Die Machtlosigkeit besteht in Duckmäusertum + Dummheit
Hi,
Das Problem ist unsere ohnmächtige Hilflosigkeit gegenüber diesem
Treiben der internationalen Machtpsychopathen. Wir müssen, ich sage das
immer wieder, unsere ganze Aufmerksamkeit auf die Beseitigung der
Machtstrukturen richten, die es diesen Verbrechern möglich machen, für
die Interessen einer kleinen Clique mit der Menschheit zu machen, was sie
wollen.
Ach mein Gott, ist ja rührend.
1929ff. hatten wir es mit einer Hegemoniekrise zu tun. Damals war das britische Imperium am Ende, und es fand sich nicht direkt ein Nachfolger, bis Deutschland in die Lücke stieß - teilweise getrieben. Dieser Versuch ist bekanntermaßen gescheitert, Nachfolger der Briten wurden die USA. Die zurrten ihre Machtposition schon 1944 in Bretton Woods fest, indem sie den Keynes-Plan vereitelten und den Dollar zum Weltgeld machten. Aber sie agierten im Rahmen des Systems von Bretton Woods noch als globale Ordnungsmacht. 1971ff. mutierten sie zum globalen Minotaurus, einem Untier, das seine Macht auf systematischer Destabilisierung und - zum ersten Mal in der Geschichte - auf systematisch wachsenden Defiziten (Leistungsbilanz- und Staatsdefizit) aufbaute, die man ja bequem über Dollardruckerei gefahr- und gegenleistungslos finanzieren konnte.
2008 wurde dieses Defizitregime tödlich getroffen - vom eigenen Speer, von hinten durch die Brust ins Auge.
Daraus entsteht eine erneute Hegemoniekrise. Hervorragend analysiert nicht nur von Varoufakis in seinem Buch "Der globale Minotaurus: Amerika und die Zukunft der Weltwirtschaft", sondern z.B. auch von Peter Temin und David Vines in "The Leaderless Economy".
Die Aufgabe, die daraus entsteht, ist nicht nicht, irgendwelche wirklichkeitsfremden Machtabschaffungsillusionen und Freiheitsflausen zu entwickeln. Sondern, eine neue globale Hegemonialmacht zu formieren.
Das kann nur diejenige sein, die die USA seit über 100 Jahren fürchtet wie der Teufel das Weihwasser und auf allen Ebenen zu zerstören und zu vereiteln versucht:
Ein vereinter eurasischer Kontinent, eine Achse Paris-Berlin-Moskau-Peking.
Dafür braucht es ein starkes, vereintes Europa, das sich auf seine Stärken und Traditionen besinnt, und das seit den 70er aufgewachsene Politgesindel, das willig die marktfundamentalistische US-Propaganda seit den späten 70ern nachplappert und brav die Vorgaben des wankenden Hegemonen umsetzt, muß vertrieben und ersetzt werden. Das dafür nötige Personal stirbt in Westeuropa gerade aus (Helmut Schmidt, Egon Bahr, Peter Scholl-Latour, etc.) und bildet sich am ehesten in den am meisten vom globalen Minotaurus und seinen Helfern gebeutelten Ländern heran - also in Deutschland gerade nicht.
In Westeuropa findet sich dieses Personal also kaum noch. Man darf sich also, wenn überhaupt, wohl eher auf ein russisch und chinesisch dominiertes, zerfallendes Westeuropa gefaßt machen, das an seiner selbstverschuldeten Vasallenverblödung, mit der man persönliche Karrieren fördern wollte, scheitert.
Dieses Eurasien wird sich vor allem als asiatisch-christliche Wertegemeinschaft nicht nur gegen die Machtansprüche des verfallenden US-Hegemonen, sondern v.a. gegen den im Aufstieg befindlichen Expansionsdrang des Islamgürtels positionieren müssen. Die demographische Schwäche mag sich so noch für eine gewisse Zeit besser durch die intellektuelle und technologische Überlegenheit kompensieren lassen und den Niedergang der europäischen Zivilisation etwas bremsen.
Die Alternative wäre ein verwilderndes, chaotisches Westeuropa, das aus dem Islamgürtel mit Menschenmassen überflutet wird, die sich Westeuropa nehmen wollen, bei einem sich nach Westen und zum Islamgürtel hin abschottenden, nach Osten hin kooperierenden Rußland. In diesem Fall dürften auch Migrationsströme alternder Europäer in die Fluchtburg Russland einsetzen, die dort natürlich nicht willkommen wären und ebenso an verschlossene Türen klopfen würden, wie in der Anglowelt.
Westeuropa wäre dann ein verlassener Tattergreis und würde von Geiern ausgeweidet.
In dem Maße aber, in dem wir möglichst viele Menschen eine freiheitliche
Gesellschaftsgestalt gedanklich entwickeln, gewinnen wir auch Kraft und
Wege, auf eine Durchsetzung zu drängen.
Wat bitte soll eine "freiheitliche Gesellschaftsgestalt" konkret sein, auf welchen Fundamenten soll diese Freiheit ruhen?