Prüfung, ob wieder nur die Luft libertär scheppert oder Du bei der zu diskutierenden These bleibst...

Bernadette_Lauert, Sonntag, 31.01.2016, 18:55 (vor 3659 Tagen) @ Fidel2698 Views
bearbeitet von Bernadette_Lauert, Sonntag, 31.01.2016, 19:00

Ich bat Dich um folgendes:
Gewisse Infrastruktur wird nur einmal verlegt (Wasser, Autobahnen, Stromtrassen). Dann gibt es keinen echten Wettbewerb und der Markt funktioniert nicht.
Das ist die These, bei der wir bitte mal kurz zum Einstieg bleiben wollen und bitte nicht wieder Themen wechseln und beleidigen, Okay? Sonst scheppert einfach nur die Luft.
Schauen wir also mal, ob Du wieder Themen wechselst...

Ich mache dir nicht den Gefallen zu kneifen.

Du müsstest erst mal anfangen einzusteigen. Thesenbasiert und nicht stets von anderen Sachen schwadronierend.

Als Voraussetzung dieses Zitat von hier:
http://www.dasgelbeforum.net/sammlung/Debitismus-PCM.pdf Seite 22..

Soso, jetzt kommt also eine Voraussetzung vorweg.

10. Im MODELL des freien Kapitalismus herrscht freier Marktzugang. Die
freie Marktwirtschaft kann daher immer nur zu vorübergehenden Monopolen
(technischer Fortschritt usw.) führen, die rasch abgebaut werden, so
dass "Marktwirtschaft" den Kapitalismus letztlich zum Marktmodell des
Polypols führt, also der sog.atomistischen Konkurrenz, wo immer nur
vorübergehende Sondergewinne gemacht werden können, das Ganze
sich aber in einer sich verstetigenden Minimierung der Gewinne
(=Unternehmerlohn plus Risikoprämie für das
eingesetzte Kapital, siehe oben) einpendelt.

Das hat schon mal nichts mit der These zu tun, die ich gerne einfach mal mit Dir durchbesprechen wollte, nämlich: Gewisse Infrastruktur wird nur einmal verlegt (Wasser, Autobahnen, Stromtrassen). Dann gibt es keinen echten Wettbewerb und der Markt funktioniert nicht.
Aber gut, schauen wir mal...

11. Sobald der STAAT auf den Plan tritt, verändert sich das Bild
schlagartig. Zunächst perpetuierte der Staat die natürlicherweise immer
nur vorübergehenden Monopole durch Interventionen aller Art (Patente bis
Schutzzölle).Damit war der freie Kapitalismus bereits erledigt und als
dann noch Staatsnachfrage in großem Stil dazu kam (Rüstung!) waren die
entsprechenden Unternehmer durch diese Marktverwerfungen (kein Privatmann
kauft sich ein Schlachtschiff) im Vorteil. So wurden z.B. die Krupps zu den
reichsten Deutschen, ähnliches gilt für Boden(schatz)-Monopole, wie das
der oberschlesischen Magnaten oder im Ruhrgebiet. Heute wird das per OPEC
z.B.
gleich sozusagen staatsdirekt erledigt.
Zitat Ende.

Deine Voraussetzungen beschäftigen sich nicht mit der These:
I) Gewisse Infrastruktur wird nur einmal verlegt (Wasser, Autobahnen, Stromtrassen). Dann gibt es keinen echten Wettbewerb und der Markt funktioniert nicht.

Du darfst, Bernadette, den Punkt Rüstung gerne mit allen
staatlichen Wohltaten ersetzen (Wasserversorgung, Brief, Post, Strom,
Medizin u.alles ander auch....). Jedes Mal wenn zum Gemeinwohl Staat am
Markt als Käufer auftritt, werden Preise verzerrt - weil Staat
grundsätzlich jeden Preis zahlen kann. Das hat auch Karl Marx so
verurteilt.

Allgemeines libertäres Gelaber, welches wieder nichts mit der These zu tun hat, an die ich Dich bat, DIch zu halten:
Gewisse Infrastruktur wird nur einmal verlegt (Wasser, Autobahnen, Stromtrassen). Dann gibt es keinen echten Wettbewerb und der Markt funktioniert nicht.

Es ging hier ganz explizit um den Punkt Wasserversorgung, weil sich

daran

zeigen lässt, dass der Markt Allokations- und Optimierungsgrenzen

hat.

