Übergang oder Übergänge

KK, Samstag, 05.03.2016, 16:24 (vor 3630 Tagen) @ Hinterbänkler3661 Views

Zerstörung akephaler Gemeinschaften durch u.a. Naturgewalten

(begrenzende

Lebensräume beim täglichen Kampf um das Überleben in der Zyklik von

Tag

und Nacht, Jahreszeiten, Eiszeiten und andere Zyklen sowie bei

singulären

Ereignisse wie dem Toba- Ausbruch und andere Ursachen von

Massensterben,

die die Grundlage der kontinuierlichen Bedienbarhaltung der Urschuld

der

Gemeinschaften zerstörten, so dass haufenweise bankrottiert wurde (auch

in

Mesopotamien) mit Tod des Gemeinschaftssystems und dem sich daraus
folgenden Zusammentun der nach Gefolgschaft und Versprechungen

dürstenden

Einzelindividuen[/b] (Klasse @Ashitaka!),


Hallo Hinterbänkler,

vielen Dank für Deine Punktlandung (Übergang).

Mit dem oben zitierten Abschnitt und mit den von Dir belobten
Ausführungen von @Ashitaka bin ich keinesfalls einverstanden.

Ja, zumindest nicht in seinem Absolutheitsanspruch.

Ich denke uns fehlt noch das Verständnis für den Übergang von akephalen
Gemeinschaften zu kollektivistischen Gesellschaften.

Ja, mir ging es bei der Uckmuck-Geschichte letztlich genau um diesen Übergang und den Übergang von Naturalien-Abgabe zu Geld-Abgabe.

Kampf ums Überleben
Ich bleibe aus tiefster Überzeugung dabei, dass jene Gemeinschaften nicht
'ums Überleben' gekämpft haben.
Meine tiefe Überzeugung rührt davon, dass ich versuche mich in die
damalige Situation hinein zu fühlen.
Ich weiß, dass dies niemals zu Beweisen von Tatsachen führen wird, aber
es ist zumindest genauso gut wie: 'Kampf ums Überleben', was eben
gleichermaßen nicht beweisbar sein wird.
In dem Begriff 'Kampf ums Überleben' sind unsere heutigen Meme
verdichtet, nämlich dass das Überleben eine besondere Wichtigkeit hatte.
Ich habe das schon mehrmals dargelegt, wie ich glaube, dass der
paläolithische Mensch
gedacht
und
gefühlt
hat.

Ja, wenn man als Wildbeuter für die Ausbuchung seiner Urschuld nur wenig Tageszeit benötigt, scheint mir dies auch naheliegend, zumal die Renten durch die Gemeinschaft gesichert wurden.

Und daß das Leben im hier und jetzt abgelaufen ist, hat wohl auch etwas mit der starke Dehnung von Zeit und Raum zu tun und der geringen Bevölkerungsdichte.


...die Grundlage der kontinuierlichen Bedienbarhaltung der Urschuld der
Gemeinschaften zerstörten...

Haha, 2,5 Mio Jahre konnte genau dieses Gemeinschaftssystem sämtliche
Naturgewalten und Klimaveränderungen überleben und die Menschen ihre
Urschuld bedienbar halten und gerade vor 10.000 Jahren sollte es dies nicht
mehr können?
Kurts Kühler war doch immer in Funktion und es wurde laufend ausgebucht.
Die Menschen waren immer bereit zu sterben, wie alle anderen Lebewesen
auch.
Das Mem des Überlebens auf Teufel komm raus - oder besser: auf Zwingherr
komm raus? - war noch nicht gegeben. Ein Mem entsteht eben nicht in der
Not, z. B. wenn ein Vulkan ausbricht, sondern muss in einem längeren
Prozess 'ersozialisiert' werden.
Es müsste quasi also schon in Vorahnung auf die kommende Naturgewalt
angelegt worden sein, um es dann nutzbar zu machen.
Diese Vorstellung ist unautopoietisch.

