Zu naiv

Fussgänger, Sonntag, 31.01.2016, 11:42 (vor 3661 Tagen) @ Fidel3436 Views
bearbeitet von unbekannt, Sonntag, 31.01.2016, 11:50

Hallo Albrecht,

weil wir die Dummheit der Gemeineigentums-verwaltung
(Legislative, Judikative, Exekutive) vor den -p-ösen Marktkräften

Welche Dummheit, vom Verkauf solcher Infrastruktur abgesehen? Wo ich mich auskenne (das ist tatsächlich nicht in Leipzig) funktioniert die öffentliche Wasserversorgung auf höchsten Niveau zu äusserst vertretbaren Preisen; bezogen auf die Kosten für die Nutzer und die öffentliche Hand selber. Wie man hier bei dieser Qualität den Gestehungspreis senken können sollte, verstehe ich nicht.

und ihren imperialistischen Verschwörern beschützen müssen, führen wir
am Besten alles Eigentum in die kluge, vorausschauende, gerechte
Gemeineigentums-Verwaltung über. Dann hat der Markt endlich keine
Chance mehr die gemeinnützigen Schwächen auszunutzen.

Auf Anbieterseite gibt es für dermassen infrastrukturlastige, keinen Profit erzeugende Dienstleistungen zwangsläufig nur einen Markteilnehmer. Selbst wenn man davon ausgeht, dass Konkurrenz allgemein (bei einem richtigen Markt, wo's nicht nur einen Anbieter geben kann) langfristig ein Optimum des Preis-Leistungsverhältnisses einstallen lassen würde, dann ginge das bei Einanbieter-Dienstleistungen schon mal nicht.

Auf die egoistische Idee das Trinkwassernetz aus kommunalen Händen in die
Hände der Bürger Leipzigs zu überführen (vgl. Genossenschaft), um z.B.
über die Investition spätere Renten zu finanzieren - ist im allgemeinen
Konsumrausch niemand gekommen.

Wie willst du damit Renten finanzieren? Durch überzogene Preise für Wasser, durch verschlechterte, günstig produzierte Leistung (z.B. weniger sauberes Wasser), durch langsam verrottende Infrastruktur oder durch eine Kombination von allen dreien?

Die These, dass private (auch deine Genossenschaft stellt eine private Organisation dar) öffentliche Dienstleistungen grundsätzlich besser (qualitativ höher stehend, preislich günstiger) anbieten können, wurde empirisch bislang nicht bestätigt.

Wie gerne würde ich meine Rentenersparnisse in solche Anlagen
investieren, anstelle diese in den Riester/Rürup-Lokus zu spülen.

Eine Wasserversorgung muss und soll eben gerade keine Rendite, sondern qualitativ hochstehendes Wasser zu tiefen Preisen bieten. Ansonsten stellt diese Rendite nur eine neue Steuer dar.

Zum vererben gäbe es dann auch etwas - generationengerecht.

...und zum Verkaufen! Und am Schluss wäre es doch wieder in den Händen von Heuschrecken-Firmen, die absahnen, ohne zu investieren und am Schluss die runter gewirtschaftete Anlage wieder der öffentlichen Hand zurück verkaufen. Natürlich zu einem hohen Preis: die öffentliche Hand hat ja nur zwei Möglichkeiten
1. weiterhin schlechte Trinkwasserqualität bei (dafür) zu hohen Preisen
2. Rückkauf zu Konditionen des gegenwärtigen Eigentümers

Ah, ich weis, dass ist libertär, kapitalistisch,
selbstverantwortlich....einfach pöse.

Nö. Nur naiv.

Viel lieber folgen wir Führern z.B. Juraprofessoren die von Republik und
kantianischer Volksgemeinschaft philosophieren.

Ihr folgt, wem ihr folgen wollt. Ich mache mir meine eigenen Überlegungen.


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