Das typische Durcheinanderwerfen der Begriffe
von Leuten, die keine Ahnung haben. Bei uns sagt man, - "Du hast vielleicht Blähungen, aber keine Ahnung". Es ist gut, dass Du die beiden links mit der Musik angeführt hast, - aber ich weiß auch, dass viele da die Dinge immer verwechseln.
Was meine ich damit:
Django Reinhardt, als Begründer einer eigenen Musikrichtung, die sich ja durch seine spezielle Art, hauptsächlich mit zwei Fingern und zusätzlich mit dem Daumen, zu spielen, war von der Abstammung her ein französischer Sinti. Trotzdem wird er noch heute in verschiedenen Beschreibungen als "Roma" und "Roma-Musiker" bezeichnet.
Django Reinhardt konnte ich natürlich nicht kennenlernen, er verstarb 1953. Dafür aber seinen Großneffen, der eine eigene Band gründete, die Schnuckenack Reinhardt-Band. Aber auch seine Enkel, die sich gleichfalls musikalisch einen Namen gemacht haben, kannte ich nicht.
Fest steht, dass in verschiedenen Studien über die Zigeuner diese hauptsächlich als Roma im Gesamtbegriff bezeichnet werden, wobei die Sinti eine Untergruppe darstellt. Das ist eine umstrittene Auslegung der Geschichte, zumal die Sinti sich bereits vor mehr als 600 Jahren als eigenständige Gruppe formiert haben.
Es werden eben die Begriffe durcheinandergeworfen, - z.B. spricht der Sinti einen bestimmten Dialekt der Zigeunersprache "Romanes", wodurch man leicht zum Begriff "Roma" verleitet wird.
Sicherlich haben Sinti und Roma eine gemeinsame Herkunft, aus der Gegend des heutigen Indien und Pakistan. Man kann - im Groben - den Zigeuner, der sich westlich des Eisernen Vorhangs entwickelt hat, als Sinti bezeichnen, und den östlich dieser Grenze als Roma. Während die Sinti ihre Traditionen weitestgehend behalten haben und insbesonders im musikalischen Bereich virtuos geblieben sind, verloren die Roma im Osten mit der Zeit diese Eigenschaften, die ihnen auch gegeben waren.
Hier spielt natürlich auch die jahrzehntelange abfällige Bewertung durch die kommunistischen Regime eine Rolle, aber auch die spezifische Lebenseinstellung der Roma, die sich in erster Linie am "heute" orientiert, und kaum am "morgen". Dazu kommt das straffe Pyramidensystem der Clans, die ihre eigene verarmte Schicht wie Sklaven hält und davon profitiert.
Es gab früher in Siebenbürgen manche Zigeunerkapellen, auch Blasmusik, denen die Deutschstämmigen neidlos einräumten, dass sie besser die Blasmusik spielten als die Deutschen selbst. Leider sind diese Musiker so gut wie ausgestorben, - einer der letzten wurde in unserer Stadt beerdigt.
Aber Django Reinhardt als Interpret der Roma-Musik zu bezeichnen, ist m.E.n. falsch. Die typische Roma-Musik ist anders, - ich habe sie zuletzt im Verlauf eines traditionellen Musik-Festivals im Park des mährischen Schlosses Straßnitz kennengelernt, - das war aber noch vor dem Ende des kommunistischen Regimes.