Da meine Argumente unwiderlegbar stringent und logisch sind, redest

Du

vom:


Allokationsproblem: Der Markt weis nicht wo das Gut Wasser benötigt
wird?


Gewisse Infrastruktur wird nur einmal verlegt (Wasser, Autobahnen,
Stromtrassen). Dann gibt es keinen echten Wettbewerb und der Markt
funktioniert nicht.


Natürlich gibt es Wettbewerb beim Verlegen. Wer bekommt den Auftrag? Der
Beste - oder der beste Spezi vom...? Wer kontrolliert das? Der
Rechnungshof, das Parlament (auch kommunal)? Wer kontrolliert den
Kontrolleur? Wer verantwortet Fehler und womit? Welcher städtische
Fehlinvestor fürchtet den Steuerzahler?

Keiner bestreitet, dass das Wettbewerb beim Verlegen gibt. Die Konkurrenz, die den Markt mitunter effizient macht, fehlt beim Betrieb.
Du musst das absichtlich missverstanden haben.

Wenn es jedoch um das Geld der Anleger geht, diese über Versammlungen und
Entlastung Rechenschaft vom Vorstand, Geschäftsführer verlangen können,
wird aufgepasst - mehr als einem lieb ist.

Allgemeine Aussagen, themenfremd.

Diese Kontrolle von Sparfüchsen funktioniert auch später, weil ich
der Gier, dem Neid und der Rachsucht meiner Bürger
vertrauen kann.
(Da Kontrolle regional, dezentral so gut klappt - leben wir in einer
zentralistischen EU ohne Kontrolle mit viel Verschwendung der
Steuermittel.)


Allgemeine Aussagen, themenfremd.

Im Grunde vertraue ich dem Bürger aufgrund der Schwächen, die dein
Misstrauen wecken. Das ist für mich die Würze freier Märkte.

Freie Märkte haben Würze. Aber sie sind nicht perfekt. Das ist der Knackpunkt, der nicht in Deine Religion passt.

Natürlich lässt sich das Geld der Bürger in einer Gemeinde
direkt besser anlegen, als über die Transmission Kommune. Das gilt
für alle Wohltaten des Staates. Der Vorteil für mich ist das
Privateigentum an der Sache, weil Gemeineigentum immer zu
Missbrauch/Verschwendung verführt.

Der Zweckverband kann gerne auch in der Gemeinde aufgehängt sein. Wir sprechen aber davon, dass US-Konzerne Wasserversorgung in Deutschland betrieben haben.
Und dieses Beispiel zeigt jedem, der des Denkens und Faktenüberprüfens mächtig ist, dass das Riesenbuhei um die unsichtbare Hand des Marktes in diesem Fall ein Griff in ein unsichtbares Klo ist.

Weil Du bisher immer ausgewichen bist, hier nochmal, was ich eingangs schrieb:

II) +++Der US-Konzern muss nach Gewinnmaximierungsmöglichkeiten planen.
Da bei der Wasserversorgung die Leitungen nur einmal verlegt werden, ist echte Konkurrenz nicht möglich.
Daher ist viel Gewinn bei wenig Qualität rauszuholen.
In kommunaler Hand (Zweckgesellschaften) wird der Preis nach unten und die Qualität nach oben maximiert.
+++

Ist das richtig oder falsch?
Das ist die Preisfrage, bei der es bitte für eine einzige Antwort von Dir zu bleiben gilt.

Mir Gefallen dazu auch diese Gedanken, die sich nicht in wenigen Sätzen
verkaufen lassen:
http://libertaere-rundschau.de/warum_freiwillige_kooperation.html

Mir gefällt, dass mit dem Ordoliberalismus nötige Kompromisse zwischen Marktradikalität, die zur Konzernwirtschaft führt und dem Handeln redlicher Kaufleute gefunden wurde:

https://de.wikipedia.org/wiki/Ordoliberalismus

Es ist nur so schade, dass sich manche den nötigen - wie würdest Du sagen - "Voraussetzungen" verweigern.

Dass Du nicht beleidigt hast, war übrigens ein Fortschritt, der mir aufgefallen ist. Falls Du Antworten willst, konzentriere Dich bitte auf die Passagen I) und II).
Wenn wir diese Eingangsprämissen geklärt haben, können wir weiterreden.

Gruß, Bla


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