Alternativlos?
Hallo pe,
vorher blabla, hier geht's los:
2008 wurde dieses Defizitregime tödlich getroffen - vom eigenen Speer,
von hinten durch die Brust ins Auge.
Wer wurde da tödlich getroffen? Hab’ ich was verpasst?
Da haben aber die Forensiker sicher richtig geknobelt, wie das wohl passiert ist.
Daraus entsteht eine erneute Hegemoniekrise. Hervorragend analysiert nicht
nur von Varoufakis in seinem Buch "Der globale Minotaurus: Amerika und die
Zukunft der Weltwirtschaft", sondern z.B. auch von Peter Temin und David
Vines in "The Leaderless Economy".
Viele Ökonomen schreiben seit vielen Jahrzehnten viel Stuß, weil sie in ihren Dogmen gefangen sind und ihnen der eigene Tellerrand zu hoch ist.
Wer hat die Krise, der Hegemon oder die Hegemonie?
Die Aufgabe, die daraus entsteht, ist nicht nicht, irgendwelche
wirklichkeitsfremden Machtabschaffungsillusionen und Freiheitsflausen zu
entwickeln. Sondern, eine neue globale Hegemonialmacht zu formieren.
Logisch.
Das kann nur diejenige sein, die die USA seit über 100 Jahren fürchtet
wie der Teufel das Weihwasser und auf allen Ebenen zu zerstören und zu
vereiteln versucht:Ein vereinter eurasischer Kontinent, eine
Achse
Paris-Berlin-Moskau-Peking.
Ah, der Hegemon ist also in der Krise. Deshalb braucht die Menschheit, unbedingt aber die Deutschen einen neuen Hegemon.
Kurze Suche und schnell gefunden: Russland und China ( Frankreich fällt wohl als Hegemon für uns aus).
Teilen die sich dann den Job als Hegemon?
Dafür braucht es ein starkes, vereintes Europa, das sich auf seine
Stärken und Traditionen besinnt, und das seit den 70er aufgewachsene
Politgesindel, das willig die marktfundamentalistische US-Propaganda seit
den späten 70ern nachplappert und brav die Vorgaben des wankenden
Hegemonen umsetzt, muß vertrieben und ersetzt werden. Das dafür nötige
Personal stirbt in Westeuropa gerade aus (Helmut Schmidt, Egon Bahr, Peter
Scholl-Latour, etc.) und bildet sich am ehesten in den am meisten vom
globalen Minotaurus und seinen Helfern gebeutelten Ländern heran - also in
Deutschland gerade nicht.
Also vereinigen sich die Länder Europas friedlich und willig und freuen sich zusammen auf den neuen Hegemon.
Also muß das neue Personal aus wo kommen? Nord-, Ost- oder Südeuropa oder aus den Reihen des neuen Hegemons?
In Westeuropa findet sich dieses Personal also kaum noch. Man darf sich
also, wenn überhaupt, wohl eher auf ein russisch und chinesisch
dominiertes, zerfallendes Westeuropa gefaßt machen, das an seiner
selbstverschuldeten Vasallenverblödung, mit der man persönliche Karrieren
fördern wollte, scheitert.
Ah, also aus den reihen des neuen Hegemon-Duos.
Dieses Eurasien wird sich vor allem als asiatisch-christliche
Wertegemeinschaft nicht nur gegen die Machtansprüche des verfallenden
US-Hegemonen, sondern v.a. gegen den im Aufstieg befindlichen
Expansionsdrang des Islamgürtels positionieren müssen. Die demographische
Schwäche mag sich so noch für eine gewisse Zeit besser durch die
intellektuelle und technologische Überlegenheit kompensieren lassen und
den Niedergang der europäischen Zivilisation etwas bremsen.
Asiatisch-christliche Wertegemeinschaft? Wat dat denn?
Gibt’s dazu auch ein Ökonomen-Buch?
Die Alternative wäre ein verwilderndes, chaotisches Westeuropa, das aus
dem Islamgürtel mit Menschenmassen überflutet wird, die sich Westeuropa
nehmen wollen, bei einem sich nach Westen und zum Islamgürtel hin
abschottenden, nach Osten hin kooperierenden Rußland. In diesem Fall
dürften auch Migrationsströme alternder Europäer in die Fluchtburg
Russland einsetzen, die dort natürlich nicht willkommen wären und ebenso
an verschlossene Türen klopfen würden, wie in der Anglowelt.
Also alles alternativlos. Und schon geht’s los.
Westeuropa wäre dann ein verlassener Tattergreis und würde von Geiern
ausgeweidet.
Geier? Wer is dat dann?
In dem Maße aber, in dem wir möglichst viele Menschen eine
freiheitliche
Gesellschaftsgestalt gedanklich entwickeln, gewinnen wir auch Kraft und
Wege, auf eine Durchsetzung zu drängen.
Wat bitte soll eine "freiheitliche Gesellschaftsgestalt" konkret sein, auf
welchen Fundamenten soll diese Freiheit ruhen?
Ja, das sind Fragen, die ein Ökonom nur schwerlich beantworten kann, weil sie ihm wahrscheinlich gar nicht in den Sinn kommen.
Es erstaunt mich schon, dass schon überwunden geglaubtes Blockdenken immer noch so präsent ist.
Na ja, wenn dann ein Block bröckelt, sucht man sich halt einen anderen aus.
Ist alternativlos, gell?
Mann oh Mann.
Freundliche Grüße
KK
PS: Wer soll eigentlich Ihre Vorstellungen wie verwirklichen – so ganz ohne eigenes Personal und ohne eigene MACHT?
Gibt's da 'ne Antwort drauf und welches Buch muß ich bei ungestilltem Interesse dann lesen?
Mit einem ideologisch vermüllten Kopf läßt sich schlecht denken, die sich ergebenden Gedanken sind unklar und die sie ausdrückende Sprache ebenso.