Kernsatz: "Hier verschuldet sich jemand in Bitcoin."
Hallo zusammen,
Hallo paranoia,
den folgenden Vorgang halte ich für richtungsweisend für die
Bitcoin-Szene:http://www.heise.de/newsticker/meldung/Overstock-com-macht-Ernst-Erste-Blockchain-Anlei...
Hier verschuldet sich jemand in Bitcoin.
Ja, das ist in der Tat äußerst bemerkenswert, heißt das doch, dass nun overstock.com tatsächlich nicht nur freiwillig Preise in Bitcoin auszeichnet, weil der CEO es für spannend hält, sondern weil tatsächlich regelmäßig Bitcoin-Zahlungen zu leisten sind. Das ist ein Paradigmenwechsel.
Gleichzeitig stellt sich freilich eine Frage: an wen wendet sich ein Bitcoin-Anleihen-Gläubiger, wenn overstock.com nicht in Bitcoin zahlen kann?
Damit erreicht Bitcoins die nächste Entwicklungsstufe.
Absolut. Auch wenn es nicht gerade kostenfrei ist: 6,5% ist kein Schnäppchen, v.a. nicht für Schwergewichte, die sich über $-Anleihen weiter deutlich unter 1% finanzieren können.
Von den Fremdwährungsrisiken mal ganz zu schweigen. Gibt es Anbieter von FX-Swaps ($/BTC)?
Bisher erschienen mir die Coins, die die Welt bedeuten wollen, vor allem
als Spekulationsvehikel, die man, wenn man sie nicht dank erfolgloser
Spekulation verlor, dank Pleite seines Bitcoin-Brokers oder Börse auch
verlustig gingen.
Stimmt.
Deshalb ist der Titel Deines Postings auch etwas überoptimistisch. Denn ein Zahlungsmittel ist Bitcoin ja bislang eben noch nicht gewesen. Das ändert sich nun für overstock.com, wenn sie tatsächlich regelmäßig selbst Zahlungen in Bitcoin zu leisten haben.
Zahlungen leisten zu müssen ist etwas völlig anderes, als wenn man sich laufend aussuchen kann ob man nun gerade in Bitcoin zahlen möchte oder nicht.
Freilich landet man wieder bei der Frage oben: wie hart sind die Konsequenzen, wenn man nicht in Bitcoin zahlen kann? Wer setzt die Konsequenzen durch? Doch nicht die USA?!?
Bei der nächsten Infoveranstaltung über Bitcoins in Hannover kann die
Bundesbank es sich nicht mehr leisten, nur einen Referenten aus der
Abteilung Zahlungsverkehr zu schicken.
Ja, über den Zugang Bitcoin kann man einiges über Geld lernen, wenn man denn möchte.
Vielleicht auch, dass es zwar interessant ist eine neue Art von transnationaler Kreditpyramide zu bauen, aber dass man selbe am Ende des Tages dann womöglich doch gerne auf eine Emission aufgebaut hätte, deren Emittentin sich im Zweifel als Dealer of Last Resort betätigen kann. Der harte BTC-Kern wird derartiges aber nicht erlauben, er kann per definition keine tiefe Quelle für Liquidität sein. Noch glauben viele, vermutlich einschließlich Patrick Byrne, dass genau dieses Design erstrebenswert ist. Vielleicht sieht er das - nun als weltweit größter Bitcoin-Schuldner - in den kommenden Jahren dann anders.
Gruß
paranoia
Beste Grüße
--
BillHicks
..realized that all matter is merely energy condensed to a slow vibration – that we are all one consciousness experiencing itself subjectively. There's no such thing as death, life is only a dream, and we're the imagination of ourselves.