Falsche Anschuldigung durch Polizist. Was tun?

b.o.bachter, Donnerstag, 23.07.2015, 17:53 (vor 3835 Tagen)10201 Views
bearbeitet von unbekannt, Donnerstag, 23.07.2015, 18:11

Hallo und guten Tag allerseits!

Die im Netz bereits vielfach strapazierte fiktive „Person A“ ist mal wieder in der Bredouille. Möglicherweise hat ja bereits jemand vergleichbares erlebt, oder wird es noch erleben...
Insofern ist es vielleicht auch für die Allgemeinheit interessant, weshalb ich einerseits über den Vorfall berichten möchte und andererseits Euren Rat zum weiteren Vorgehen erfrage. Denn SO kann es nicht gehen, einfach gute Mine zum bösen Spiel machen...

Eine literarische Figur namens Beo war mit dem Pkw auf einem kurzen Weg durch die Stadt. Unabhängig von tatsächlichen Verstößen wurde er auf seinen vielen Fahrten noch nie - einfach so - zu irgendwelchen Kontrollen angehalten und wirkt nach eigener Einschätzung wohl eher unauffällig. Wie auch immer, Fahrzeug, Fahrer und Fahrstil waren in vorschriftsgemäßem Zustand, als Beo im fließenden Verkehr zwischen den anderen Fahrzeugen so dahin gleitet.
Einen Motorradpolizisten im Gegenverkehr nimmt er gedankenverloren kaum war und wundert sich dann auch, als er diesen etwas später unmittelbar hinter sich im Rückspiegel sieht. Mit Blaulicht, ohne Tröte und ohne Aufforderung im Laufband, weshalb er diese Aktion nicht auf sich bezieht und nur etwas näher am rechten Straßenrand weiter fährt, um so den wohl nicht ganz so eiligen Überholvorgang zu erleichtern.
Und so fahren sie dahin und Beo fragt sich langsam, was das nun werden soll, da der MoPo längst hätte überholen können. Evtl. hat der Heini ja einfach vergessen, seine Lichtorgel zu deaktivieren. Endlich setzt der MoPo zum Überholen an, zieht aber zunächst nur gleich und glotzt. Dann fährt er vor, gibt Winkzeichen und hält schließlich an. Beo stoppt ein paar Meter hinter im, steigt aus und geht zu dem MoPo hin. Dieser steigt von seinem Gefährt, nimmt den Helm ab und kramt eine Art Schreibmappe hervor, was alles irgendwie langsam und umständlich erfolgt. Dann baut er sich in seiner prallen Pracht auf und verlangt Führerschein und Fahrzeugschein. Nach deren Inspektion glotzt er Beo an und es kommt in etwa zu folgendem Dialog:

(MoPo glotzt, Beo steht da)
MoPo: Wollen Sie nicht wissen, warum ich Sie angehalten habe?
Beo: Doch, interessiert mich sehr.
MoPo: Ich habe eine Beobachtung gemacht.
Beo: Aha.
(Pause, MoPo glotzt)
MoPo: (grinsend) Sie sind Rechtshänder.
Beo: (grinsend) Nein, so was. Da bin ich aber froh, dies nun endlich auch zu wissen.
(Pause, MoPo glotzt)
MoPo: Sie haben telefoniert.
Beo: Habe ich definitiv nicht, was sich auch bewiesen lässt.
(Pause)
MoPo: Seien Sie ja vorsichtig...EINEN POIZISTEN zu belügen...also sowas...außerdem ist es bereits verboten, ein Handy auch nur in die Hand zu nehmen.
Beo: Ich habe weder telefoniert, noch ein Handy angefasst.
MoPo: Sie haben das Handy genommen und mehrmals ans Ohr gehalten, immer wieder, rauf und runter. Ich könnte sogar fast die Farbe des Handys sagen. (grinst)
Beo: (Grinst) Neiiiin, wirklich? Ich die des Ihren auch – fast. Aber jetzt, wo Sie das so sagen, wird mir klar, was Sie gesehen haben. Als Sie entgegen kamen, hatte ich den linken Ellbogen auf der Türverkleidung und den Kopf mit der Hand gestützt. Das mache ich oft so, der Wagen hat ein Automatikgetriebe. Das ist eine sehr ähnliche Haltung, wie wenn man ein Telefon an das Ohr hält. Was Sie dann von hinten gesehen haben können ist, wie ich meinen Zigarillo in der Tat öfters mit der rechten Hand zum Mund führte. (zeigt dem MoPo deutlich den Zigarillo, den er ohnehin die ganze Zeit noch in der Hand hatte und auch gelegentlich daran zog). Das Telefon halte ich immer – immer – mit der linken Hand ans linke Ohr, nicht ans rechte. Außerdem telefoniere ich beim Autofahren nicht, ich mag es einfach nicht. Auch nicht in dem anderen Wagen mit Festeinbau.
MoPo: Ja, ja, ja, hören Sie auf, ich weiß, was ich gesehen habe. Ich verhänge jetzt ein Bußgeld in Höhe von 60 Euro. Sind Sie damit einverstanden?
Beo: Nein.
MoPo: Sie streiten das also ab?
Beo: Ja.
MoPo: DANN sehen wir uns anderen Ortes wieder..., DAS wird teurer.
(Pause)
MoPo: Wollen Sie dabei bleiben?
Beo: Ja.
MoPo: Haben Sie noch Fragen?
Beo: Nein.
MoPo: (glotzt) Na gut, dann...

Der MoPo machte sich dann, irgendwie unschlüssig und ärgerlich wirkend, Notizen, gab die Papiere zurück und die denkwürdige Vorstellung hatte ein Ende.
Er hatte das einige Meter entfernt stehende Auto übrigens nicht inspiziert, also auch nicht die diversen Gegenstände auf dem Beifahrersitz, u.a. die dunkle Zigarilloschachtel, gesehen.

Beo ist sich im nun leider nicht mehr ganz sicher, ob der MoPo sich das Handy überhaupt hat zeigen lassen. Er meint eigentlich nicht, schließt es aber auch nicht völlig aus. In dem Fall wäre also gar nicht sichergestellt worden, ob Beo überhaupt ein Handy hätte anfassen können.

Da seither über ca. 10 Wochen vergingen, hoffte Beo, die Angelegenheit wäre eventuell wegen Aussichtslosigkeit nicht weiter verfolgt worden. Oder aber, der MoPo hätte im Nachhinein eingesehen, dass er sich getäuscht hat, oder haben könnte. Inzwischen kam aber ein Gelber Brief mit einem Bußgeldbescheid über 88,50 Euro. Der könnte nun bezahlt werden und es wäre Ruhe.

Beo findet aber so oder so keine Ruhe und hat seitdem zwar keine schlaflosen Nächte, aber ein sehr bedrückendes Gefühl, denn: Ein Polizist stellt einfach eine falsche Behauptung auf und dann ist es um den so Beschuldigten geschehen? Einfach so? Und nicht dagegen wehren?
Was wird nächstes Mal behauptet? Rauschgift? Waffen? Irgendwas mit kleinen Kindern?

Wie würdet Ihr an Beos Stelle handeln, bzw. welches Vorgehen ist empfehlenswert und wie geht die Angelegenheit im Falle eines Widerspruchs weiter? Dieser muss in wenigen Tagen eingegangen sein.

[[sauer]]


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