...nach Gefolgschaft und Versprechungen dürstend?
Zerstörung akephaler Gemeinschaften durch u.a. Naturgewalten (begrenzende
Lebensräume beim täglichen Kampf um das Überleben in der Zyklik von Tag
und Nacht, Jahreszeiten, Eiszeiten und andere Zyklen sowie bei singulären
Ereignisse wie dem Toba- Ausbruch und andere Ursachen von Massensterben,
die die Grundlage der kontinuierlichen Bedienbarhaltung der Urschuld der
Gemeinschaften zerstörten, so dass haufenweise bankrottiert wurde (auch in
Mesopotamien) mit Tod des Gemeinschaftssystems und dem sich daraus
folgenden Zusammentun der nach Gefolgschaft und Versprechungen dürstenden
Einzelindividuen (Klasse @Ashitaka!),
Hallo liebe Silke,
Dankeschön.
Mit dem oben zitierten Abschnitt und mit den von Dir belobten Ausführungen von @Ashitaka bin ich keinesfalls einverstanden.
Ich denke uns fehlt noch das Verständnis für den Übergang von akephalen Gemeinschaften zu kollektivistischen Gesellschaften.
Kampf ums Überleben
Ich bleibe aus tiefster Überzeugung dabei, dass jene Gemeinschaften nicht 'ums Überleben' gekämpft haben.
Meine tiefe Überzeugung rührt davon, dass ich versuche mich in die damalige Situation hinein zu fühlen.
Ich weiß, dass dies niemals zu Beweisen von Tatsachen führen wird, aber es ist zumindest genauso gut wie: 'Kampf ums Überleben', was eben gleichermaßen nicht beweisbar sein wird.
In dem Begriff 'Kampf ums Überleben' sind unsere heutigen Meme verdichtet, nämlich dass das Überleben eine besondere Wichtigkeit hatte.
Ich habe das schon mehrmals dargelegt, wie ich glaube, dass der paläolithische Mensch gedacht und gefühlt hat.
...die Grundlage der kontinuierlichen Bedienbarhaltung der Urschuld der Gemeinschaften zerstörten...
Haha, 2,5 Mio Jahre konnte genau dieses Gemeinschaftssystem sämtliche Naturgewalten und Klimaveränderungen überleben und die Menschen ihre Urschuld bedienbar halten und gerade vor 10.000 Jahren sollte es dies nicht mehr können?
Kurts Kühler war doch immer in Funktion und es wurde laufend ausgebucht.
Die Menschen waren immer bereit zu sterben, wie alle anderen Lebewesen auch.
Das Mem des Überlebens auf Teufel komm raus - oder besser: auf Zwingherr komm raus? - war noch nicht gegeben. Ein Mem entsteht eben nicht in der Not, z. B. wenn ein Vulkan ausbricht, sondern muss in einem längeren Prozess 'ersozialisiert' werden.
Es müsste quasi also schon in Vorahnung auf die kommende Naturgewalt angelegt worden sein, um es dann nutzbar zu machen.
Diese Vorstellung ist unautopoietisch.
Tod des Gemeinschaftssystems
Das sich selbst organisierende - also instinktgesteuerte - Gemeinschaftssystem kann nicht als Prinzip sterben.
Im Einzelfall kann es sich entweder aus sich selbst heraus (selbstorganisiert) ändern oder durch Gewalt zerstört werden.
Das zweite passiert beispielsweise, wenn hierarchisch-patriarchalisch organisierte Stämme über einen Stamm herfallen und ihn in einer Gewaltorgie vernichten.
Einzelne überlebende 'Individuen' werden dann in neue Strukturen gepresst, domestiziert und weiter das ganze debitistische Programm...
Die Frage bleibt, wie der erste solcherart 'entartete' Stamm entstehen konnte.
Ich behaupte es ging nur selbstorganisierend, langsam und aus sich heraus neue Meme schaffend und durch eine laufende Sozialisation etablierend...
...der nach Gefolgschaft und Versprechungen dürstenden Einzelindividuen...
Auch hier wieder bringst Du - und leider auch @Ashitaka - Deine modernen Meme in die Interpretation der damaligen Verhältnisse ein.
"...nach Gefolgschaft und Versprechungen dürstend..." - da dreht sich mein ganzes paläolithisches Erbe in meinem Mem-Grabe um.
Entarteter kann ich mir keinen Menschen vorstellen.
Und ich glaube, dass diese Entartung auch erst am Ende der Zivilisation so denkbar ist.
Meine Vorstellung, wie sich UckmuckdA I selbstorganisierend in allerbestem Einvernehmen aller Menschen etabliert haben könnte, habe ich ja hier bereits dargelegt.
In meinen Augen bisher die erste konsistente Erklärung für die allererste Abwendung vom gemeinschaftlich organisierten zum gesellschaftlich organisierten Menschen.
Leider hat es bisher praktisch keine Anerkennung bekommen.
Danke und Gruß
Hinterbänkler
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...und es gibt überhaupt gute Gründe dafür, zu mutmassen, daß in einigen Stücken die Götter insgesamt bei uns Menschen in die Schule gehen könnten. Wir Menschen sind - menschlicher ...
Friedrich Nietzsche 'Jenseits von Gut und Böse'