Falsche Anschuldigung Durch Polizei – Widerspruch erfolgreich eingelegt
Wie bereits geschrieben, hatte ich nach all dem entmutigenden „Zuspruch“ für mein Ansinnen beinahe resigniert. Auch wenn es nur um eine Lappalie ging, nervte letztlich der Gedanke zu sehr, mich widerstandslos der selbstherrlichen Willkür eines ignorant und dämlich auftretenden Polizisten zu unterwerfen und so habe ich dann eben doch meine Möglichkeiten genutzt und bin ein zweites Mal vorstellig geworden.
Die Tür zum Dienstzimmer war offen und das Fräulein führte ein „angeregtes“ Telefongespräch mit einem anderen „Kunden“, das ich vom Korridor aus verfolgte. Mein erster Eindruck: Auf Reklamationsabwehr geeichte Schnepfe - > zweckloser Versuch. Nun ja, dann „durfte“ ich eintreten. Nachdem sie den Vorgang aufgerufen hatte (über den vorherigen Besuch bei Ihrem Kollegen war sie informiert) entschied sie kurz und knapp: Widerspruch abgelehnt!
Beo: Wie kann sein? Habe meine Begründung doch noch nicht vorgetragen.
Fräulein: (Verdreht leicht die Augen) Was glauben Sie, was wir hier alles für Geschichten zu hören bekommen...na dann...erzählen Sie mal (lehnt sich zurück).
Beo: Wieso ist es eigentlich unmöglich, dass sich ein Polizist täuscht? In dem Fall ist das doch leicht möglich, denn es war so, ...(schildert kurz die Gegebenheiten).
Fräulein: Hmm...tja...ne, ne...wenn der Polizist das so sagt...die sind ja speziell ausgebildet...
Beo: In der Angelegenheit sind Zweifel ja wohl zumindest nicht ausgeschlossen. Es handelt sich bei dem Vorwurf doch nur um eine Behauptung - ohne irgendwelche Beweise. Ich würde ja eine Zahlung im Sinne eines Warnschusses akzeptieren, nicht aber den Punkt in Flensburg.
Fräulein: (Schaut erst eine Weile aus dem Fenster, dann Beo in die Augen) Irgendwie sind Sie anders...kommen zwei Mal persönlich hier her...und IHRE Geschichte könnte ja immerhin wahr sein. Wissen Sie was? Ich setze die Zahlung herab und der Punkt in Flensburg entfällt. O.k.?
Beo: Eigentlich ja nicht...aber wie gesagt, das Problem ist der Punkt und wenn der weg ist, werde ich wegen dem Geld nicht vor Gericht gehen.
Fräulein: Gut, dann machen wir das so. Sie bekommen einen geänderten Bescheid per Post.
Beo: Na gut, immerhin...aber sagen Sie mal, damit ich wenigstens etwas lerne, wie läuft das denn hier intern so, bekommen Polizisten wirklich eine Abschußprämie?
Fräulein: (Inzwischen deutlich freundlicher) Für Polizisten kann ich das nicht sagen, Politessen jedenfalls definitiv nicht.
Dann entspannte sich eine längere Unterhaltung, in deren Verlauf Beo endlich weitere Details aus der Begegnung anbringen konnte und auch das Ohnmachtsgefühl angesichts einer solchen Falschbehauptung zur Sprache brachte.
Zu guter Letzt lautete die Entscheidung dann: Verfahren eingestellt, nix Stellungnahme vom MoPo erforderlich, nix Punkt, nix Knete. Und irgendwie freute sich sich zum Schluß nicht nur Beo, sondern auch das Fräulein vom Amt, bei dem sich Beo aufrichtig bedankte.
Der entsprechende Bescheid kam dann per Post. Eigentlich fehlt nur noch ein Bild der grünen Preßwurst, aus der das feiste Gesicht nicht mehr so überheblich herausquillt.
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Auch wenn es in lächerlicher Weise unpassend erscheint, von diesem banalen Ereignis den Bogen zur großen Politik zu schlagen, so gilt die Moral der Geschichte dennoch universell: Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren.
Dazu schrieb @Ashitaka oben sinngemäß â€žSie haben keine Macht. Die hat der Schwarm. Formiert euch!“ und @CrisisMaven hat ein einfaches Konzept dazu geliefert. Wir müssen es einfach nur angehen...