Übermenschliche Einflüsse für mich nicht ausgeschlossen - Wann kam die Furcht ins Leben der Menschen?
Grüss dich lieber Hinterbänkler,
deine Anmerkungen (Einwände) sind natürlich auch noch miteinzubeziehen, zum das vollständige Bild erahnen zu können.
Dein eingebrachter Argumentationsstrang erfordert (bestimmt für mich) zweifellos ein längeres Studium der Menschheitsgeschichte; eine Geschichte die ihrerseits starker Zankapfel geworden ist, weil ja, je nach Sichtweise, die Deutungen so unterschiedlich ausfallen.
Von meinem Zugang her zur ganzen Thematik, bin ich u. a. auch von Berichten und Thesen geprägt worden, die "übermenschliche Einflüsse" mit ins Spiel bringen.
Wenn wir (ich betone das Wenn) "übermenschliche Einflüsse" überhaupt erst nicht ausschliessen, bzw. nur schon zulassen, dann sind eigentlich die autopoietischen (selbsterschaffenden und -erhaltenden) Erklärungsmodelle per Definition aber insofern "in Gefahr", weil eben abrupte (nicht so einfach erklärbare) Änderungen in den damals gelebten, menschlichen Gemeinschafts- und Zusammenlebensformen damit Impulsen, Schaffens-, Umformungs-, gar Zerstörungs-Einflüssen aussetzbar (zumindest denkbar) werden.
Solche Impulse, Einflüsse, u. dgl. "von aussen", könnten für die Menschen durchaus als "Naturkatastrophen", "Kataklysmen" (im @Silkschen Verständnis) zunächst so erscheinen, als dass es die Natur ist, das Problem stellt, um dann die Natur, das Leben-Schenkende überhaupt als Gefahr zu begreifen.
Sobald ein "Mensch von damals" mit solchen Unerklärbarkeiten konfrontiert worden wäre, wäre der Schritt nicht mehr weit, sich vor einem unerklärbaren, unergründbaren "höherem Wesen" zu fürchten. Furcht aufgefasst als Reaktion auf ein Trauma. Trauma aufgefasst als "Etwas Völlig-nicht-zu-mir-Gehörendes".
(Dieser ganze Fragenkomplex hat auch damit zu tun, dass dieser moderne, traumatisierte Mensch nicht mehr weiss, was genau nach seinem Tod geschieht).
Die Begriffe "Furcht" und "Urschuld" wiederum weisen auf eine interessante, nicht zu unterschätzende Beziehung hin: Wenn ich als Mensch meine "Urschuld" (meine existenziellen Grundbedürfnisse innerhalb der gebotenen Zeit) nicht "bedienen" kann, dann muss ich mich vor dem Scheitern, dem Tod fürchten.
Wir stossen nun zu einer noch grundlegenderen Frage vor...: Ist die Menschheit jemals "gefallen", wenn ja, wie? und wann?, und warum?
Wenn sie nicht "gefallen" wäre, so könnte man anstelle von "Urschuld" z. B. von "Urgeschenk", "Urvertrauen" sprechen. Also anstelle von "Urdebit" von "Urkredit".
Das Leben kann sich doch eigentlich nur verSCHENKEN, oder? Liebe, wenn sie sich teilt und mitteilt, wächst nur noch stärker z. B. Im Gegensatz herrschen im aktuellen Debitismus ein ständig sich verschlimmerndes verKNAPPEN.
Danke vorerst fürs Lesen meiner Gedanken, die ganz einfach "übermenschliche Einflüsse irgendeiner Art" nicht ausschliessen können (jedenfalls im Moment).
Beste Grüsse ins Emmental,
vom Wildheuer
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Gibt es denn keinen Boden auf dieser absurden Welt? Ich dachte wir wären längst aufgeschlagen. --nereus