint hat. Wer dem Landesherrn nicht einmal
(Grund-)Steuer zu zahlen hat, der kann sein Allod auch nicht in einem
Rechtskontrakt verpfänden, weil er es nicht rechtmäßig verlieren
kann.
Du hast es noch nicht ganz...
Allod ist genauso flüchtig wie Hawai.
Es wächst weil eine gewaltige Macht es erzwingt.
Wenn die Konvekionsströme nachlassen würden, wäre Hawai hinüber.
Darum gilt: verstehe die Machtverhältnisse und Du verstehst Wirtschaft.
Eigentum ist vor allem der Ausschluss von Anderen vom Zugriff auf irgendetwas -privare=rauben (per organisierter Gewalt).
Angelsachsen übertragen Grund und Boden ohne Kataster (viele dieser
Länder habeb auch keine Einwohnerregister bzw. -meldeämter, und
lösen
das mit Referenzen) und Auflassung.
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/immobilien/wohnen/immobilienrecht-amerika-ganz-oh...
Machen teutsche und Angehörige anderer Nationen auch.
Den "Nationenbegriff" sollte man sich langsam mal abschminken.
Macht ist international.
Gierchen werden gegen Teutsche ausgespielt und umgekehrt.
Die Angelsachsen machen es anders als Rechtsrömer, aber aus meiner Sicht
letztlich mit einem sehr, sehr ähnlichen Effekt: man kann den "equitable
title" deshalb kreditbesichernd verpfänden (und so endogen Geld schaffen),
weil der "legal title" per REGIStration längst auf das municipal
government übergegangen ist. Dieses kann dann gerade deshalb im Fall der
Fälle eine rechtmäßige Enteignung durch foreclosure proceedings
durchführen (lassen).
Wenn Du die stärkeren Waffen hast...nichts Neues auf der Welt.
Die faktische Gewalt der Fernwaffe gegen die Nahwaffe.
Obsidian wird durch Bronze geschlagen, wird durch Eisen geschlagen wird durch Blei geschlagen,
Gleichzeitig läuft aber der Machtzyklus durch bewaffnetes Aufzwingen von Abgaben:: Gerste - Silber - Gold - Götzen und abstrakte Worte = wirksame Drohung.
Wer würde einen Paragraphen akzeptieren, wenn nicht pure Gewalt dahinter stehen würde.
Nichts ist mächtiger als das Recht, wenn es ausreichend akzeptiert und breit/tief gefächert (ist= Akzeptanten/Toleranten, die nicht mehr bereit sind, per Gewinn/Verlust-option zu agieren.)
Wenn ein Mensch es allen Ernstes in Ordnung findet, das ein anderer Mensch sich durch den Besitz von "weißen Blättern" das Recht nimmt, ihn von der Uferzone eines Sees fernzuhalten, dann hat er es auch nichts anderes verdient, dass er selber und seine Nachkommen in der Besitzfähigkeit eingeschränkt werden..
Hier braucht man eine Auflassung, die aber, da gibt es verschiedene
Herangehen, nur den öffentlichen Glauben an die Übertragung
darstellt.https://de.wikipedia.org/wiki/Auflassung
Nein Billy, man braucht nur die Koalition außerhalb der bewaffneten Gewalt.
Das Rechtsfuselzeug ist ein Derivat der bewaffneten Gewalt.
Das kann man durchaus widerwillig und unvollständig weiter pflegen oder sabotieren - sogar ausnutzen, da kein Bürokrat auf die Idee kommt, in der Provinz nachzuschauen.
Wird der Zugang für die organisierte Gewalt abgewürgt - ist sie hinüber.
Verweigere den Zugang und Du bist auf Dich und Dein Netzwerk gestellt.
beführworte die organisierte Gewalt und Du kannst sie zur Durchsetzung Deiner Interessen gegen andere Menschen verwenden.
Und da kommen Du und ich ins Spiel.
Schaffe segmentierte Strukturen innerhalb dieses Gewaltsystems und die bewaffnete Gewalt kann Dich nicht mehr vereinnahmen.
Keine Einkommenssteuer/ keine Mehrwertsteuer = Selbstorganisation machtunabhängiger Strukturen (das wird natürlich öffentlich beschimpft mit Schmarotzertum und Steuerflucht).
In Österreich: https://de.wikipedia.org/wiki/Aufsandungserkl%C3%A4rung
Siehe vor allem: https://de.wikipedia.org/wiki/Grundbuch
Bei den Griechen gibt es da Probleme mit dem Katasterwesen, dass heißt
aber für mich nicht, dass es dort keinen Wechsel von
Eigentümerpositionen
an Grund und Boden gibt.
Du musst doch nur anfangen, etwas zu bewirtschaften und Dich dabei nicht von den Machtinstituten beeinflussen lassen (Holz u.a. Naturalien sammeln usw.).
Willst Du das?
Kein Bauer wird Dir das Pflegen eigener Beete auf seinen Feldern verbieten, wenn man mit ihm spricht.
Lass die Macht außen vor sein - und sie wird außen vor bleiben.
Aber eben Deine Mächtigkeit auch….
Das will ich gar nicht bestreiten. Aber förderlich für eine
Bankkreditvergabe an produktive und innovative Unternehmen wird es nicht
gerade sein. Könnten solche Unternehmen allerdings mit Boden haften, der
ihnen nicht nur gehört mit allem drum und dran, sondern sie diesen Boden
auch noch rechtmäßig verlieren können, dann dürfte es weit weniger
Schwierigkeiten geben an ein solches, dann solventes Unternehmen Kredit zu
vergeben. Der Boden gehört dem Unternehmen also auf eine ganz
bestimmte Art und Weise, d.h. z.B. es ist KEIN Allod, nicht bloßer
Besitz, kein Lehen, usw. usf.
