Vertrauen aufgrund der Schwächen

Fidel, Sonntag, 31.01.2016, 18:33 (vor 3659 Tagen) @ Bernadette_Lauert2794 Views

Ich mache dir nicht den Gefallen zu kneifen.

Als Voraussetzung dieses Zitat von hier:
http://www.dasgelbeforum.net/sammlung/Debitismus-PCM.pdf Seite 22..

10. Im MODELL des freien Kapitalismus herrscht freier Marktzugang. Die freie Marktwirtschaft kann daher immer nur zu vorübergehenden Monopolen (technischer Fortschritt usw.) führen, die rasch abgebaut werden, so
dass "Marktwirtschaft" den Kapitalismus letztlich zum Marktmodell des Polypols führt, also der sog.atomistischen Konkurrenz, wo immer nur vorübergehende Sondergewinne gemacht werden können, das Ganze
sich aber in einer sich verstetigenden Minimierung der Gewinne (=Unternehmerlohn plus Risikoprämie für das
eingesetzte Kapital, siehe oben) einpendelt.

11. Sobald der STAAT auf den Plan tritt, verändert sich das Bild schlagartig. Zunächst perpetuierte der Staat die natürlicherweise immer nur vorübergehenden Monopole durch Interventionen aller Art (Patente bis Schutzzölle).Damit war der freie Kapitalismus bereits erledigt und als dann noch Staatsnachfrage in großem Stil dazu kam (Rüstung!) waren die entsprechenden Unternehmer durch diese Marktverwerfungen (kein Privatmann kauft sich ein Schlachtschiff) im Vorteil. So wurden z.B. die Krupps zu den reichsten Deutschen, ähnliches gilt für Boden(schatz)-Monopole, wie das der oberschlesischen Magnaten oder im Ruhrgebiet. Heute wird das per OPEC z.B.
gleich sozusagen staatsdirekt erledigt.

Zitat Ende.

Du darfst, Bernadette, den Punkt Rüstung gerne mit allen staatlichen Wohltaten ersetzen (Wasserversorgung, Brief, Post, Strom, Medizin u.alles ander auch....). Jedes Mal wenn zum Gemeinwohl Staat am Markt als Käufer auftritt, werden Preise verzerrt - weil Staat grundsätzlich jeden Preis zahlen kann. Das hat auch Karl Marx so verurteilt.

Es ging hier ganz explizit um den Punkt Wasserversorgung, weil sich

daran

zeigen lässt, dass der Markt Allokations- und Optimierungsgrenzen

hat.

Da meine Argumente unwiderlegbar stringent und logisch sind, redest

Du

vom:


Allokationsproblem: Der Markt weis nicht wo das Gut Wasser benötigt
wird?


Gewisse Infrastruktur wird nur einmal verlegt (Wasser, Autobahnen,
Stromtrassen). Dann gibt es keinen echten Wettbewerb und der Markt
funktioniert nicht.

Natürlich gibt es Wettbewerb beim Verlegen. Wer bekommt den Auftrag? Der Beste - oder der beste Spezi vom...? Wer kontrolliert das? Der Rechnungshof, das Parlament (auch kommunal)? Wer kontrolliert den Kontrolleur? Wer verantwortet Fehler und womit? Welcher städtische Fehlinvestor fürchtet den Steuerzahler?

Wenn es jedoch um das Geld der Anleger geht, diese über Versammlungen und Entlastung Rechenschaft vom Vorstand, Geschäftsführer verlangen können, wird aufgepasst - mehr als einem lieb ist.

Diese Kontrolle von Sparfüchsen funktioniert auch später, weil ich der Gier, dem Neid und der Rachsucht meiner Bürger vertrauen kann.

(Da Kontrolle regional, dezentral so gut klappt - leben wir in einer zentralistischen EU ohne Kontrolle mit viel Verschwendung der Steuermittel.)

Im Grunde vertraue ich dem Bürger aufgrund der Schwächen, die dein Misstrauen wecken. Das ist für mich die Würze freier Märkte.

Natürlich lässt sich das Geld der Bürger in einer Gemeinde direkt besser anlegen, als über die Transmission Kommune. Das gilt für alle Wohltaten des Staates. Der Vorteil für mich ist das Privateigentum an der Sache, weil Gemeineigentum immer zu Missbrauch/Verschwendung verführt.

Mir Gefallen dazu auch diese Gedanken, die sich nicht in wenigen Sätzen verkaufen lassen:
http://libertaere-rundschau.de/warum_freiwillige_kooperation.html


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