Richtig. Wenn aber ein Vulkanausbruch in wirksamer Nähe zum Uckmuck-Tal stattfindet und bei den Uckmuckern bleibenden Eindruck hinterlassen hat, kann sich ein Mem wie das Abgabe-Mem m.E. entwickeln, sich ersozilaisieren (Einfluß von außen).

Tod des Gemeinschaftssystems
Das sich selbst organisierende - also instinktgesteuerte -
Gemeinschaftssystem kann nicht als Prinzip sterben.
Im Einzelfall kann es sich entweder aus sich selbst heraus
(selbstorganisiert) ändern oder durch Gewalt zerstört werden.
Das zweite passiert beispielsweise, wenn hierarchisch-patriarchalisch
organisierte Stämme über einen Stamm herfallen und ihn in einer
Gewaltorgie vernichten.
Einzelne überlebende 'Individuen' werden dann in neue Strukturen
gepresst, domestiziert und weiter das ganze debitistische Programm...

Die Frage bleibt, wie der erste solcherart 'entartete' Stamm entstehen
konnte.
Ich behaupte es ging nur selbstorganisierend, langsam und aus sich heraus
neue Meme schaffend und durch eine laufende Sozialisation etablierend...

Ja, und die Schaffung neuer Meme wurde durch diverse Innovationen angeregt/unterstützt (Einfluß von innen).

Deine Eventmanagerin Uckmuckda I hat sicherlich auch dazu beigetragen, wobei ich die Nutzung von Wildgetreide eher als haltbare Naturalie verorte und die Bierbrauerei als ein Nebenprodukt.

...der nach Gefolgschaft und Versprechungen dürstenden
Einzelindividuen...

Auch hier wieder bringst Du - und leider auch @Ashitaka - Deine modernen
Meme in die Interpretation der damaligen Verhältnisse ein.
"...nach Gefolgschaft und Versprechungen dürstend..." - da dreht sich
mein ganzes paläolithisches Erbe in meinem Mem-Grabe um.
Entarteter kann ich mir keinen Menschen vorstellen.
Und ich glaube, dass diese Entartung auch erst am Ende der Zivilisation so
denkbar ist.

Wenn Uckmuckdu I Gefolgschaft und Versprechen für erste Projekte in allerbestem Einvernehmen aller Gemeinschaftsmitglieder etabliert habt und und sich daraus das „Abgaben-Mem“ gebildet hat, und dieses dann von Uckmuckdu II genutzt wurde, um es für seine Projekte unter Einführung seiner Bizeps weiterzuentwickeln, ...

Ist dies für Dich undenkbar?

Meine Vorstellung, wie sich
UckmuckdA
I
selbstorganisierend in allerbestem Einvernehmen aller
Menschen
etabliert haben könnte,
habe ich ja
hier bereits dargelegt
.

s.o.

In meinen Augen bisher die erste konsistente Erklärung für die
allererste Abwendung vom gemeinschaftlich organisierten zum
gesellschaftlich organisierten Menschen.

Dafür vielen Dank.

Leider hat es bisher praktisch keine Anerkennung bekommen.

Doch, bei mir zumindest; aber nicht als die einzig beste Erklärung. (einen Platz in der noch zu schreibenden Uckmuck-Geschichte hat sie sicher)[[top]] .

Wenn man im Tal der Uckmucker verbleibt, kann nur eine Erklärung greifen, diese aber muß für das Nachbartal nicht gelten, geschweige für weiter entfernte Täler mit deutlich anderen Randbedingungen für ihre Bewohner.

Meine feste Überzeugung ist, daß der gesuchte Übergang nicht monokausal stattgefunden hat und sich in verschiedenen Gemeinschaften des Planeten auch unterschiedlich entwickelt hat.

Deshalb schreibe ich meine eigene Uckmuck-Geschichte als eine hoffentlich von Widersprüchen freie Geschichte über die in ihrem Tal lebenden Uckmucker, losgelöst von weit entfernten Tälern.

Freundliche Grüße
KK


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