Es ist ein ganz bestimmtes Gesamt-Setup erforderlich um wirtschaftlich
wirksames Eigentum hervorzubringen. Dass wirtschaftlich wirksames
Eigentum auf unterschiedliche Arten und Weisen hervorgebracht werden
können zeigen die Rechtsrömer einerseits und die Angelsachsen
andererseits (wenngleich sie letztlich am mehr oder weniger identischen
"Ort" rauskommen).
Noch einmal – Eigentum ist ein Machtbastard.
Dem hat jeder ein mögliches Potential entgegen zu stellen wenn er nur will.
Selbstversorger sind der Albtraum aller Machtfetischisten.
Konkretes aber gänzlich fiktives Beispiel: ein Staat in welchem
ausschließlich nicht verlierbares Allod (oder wirtschaftlich ähnlich
gelagertes Fideikommissgut) existiert, kann kein Geld hervorbringen.
Selbst wenn das Verkaufen-können theoretisch denkbar ist, so erlaubt das
zwar prinzipiell die Bilanzierbarkeit, aber nutzt eben nichts, wenn man
nominal fixierte Forderungen hervorbringen möchte (die andere dann als
Cash in Zahlvorgängen verwenden können).
Das ist Unfug. Reduziere die Steuerpflichtigkeit auf Null und Staat kann Dich mal.
Geld = Schuldverhältnisse.
Ich gehe mit meinen Nachbarn Schuldverhältnisse ein und bediene sie weil ich sonst meine Kreditfähigkeit verliere.
Jeder kennt jeden und weiß wo die Faulpelze hocken = gibt ihnen keinen Kredit.
Da springt der Staat dann hinzu mit seiner Subventionitis und zerstört alle Wertrelationen.
Da kann man sich "reinsuhlen" oder "außen vor" bewegen...ganz legitim.
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/ueberall-ist-niemandsland/8891202.html
(Der Titel ist besser rethorisch zu verstehen)
http://www.cicero.de/weltbuehne/auf-der-suche-nach-dem-katasteramt/52211
http://www.evia-gr.com/wissenswertes.html
Nur, weil es nicht so läuft wie bei uns, heißt das noch nicht alles.
Stimmt schon.
Aber wenn man nicht einmal weiß wie groß das Land ist und man darauf
(u.a. deshalb) keine (angemessenen) Steuern bezahlt ist es dann sehr
verwunderlich, dass dieses "Eigentum" kaum gut geeignet zur endogenen
Geldherstellung erscheint?
Es gibt keine "Geldherstellung".
Nur „Geldschöpfung“, wenn sich die Privaten auf private Verschuldung einlassen um vermeintlich notwendigen Luxus finanzieren zu können, den sie eigentlich nicht brauchen.
Der @Ashitaka schreibt doch nicht umsonst….
Geld= Währung=private Verschulungsbereitschaft sonst heißt es…
„aus die Maus“.
Was bitteschön ist daran so schwer zu verstehen???
Wie kann ein Staat glaubhaft die rechtmäßige Enteignung im Fall der
Fälle versichern, wenn er nicht einmal zutreffende Steuern auf das Land
erheben kann, weil das Land nirgendwo definiert ist?
Wie soll sich eine kreditierende Bank auf so eine Situation einstellen?
Per Macht. Die bekommt er durch die Institutionen= Troika.
Ich kann es Dir aus eigener Erfahrung schildern: da werden dann locker
flockige 8% verlangt. Trotz "Besicherung". Pro Monat.
Viel Spaß als Unternehmer. Da bleibt wahrscheinlich nur Drogenhandel,
Zwangsprostitution, Schutzgelderpressung, ... als Geschäftsmodell, alles
andere ist schlicht nicht rentabel genug in so einem Umfeld (Setup).
Darauf läßt sich jedes Geschäftsmodell zuück führen.
Ich starte hier in BRD ein scheinbar menschenfreundlich ausgelegtes Unternehmen.
Wer generiert die entsprechenden Werte, die ich auf Nachschuldnersuche + Profitwillige einstreichen will?
Sklaven. Weltweit verteil, unauffällig gestreut,… aber ebenn Sklaven.
Nichts Neues unter der Sonne.
Merke: Der, der über das Eigentum wie ein Eigentümer verfügen darf,
der
ist der Eigentümer. Also über Nutzungen und Übertragung an andere.
Ja, eh.
Sag mal azur, könnte es sein, dass Du zwar weißt was Eigentum ist, Du
Dir aber noch keine tiefergehenden Gedanken darüber gemacht hast was
bloßes "Eigentum" zu wirtschaftlich wirksamem Eigentum werden
lässt?
Oder anders gefragt: was wären Deine Vorschläge an die griechische
Regierung um ein solches zu etablieren?
Alles so lassen wie es ist?
Nochmal Definition von Eigentum:
Eigentum ist die Fähigkeit, andere von ihrem natürlichen Zugriffrecht auszuschießen.
Je stärker Du den Ausschluss anderer vom Zugriff auf irgendetwas schaffst, desto mächtiger ist Deine Eigentumsposition.
Eigentum ist ein Derivat der Macht.
Welcome to the Real World ….
Liebe Grüße
Silke
PS. Der eigentliche Verdienst des @Dottore ist nicht die Beleuchtung des unsäglichen Eigentumsparadoxons sondern die
Einführung des evolutionär sauber abgeleiteten Machtphänomens.
Das ist sehr Nobel...
PPS. Irgendwann muss sich jeder entscheiden zwischen Zahlenschubserei und Machtauseinandersetzung.