Es gibt keinen Journalismus mehr

nemo, Mittwoch, 15.04.2015, 16:35 (vor 3925 Tagen) @ trosinette8392 Views
bearbeitet von nemo, Mittwoch, 15.04.2015, 16:40

Das gute Beispiel wäre in diesem Fall, dass die Presse das Prozedere
hinterfragt, das zur Selbstmord-These geführt hat.

Ich staune ja nur noch:

Erst erklärt der Vorstand der Lufthansa, dass er die Aufnahmen des
Voice-Rekorders nicht kennt und den Vorgaben des Staatsanwaltes
gefolgt ist.

Dann erklärt der Staatsanwalt seinerseits, dass er die Aufnahmen
des Voice-Rekorders ebenfalls nicht kennt und den Vorgaben
irgendwelcher anonymen Dienste gefolgt ist.

Die zuständigen Behörden, die normalerweise einen Flugzeugabsturz
untersuchen, werden nun von anonymen Diensten ersetzt, die
neuerdings Thesen veröffentlichen, denen die versammelte Presse
folgt.

Dann schreibt die Presse, dass das Band beschädigt war.

Wir haben nichts. Ein beschädigtes Band und eine Vermutung
von irgendwelchen Diensten, die anonym bleiben. Wenn das
die neue Art ist, Flugunfälle aufzuklären, dann nützen alle guten
Beispiele nichts mehr.

Dann bleibt der Presse eigentlich nur noch eins: Den Vorgang
als solches in Frage zu stellen.

Wir sehen hier, wie Geheimdienste immer mehr Macht bekommen
und öffentliche Untersuchungen in die Hand nehmen. Wenn jemand
Geheimdienstoperationen hinterfragt, die in rechtlichen Grauzonen
stattfinden, ist er also ein Verschwörungstheoretiker.

Diese Tatsache kann man nun drehen und wenden wie man will,
wenn das der neue Standard ist, dann hat Christoph Hörstel recht:

Es gibt keinen Journalismus mehr.

Gruß
nemo


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